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Facebook-Chronologie: Oben links das erste Profil überhaupt, Mark Zuckerberg Zur Großansicht

Facebook-Chronologie: Oben links das erste Profil überhaupt, Mark Zuckerberg

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1,15 Milliarden aktive Nutzer hat Facebook derzeit nach eigenen Angaben. In welcher Reihenfolge sich all diese Menschen bei dem Netzwerk angemeldet haben, zeigt die Website The Faces of Facebook. Das Prinzip ist genial einfach: Wer sich einloggt, sieht, wer von seinen Freunden als erster bei Facebook war.

Wer sich nicht einloggt, kann sich mit einem Mausklick Dutzende Profilfotos von Facebook-Nutzern auf der ganzen Welt zeigen lassen. Man muss nur einmal irgendwo in das große statische Bild auf der Seite klicken, dann werden die Profilfotos in chronologischer Reihenfolge nach Anmeldung abgerufen und durchnummeriert angezeigt: Animefiguren, asiatische Teenager, ältere, beleibte Herren bei McDonalds, junge Damen mit falschem Schnurrbart, geschniegelte Paare. Ein Bilderteppich, bei dem die Porträtierten nur verbindet, dass sie etwa zur selben Zeit bei Facebook Mitglied wurden. Ihre Nachbarschaft liegt allein im Zeitpunkt ihrer Anmeldung begründet.

Facebook-Momentaufnahme: Einzige Gemeinsamkeit ist der Zeitpunkt der Anmeldung Zur Großansicht

Facebook-Momentaufnahme: Einzige Gemeinsamkeit ist der Zeitpunkt der Anmeldung

Es sind eingefrorene Momentaufnahmen des vernetzten Teils Menschheit. Programmiert hat das Kunstwerk die argentinische Entwicklerin Natalia Rojas. Sie beschreibt das Projekt auf der Website so:

"Hier sind wir, alle durcheinandergewürfelt: Große Familien, Frauen in Burkas, viele Leo Messis, Menschen die für die Homoehe oder r4bia [Unterstützer der Muslimbrüder] eintreten, Chihuahuas, indische Götter, Touristen, die den schiefen Turm von Pisa stützten."

Zur chronologischen Auflistung der Profile orientiert sich Rojas' Software an der eindeutigen Profilkennnummer. Die vergibt Facebook automatisch bei jeder Anmeldung, je größer die Nummer, desto neuer ist da Profil. Facebooks Zählung beginnt mit Nummer 4 - unter dieser Kennnummer ist Mark Zuckerberg zu finden. Die Profile 1 bis 3 wurden als reine Testzugänge angelegt. Facebook-Mitgründer Dustin Moskovitz (Profilnummer 6) erklärt: "Mark hat nur drei Anläufe gebraucht, um die Bugs zu beseitigen."

70 Gigabyte Prodildaten

Rojas' Software hat eine Datenbank aller Profil-IDs samt der zugehörigen Profilfotos gezogen- beides ist öffentlich abrufbar, ebenso wie die Namen der Nutzer. Rojas' Datenbank ist derzeit gut 70 Gigabyte groß, aus diesen Profil-IDs errechnet die Website die Abfolge von Porträts in dem aufgerufenen Zeitraum. Rojas ist es gelungen, die Seite ohne Facebooks Hilfe aufzubauen. Sie hatte keinen besonderen Zugriff, verwendet wurden nur die öffentlich zugänglichen Daten. Wenn man sich in die Bilderwand hineinzoomt, lädt der eigene Browser die entsprechenden Profilbilder von Facebook. Zentral gesammelt sind sie nicht - da würde Rojas' Website vermutlich auch sehr schnell wegen übermäßiger Abfragen von Facebook blockiert werden.

Dass man nur echte, interessante Profilfotos zu sehen bekommen, egal wie oft man die Seite aufruft, ist einem besonderen Filter zu verdanken, den Rojas eingebaut hat. Sie berichtet:

"Das ist der eigentliche, große Trick bei dieser Website: Es sind nur die IDs in der Datenbank, zu denen auch ein Foto gehört statt der Platzhalter-Silhouette. Facebook hat mehr als 100 Billionen Profil-IDs, aber nur 1,3 Milliarden Profile mit Fotos."

Bei etwa 7,1 Milliarden Erdbewohnern kein schlechter Schnitt.

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9 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
secondselection 30.09.2013
killbrain 30.09.2013
killbrain 30.09.2013
einfallsreichtum 30.09.2013
cincinna 30.09.2013
zaam 30.09.2013
jcsahnwaldt 30.09.2013
daten.waesche@gmail.com 01.10.2013
tommy63 01.10.2013

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