Anonymous: Acta-Gegner hacken Websites der US-Handelskommission

Anonymous-Aktivisten konnten offenbar mehrere Websites der US-Handelskommission FTC knacken. In mindestens zwei Fällen plazierten die Hacker auf den Seiten ein deutschsprachiges YouTube-Video, in dem auf brutale Art vor dem Copyright-Abkommen Acta gewarnt wird.

   Video auf der gehackten Website business.ftc.gov: Protest gegen Acta Zur Großansicht


Video auf der gehackten Website business.ftc.gov: Protest gegen Acta

Eine Gruppe aus dem Umfeld des Web-Kollektivs Anonymous hat offenbar mehrere Websites der US-Handelskommission FTC gehackt. In einer Mitteilung erklärten die Unbekannten, man sei zur Tat geschritten, um gegen das Urheberrechtsabkommen Acta zu protestieren. Sieben Websites sollen demnach von der Attacke betroffen sein, die Hauptseite der FTC ist allerdings nicht darunter.

Die Websites waren am Freitagmittag nicht erreichbar. Eine Kopie der Seite business.ftc.gov im Google-Cache zeigte die bereits erwähnte Mitteilung von Anitsec sowie ein äußerst blutrünstiges, deutschsprachiges YouTube-Video, in dem ein Sondereinsatzkommando mit Waffengewalt gegen vermeintliche Raubkopierer vorgeht. Die "Washington Post" berichtet, das Video sei noch auf einer weiteren gehackten Seite, ncpw.gov, zu sehen gewesen.

In der Mitteilung der Hacker sind Details zu dem Server aufgelistet, auf dem die FTC-Websites gespeichert gewesen sein soll. Auch die Log-in-Daten zu mehreren E-Mail-Konten sind offenbar darunter, allerdings liegen die Passwörter nicht im Klartext, sondern nur verschlüsselt vor.

Es ist bereits die zweite Attacke gegen die FTC in diesem Jahr. Im Januar hatte die Gruppe AntiSec die Seite OnGuardOnline.gov gehackt, um gegen die Copyright-Gesetze Sopa und Pipa zu protestieren. Die FTC war auf Anfrage der Nachrichtenagentur Associated Press am Freitagmorgen (US-Ortszeit) zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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1. Den fand ich besonders witzig:
yarx 17.02.2012
"If SOPA/PIPA/ACTA passes we will wage a relentless war against the corporate internet, destroying dozens upon dozens of government and company websites. As you are reading this we are amassing our allied armies of darkness, preparing boatloads of stolen booty for our next raid. We are sitting on hundreds of rooted servers getting ready to drop all your mysql dumps and mail spools. Your passwords? Your precious bank accounts? Even your online dating details?! You ain't even trying to step to this." Man mag von AntiSec und den anderen dieser Gruppen innerhalb von Anon halten was man will, aber für einen Lacher am Freitag sind sie immer gut!
2. ACTA => Totalüberwachung
abominog 18.02.2012
Wenn die Anonymität im World Wide Web nicht mehr gewährleistet sein sollte, dann wird das verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. Welche Konsequenzen? Nun, das kann man nicht so leicht extrapolieren und es wird von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. Enorm viele Faktoren spielen dabei eine signifikante Rolle, zum Beispiel die Stabilität, die Freiheit und auch das Recht. In letzter Zeit höre ich von immer mehr Leuten, dass sie in Zukunft sowohl auf Internet, als auch auf Telekommunikation verzichten werden, sobald ACTA durchgesetzt wurde. Und zwar nicht deswegen, weil diese Leute etwas zu befürchten oder zu verbergen haben, sondern weil der ganze Überwachungswahnsinn diese Leute auch so schon unerhört in ihrer Meinungsfreiheit einschränkt. Viele haben (völlig zurecht) Angst davor. Wir werden auch ohne ACTA, SOPA, PIPA, IPRED, ECHELON und VDS überwacht, wie sich das kaum noch jemand vorstellen kann. Derartige Manipulationen des Internets sind quasi nur noch die Süsskirsche auf der Sahnhaube des industriellen Superkuchens. Wer sich dagegen zur Wehr setzt, der ist ein Held, ein Aktivist und ein Bürgerrechtler! Wem dieses Thema gleichgültig ist, der hat offensichtlich noch überhaupt keine Ahnung, was da demnächst alles auf ihn zukommen könnte... Ein Beispiel? Gerne: Three strikes out > Three strikes (http://de.wikipedia.org/wiki/Three_strikes)
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