Hackerattacke: Angriff auf Apple lief über iPhone-Forum

Ausdruck eines Sad-Mac-Icons: Auch Apple-Mitarbeiter wurde Opfer von Hackerangriffen Zur Großansicht
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Ausdruck eines Sad-Mac-Icons: Auch Apple-Mitarbeiter wurde Opfer von Hackerangriffen

Wer sind die Hacker, und wie haben sie das geschafft? Unbekannte schleusten Schnüffelprogramme auf Rechner von Apple- und Facebook-Mitarbeitern. US-Ermittler vermuten Cyber-Kriminelle hinter dem Angriff. Die Täter haben ein beliebtes Forum für iPhone-Entwickler als Trojaner genutzt.

Erst Facebook, dann Apple: Bei zwei der ganz großen US-Konzerne tauchten in den vergangenen sieben Tagen Schadprogramme auf. Langsam wird klarer, wie der Angriff erfolgte und woher er kam. Experten vermuten Täter aus Osteuropa, meldet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Nicht namentlich genannte Ermittler geben an, sie würden hinter den Angriffen eine kriminelle Cyber-Gang aus Russland oder Osteuropa vermuten.

Zumindest einer der Server, von denen die Angriffe ausgingen, habe in der Ukraine geortet werden können. Weitere Beweise sollen auf einen kriminellen Hintergrund hindeuten. Die Ermittler schließen aus, dass hinter den Angriffen staatliche Akteure (zum Beispiel aus China) standen. Ziel der Täter sei es wohl gewesen, Firmengeheimnisse zu erbeuten.

Angriff auf alle

Die Methode, der sich die Kriminellen dabei bedienten, ist eine seit Jahren gängige. Sie haben auf einer populären Website Schadsoftware eingeschleust. Betroffen war iPhone Dev SDK, ein Forum für iPhone-Entwickler. Wenn Nutzer diese Seite aufriefen, wurden ihre Rechner infiziert. Allerdings nicht in allen Fällen. Der Schädling übernahm den Computer nur, wenn eine bestimmte Version von Oracles Java-Software installiert war, die eine Sicherheitslücke enthielt. Experten nennen so eine Infektion einen Drive-by-Angriff - man muss nichts anklicken, sondern nur die präparierte Website aufrufen.

Die Zahl der Betroffenen dürfte sich in Grenzen gehalten haben, weil die Java-Lücke nicht auf jedem Computer anzutreffen ist. In einer Stellungnahme wies Apple darauf hin, dass Mac-Computer ohne Java ausgeliefert werden. Werde die Software vom Anwender nachinstalliert, würde das System sie nach 35 Tagen Inaktivität automatisch deinstallieren. Dass Apple nicht viel von Java hält, wird jedenfalls deutlich klar.

Umso erstaunlicher ist, dass dann doch einige Apple-Mitarbeiter ihre Dienst-Laptops mit dem Schädling infizierten. Doch auch das stelle kein ernstes Problem dar, wiegelt der Konzern ab. Die betroffenen Notebooks seien vom Firmennetz isoliert worden, es gebe keinen Hinweise auf einen erfolgreichen Datendiebstahl.

Der unschuldige Helfer erfuhr es zuletzt

Der erfolgreiche Angriff trifft wohl das iPhone-Entwickler-Forum am härtesten. Die Webseite Business Insider beispielsweise betitelte einen Artikel zu den Vorgängen mit der Überschrift: "Sie werden nicht glauben, dass diese harmlos aussehende Seite geholfen hat, Apple und Facebook zu hacken".

Betreiber John Herman äußerte sich umgehend zu den Vorwürfen und erklärte, er sei erst am 20. Februar darüber informiert worden, dass seine Seite für den Angriff missbraucht worden sei. Demnach sei ein Adminstratoren-Account bei dem Dienstleister, der seine Seite hostet, von den Angreifern kompromittiert worden. Mit den Zugangsdaten dieses Accounts hätten die Angreifer den Schadcode in seine Seite einbauen können.

Am 30. Januar hätten die Hacker ihre Aktivitäten auf seiner Seite eingestellt. Trotzdem weist Herman seine Nutzer jetzt mit einem großen Hinweis über seiner Seite auf den Angriff und die Sicherheitslücke hin und hat zur Sicherheit die Passworte aller Nutzer zurückgesetzt.

Unklar ist allerdings noch, weshalb Herman erst so spät und nur aus der Presse davon erfuhr, dass seine Seite zum Vehikel für einen Trojaner geworden war. Schließlich hatte Facebook den Angriff schon eine Woche zuvor gemeldet.

mak

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insgesamt 19 Beiträge
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1.
totalmayhem 21.02.2013
Das sollte den Fanboyz, die immer rumtoenen, dass ihr Apple nicht von Viren befallen wird, zu denken geben. ;)
2. wo ist der Hinweis auf China?
hinzkunz001 21.02.2013
Zitat von sysopREUTERSWer sind die Hacker und wie haben sie das geschafft? Unbekannte schleusten Schnüffelprogramme auf Rechner von Apple- und Facebookmitarbeitern. US-Ermittler vermuten Cyberkriminelle hinter dem Angriff. Die Täter haben ein beliebtes Forum für iPhone-Entwickler als Trojaner genutzt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/angriffe-auf-apple-und-facebook-osteuropaeische-hacker-unter-verdacht-a-884678.html
der fehlt, Osteuropaeische hacker is doch schon out.
3. optional
asmcoder 21.02.2013
---Zitat--- Werde die Software vom Anwender nachinstalliert, würde das System sie nach 35 Tagen Inaktivität automatisch deinstallieren. ---Zitatende--- Wow. Würde mich ja ärgern, so bervormundet zu werden. Auch wenn es gerechtfertigt ist.
4. Java wird nicht automatisch deinstalliert!
yab 21.02.2013
Zitat von asmcoderWow. Würde mich ja ärgern, so bervormundet zu werden. Auch wenn es gerechtfertigt ist.
Nachinstalliertes Java wird nicht automatisch deinstalliert, sondern bei längerer Nichtbenutzung nur DEAKTIVIERT (kann also mit einem Mausklick wieder angeknipst werden). Zusätzlich wurde von Apple gestern ein 'Java Malware Removal Tool' bereitgestellt, was die Java Malware (aber nicht Java selbst) entfernt. Da hat der Redakteur wohl was durcheinander gebracht.
5.
Andreas Krischer 21.02.2013
Nur weil ein für den Angriff verwendeter Server aus der Ukraine stammt, wurde der Angriff doch noch lange nicht aus der Ukraine ausgeführt! Proxy?
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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