Angriff auf die Esa: Hacker knackt Server bei Weltraumagentur

Eindringlinge im Esa-Netz: Die europäische Weltraumorganisation bestätigt einen erfolgreichen Angriff auf einige ihrer Server. Ein rumänischer Hacker veröffentlichte Passwörter und Datenbank-Details. Alles nicht so schlimm, behauptet die Esa.

Kontrollzentrum der European Space Agency in Darmstadt: Hacker knackt ESA-Server Zur Großansicht
DDP

Kontrollzentrum der European Space Agency in Darmstadt: Hacker knackt ESA-Server

Nun steht alles im Netz: Passwörter für verschiedene Datenbanken der europäischen Weltraumagentur Esa, Logins für Zugänge zum Redaktionssystem und Details zu Datentransfer-Konten für das FTP-Protokoll sowie die E-Mail-Adressen und Passwörter vieler Mitarbeiter bei der Esa selbst, aber auch bei Zulieferern und Forschungseinrichtungen.

Veröffentlicht hat die Details ein Hacker, der sich TinKode nennt und nach eigenen Angaben in Rumänien lebt ("ein schönes Land in Osteuropa"). TinKode hat der Esa parallel zur Veröffentlichung der Daten einen Hinweis auf die Sicherheitslücken zukommen lassen. Ein Esa-Sprecher bestätigte dem britischen Fachdienst " The Register" den Vorfall.

Der Esa-Sprecher spielt die Bedeutung des Angriffs herunter. Bei den betroffenen Servern handele es sich nicht um besonders sensible Infrastruktur, die Rechner seien nur zum Austausch von Daten aus Forschungsprojekten genutzt worden: "Unsere Haupt-Website war nicht betroffen, der Angriff hatte keine Auswirkungen auf unser internes Netzwerk."

Dennoch hat die Esa als Reaktion sämtliche FTP-Server vom Netz genommen. Welche Sicherheitslücke den Hack ermöglicht hat, verrät die Esa ebenso wenig wie TinKode.

Zuletzt hatte TinKode im November 2010 mit einem Hack des Web-Angebots der britischen Marine Aufsehen erregt. Damals hatte der IT-Sicherheitsdienstleister Sophos in seinem Blog kommentiert, man könne TinKode dankbar für sein Vorgehen sein: "Wenn jemand mit mehr Böswilligkeit die Site gehackt hätte, hätte er die Sicherheitslücke zum Verbreiten von Trojanern über die Marine-Seite ausnutzten können."

lis

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Kann man nur noch zur Kenntnis nehmen...
Silosis 19.04.2011
Zitat von sysopEindringlinge im ESA-Netz: Die europäische Weltraumorganisation bestätigt einen erfolgreichen Angriff auf einige ihrer Server. Ein rumänischer Hacker veröffentlichte Passwörter und Datenbank-Details. Alles nicht so schlimm, behauptet die ESA. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,757887,00.html
Am Ende des Artikels ergeht die Aufforderung über diesen Artikel ( gemeint ist wohl dessen Botschaft ) zu diskutieren Freuned : Da gibt es nichts weiter zu reden. Es ist so und man kann es dann eben nur noch zur Kenntnis nehmen. Was soll eine Diskussion denn da be-wirken ?
2. Die guten Hacker sieht man nicht!
maros 19.04.2011
Jaja, alles nicht so schlimm. Nur Systeme niederer Relevanz betroffen. Blah blah. Den Verantwortlichen ist wohl nicht bewusst, dass die guten Hacker jahrelang durch ihre Backdoors ein und aus spazieren und die vorgefundene Infrastruktur einfach für ihre Zwecke benutzen. Selten wird die Lücke bekannt gemacht. Sie wird genutzt. Zum Weiterhangeln oder zur simplen Werksspionage. Schludrig verwaltete Infrastrukturen nebst ihren Betreuern bekommen meist überhauptnichts davon mit. Jahrelang! Und so lange man sich zu schade ist, ein effektives IDS parallel ans Netz zu hängen und sich mal anzuschauen, was überhaupt so alles über die Kabel läuft, bleibt das auch so. Täte ja Geld, Zeit, Arbeit kosten.
3. Pünktlich zum Kick-Off ...
fred_krug 19.04.2011
... der verstärkten Zusammenarbeit für Cybersicherheit in Europa... Siehe Speech/11/275 von Neelie Kroes (Zive-Präsident der Europäischen Kommission) mit dem Titel "Working together to strengthen cyber-security" - vom 15. April 2011 http://ec.europa.eu/information_society/newsroom/cf/itemdetail.cfm?item_id=6887&utm_campaign=isp&utm_medium=rss&utm_source=newsroom&utm_content=type-news Schelm, wer Böses dabei denkt ...
4. Der Hacker ist kriminell
exmp 19.04.2011
... und nicht die Esa hat irgendetwas falsch gemacht. In derartigen Artikeln schwingt immer mit, dass man noch dankbar sein sollte, dass ein Hacker (diese Teufelskerle!) Sicherheitslücken entdeckt hat. Diese Lücken wird es immer geben, genauso wie man ein Haus nicht komplett einbruchssicher machen kann. Der Hacker ist kriminell, hat auf fremden Servern nichts verloren und gehört dafür rechtlich zur Verantwortung gezogen. Das wäre ja so, als würde mitten in der Nacht ein Einbrecher am Bett stehen und sagen: "Seien Sie froh, dass ich Sie auf Ihre Sicherheitslücken in Ihrem Haus aufmerksam mache." Typisch für unsere Internet-Zeit ohne Rechtsbewusstsein, wo jeder das geistiges Eigentum eines anderen verwenden will - ohne Rücksicht auf Urheberrechte.
5. Hier könnte IHR Titel stehen!
Onkel Uwe 19.04.2011
Zitat von exmp... und nicht die Esa hat irgendetwas falsch gemacht. In derartigen Artikeln schwingt immer mit, dass man noch dankbar sein sollte, dass ein Hacker (diese Teufelskerle!) Sicherheitslücken entdeckt hat. Diese Lücken wird es immer geben, genauso wie man ein Haus nicht komplett einbruchssicher machen kann. Der Hacker ist kriminell, hat auf fremden Servern nichts verloren und gehört dafür rechtlich zur Verantwortung gezogen. Das wäre ja so, als würde mitten in der Nacht ein Einbrecher am Bett stehen und sagen: "Seien Sie froh, dass ich Sie auf Ihre Sicherheitslücken in Ihrem Haus aufmerksam mache." Typisch für unsere Internet-Zeit ohne Rechtsbewusstsein, wo jeder das geistiges Eigentum eines anderen verwenden will - ohne Rücksicht auf Urheberrechte.
Sie würden also lieber nicht gewarnt werden, sondern gleich bestohlen, erschlagen oder beides? Schön für Sie, ich nicht! Die Personen, welche in dem Bestreben, Netzwerke sicherer zu machen, solches durchführen und dann tatsächlich nur das Ziel über die Lücke informieren, sollte man nicht voreilig kriminalisieren, da man sonst vielleicht ein sehr nützliches Frühwarnsystem verliert. Ich gebe Ihnen nur in so weit recht, dass die wohl auch geschehene Freigabe von Informationen an einen grösseren Kreis in diesem Zusammenhang zumindestens fragwürdig ist. Aber aus Sicht der Firmen kann ich sehr wohl verstehen, dass sie für diese Variante immer noch dankbarer sind, als wenn sie mal durch einen echten Ernstfall auf eine Lücke gestossen werden, welche sie dann noch aufwändig selbst identifizieren müssten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Web
RSS
alles zum Thema Esa
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 8 Kommentare
Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

Fotostrecke
Esa: Raumfahrt in der Wirtschaftskrise
Interaktive Grafik


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.