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Angeklickt Dieser Agent will nur das Eine

Angeblicher NSA-Agent: Telefone abhören, Grundrechte wegrappen Zur Großansicht
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Angeblicher NSA-Agent: Telefone abhören, Grundrechte wegrappen

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Im Netz gibt es viele Reaktionen zum Überwachungsskandal der NSA - aber keine hat bisher so geschmeidig geklungen wie diese. In dem Song "Tap It" will ein rappender NSA-Agent nur das Eine: ihre E-Mails.

Ein schwarzer Mercedes fährt in Zeitlupe eine Straße entlang, darin ein junger Mann mit Anzug und schwarzer Sonnenbrille. Selbstbewusst schaut er in die Kamera, langsame R'n'B-Beats erklingen, und er beginnt mit sanfter Stimme zu rappen: "You see me rolling around in a black Mercedes / cruising around town and it's packed with ladies / Gotta keep it going yeah I'm roaming the map / No I never stop until I find something to tap."

Dann fällt sein Blick auf eine hübsche Blondine, die auf einer Parkbank mit ihrem Handy spielt. "Oh yeah", kommentiert der Mann den Anblick. Doch der Agent ist weniger an der Frau als viel mehr an ihrem Smartphone interessiert. "To tap something" hat im Englischen nämlich zwei Bedeutungen: Einmal kann es heißen, mit jemanden eine Liebelei zu haben, es kann aber auch bedeuten, etwas anzuzapfen, ein Telefon etwa.

Der Agent in dem Video jedenfalls lässt an seinen Absichten keinen Zweifel. Ob Nokia oder iPhone, ob Facebook oder Gmail - wählerisch ist er nicht. "Wenn es einen An- und Ausschaltknopf hat, werde ich es überwachen", singt er.

Seit Freitag steht das Video zu "Tap It: The NSA Slow Jam" im Netz. Bei YouTube ist es seitdem über 50.000-mal geklickt worden. Hinter dem Track stecken die Macher des US-Magazins "Reason". Seit einigen Jahren produzieren die Macher des libertären Blattes nicht nur Nachrichten und Analysen, sondern gelegentlich auch satirische Inhalte. In diesem Fall mit einem Comedian namens Remy.

Kritik an der Überwachung lässt Remy als cooler NSA-Agent an der Überwachung nicht zu. Gegner, die Prism als verfassungswidrig bezeichnen, stellt er mit Verweis auf ihren eigenen Suchverlauf bei Google - wie war das mit der Bildersuche zu Justin Bieber? - ruhig. Überhaupt sollen sich die Menschen mal nicht so anstellen. Bürgerrechte seien doch in heutigen Zeiten völlig überbewertet.

Und Überwachung habe ja auch ihre gute Seite. Denn wenn du das nächste Mal nachts wach liegst und mit deinem Handy im Internet surfst, lass mich dir versichern, Girl, du bist nicht allein. Wem das nicht passt, so der Agent, der könne seinen Gefühlen ja in einer SMS an sich selbst Ausdruck verleihen.

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