Anklage Sasser-Autor drohen fünf Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft Verden hat Anklage gegen Sven J., den 18-jährigen Autor des "Sasser"-Wurmes, erhoben. Das die "Lsass"-Sicherheitslücke von Windows ausnutzende Virus befiel weltweit mehrere Millionen Computer.


[M] DPA

Alles ist steigerungsfähig, glaubt man bei Trend Micro: Jahr für Jahr steigen die durch Computerviren verursachten Kosten. Im letzten Jahr, schätzen die Experten, verursachten Cybervandalen und -kriminelle weltweit Schäden in einer Gesamthöhe von 55 Milliarden Dollar. In diesem Jahr dürfte das mehr werden, glauben sie - nicht zuletzt dank "Sasser".

Der Wurm gilt als einer der effektivsten, der je geschrieben wurde: Binnen weniger Tage ließ Sasser im Mai Windowsrechner rund um den Globus in die Knie gehen. Wie viele, weiß wohl kein Mensch. Dass es eine Zahl in zweistelliger Millionenhöhe war, bezweifelt dagegen niemand.

Die Schadenssumme, die man daraus irgendwann errechnen wird, hat den Charakter einer Schätzung des verursachten Ärgers: IT-Sicherheitsunternehmen sehen Sasser als ärgerlich und weit verbreitet, aber mit geringem Schadpotenzial - Sasser lässt sich in der Regel mit einigem Aufwand wieder entfernen.

Berühmt-berüchtigt: Sasser, eine der Top-Karten im "Virenquartett"

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Das Virus zwang befallene Rechner zur Selbstabschaltung und machte sie so unbrauchbar. In Behörden und Unternehmen ergibt sich daraus ein konkreter, nicht unerheblicher Schaden durch Produktivitätseinbußen, Privatanwendern stahl Sasser dagegen vor allem Zeit und Nerven - das allerdings nicht zu knapp.

Programmiert hatte den Schädling (und einige Varianten) der erst 18-jährige Sven J. Er setzte mit seinem Virus einen ersten bösartigen "Exploit" der seit längerem bekannten Lsass-Sicherheitslücke in verschiedenen Windows-Betriebssystemen in die Welt.

Ärgerlich für die Betroffenen, hochgradig peinlich für Microsoft, erwies sich doch ausgerechnet das bis dahin als bequem und sicher geltende Windows XP als wahrer Virensammler. Sasser wurde nicht per E-Mail verbreitet, sondern scannte das Internet nach offenen Ports in den Betriebssystemen Windows 2000 und XP. Zur Infektion reichte es, einfach nur online zu gehen - oft "schoss" Sasser die betroffenen Rechner binnen weniger Sekunden ab.

Datenkiller aus der Provinz: Elternhaus von Sven J. in Rotenburg
DDP

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Der Autor wurde nach knapp einer Woche durch Informationen von Microsoft gefasst, doch sein Machwerk ist weiter in der Welt: Noch immer gehört Sasser zu den meistverbreiteten Viren überhaupt. Bei Trend Micro belegen Sasser-Varianten die ersten beiden Plätze in den Top 10. In den nächsten Wochen jedoch sollte die Welle der Sasser- und anderer Lsass-Viren abebben: Das von Microsoft kürzlich veröffentlichte "Service Pack 2" schließt die berüchtigte Sicherheitslücke.

Jetzt muss sich Sven J. aus dem niedersächsischen Rotenburg vor Gericht für sein Virus verantworten. Die Anklage lautet auf Datenveränderung, Computersabotage und die Störung öffentlicher Betriebe, gab die Staatsanwaltschaft Verden bekannt. Das Strafmaß könnte im für ihn schlimmsten Fall empfindlich ausfallen: Allein auf Computersabotage stehen bis zu fünf Jahre Haft.



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