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Angeklickt Niedliche Datenpakete böse verprügelt

Daten-Diskriminierung im Erklärfilm: Die Armen müssen warten, die Reichen nicht Zur Großansicht

Daten-Diskriminierung im Erklärfilm: Die Armen müssen warten, die Reichen nicht

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Mit einem Film erklären Anonymous-Aktivisten, was Netzneutralität ist - und warum das Web-Kollektiv für die Gleichbehandlung aller Daten protestiert. Das ist zwar polemisch, aber wunderschön anzusehen.

Bunte Datenpakete mit Schleife im Haar flitzen über die Internetstraßen: Mit einem Animationsfilm wollen Anonymous-Aktivisten erklären, was Netzneutralität ist. In dem Film tritt dann auch schnell eine Figur in Magentarot auf, ein Provider, der die Datenpakete sortiert: Wer bezahlt hat, bekommt Vorfahrt, die anderen werden ausgebremst.

Mit den Animationen haben sich die Unbekannten von Anonymous Hamburg viel Mühe gegeben - und hatten offenbar jede Menge Spaß, wenn zum Beispiel ein niedliches Datenpaket von fiesen Netzaufsehern verprügelt wird. So polemisch die Bilder, so ernsthaft tragen die Sprecher ihr Anliegen vor.

Ausgehend von einfachen Fragen - warum sollte den Zuschauer das interessieren, was geht ihn das an, was genau heißt das jetzt - erklären die Aktivisten ihre Sicht auf das Streitthema Netzneutralität. In der langen Version dauert die Erklärgeschichte neun Minuten, die kurze bringt es immer noch auf knapp fünf.

Die Argumente der Provider für Diensteklassen, also warum sie bestimmte Daten bevorzugt behandeln wollen, lassen die Anonymous-Anhänger nicht gelten: Sie werben mit dem Film für ein offenes Kommunikationsnetz, gegen das Herumschnüffeln in Daten und gegen Diskriminierung.

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15 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
briandehalma 27.09.2013
marvelousgenki 27.09.2013
kaynchill 27.09.2013
bugmenot1984 27.09.2013
bugmenot1984 27.09.2013
lores 27.09.2013
Thomas Mayer 27.09.2013
spmc-125105772110031 27.09.2013
mr.ious 27.09.2013
petemk 27.09.2013
mr.ious 27.09.2013
spon-facebook-10000181097 27.09.2013
mr.ious 27.09.2013
bugmenot1984 27.09.2013
Ookami 29.09.2013
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Netzneutralität - Gleiches Recht für alle Daten
Wofür steht Netzneutralität?

Ob YouTube-Video oder Nachrichten von SPIEGEL ONLINE, ob World of Warcraft oder BitTorrent: Neutrale Netze leiten alle Inhalte durch, ohne nach der Herkunft der Datenpakete zu fragen. Die Netzbetreiber, darunter vor allem die großen Telekommunikationsunternehmen, kontrollieren nicht, welche Inhalte unterwegs sind. Ebenso wenig bremsen sie bestimmte Daten aus - etwa Filme aus Tauschbörsen, die oft mehrere Gigabyte groß sind.

dpa
Was spricht für Netzneutralität?

Befürworter sehen in neutralen Netzen eine Voraussetzung für den Wettbewerb - und der dient dem Verbraucher. Das wird an einem Negativ-Szenario deutlich: Was wäre etwa, wenn ein Provider mit einem Online-Kaufhaus kooperiert und dessen Konkurrenten ausbremst? Oder wenn nur eine Suchmaschine zugelassen wäre? Außerdem gilt das Prinzip als Garant für Innovationen. Weil die Kosten für ein digitales Kaufhaus, Blog oder Web-2.0-Portal vergleichsweise niedrig sind, versuchen Jahr für Jahr Tausende Unternehmer ihr Glück. Viele scheitern, einige schaffen es. Auch heutige Größen wie Google, Amazon und Facebook fingen klein an.

dpa
Warum gibt es Bedenken?

Der Verkehr auf der Datenautobahn wächst durch Videos, Internet-TV und das Telefonieren im Netz (VoIP) rasant - so sehr, dass es ohne Regulierung bald einen Mega-Stau geben könnte. Schon heute betreiben Telekom, Vodafone und andere daher ein Netzwerkmanagement, um die verfügbare Bandbreite sinnvoll zu nutzen.

dpa
Wer ist gegen Netzneutralität?

Vor allem die Netzbetreiber fordern eine Abkehr vom Prinzip in seiner Reinform. Ihr Argument: Wer die Leitungen besonders stark in Anspruch nimmt, soll auch mehr zahlen. Bei der Deutschen Telekom und dem spanischen Pendant Telefónica ist etwa zu hören, dass sie beispielsweise den Internet-Giganten Google gerne zur Kasse bitten würden. Darüber hinaus böten sich ihnen neue Geschäftsmodelle, etwa durch differenzierte Tarife: Nutzer, die große Datenmengen saugen, zahlen mehr als Gelegenheitssurfer.

dpa
Gibt es schon nicht neutrale Netze?

Aber sicher: Das Paradebeispiel sind die Mobilfunknetze. So blockieren etliche Anbieter den Dienst Skype oder verlangen dafür einen Zuschlag - die Software für Internet-Telefonie schadet dem eigenen Geschäftsmodell.

dpa

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