Erst Demonstrationen, nun Web-Vandalismus: Anhänger von Anonymous haben am Dienstagnachmittag nach eigenen Angaben die Websites des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbands kurzzeitig blockiert. Mit den massenhaften Abfragen protestierten sie gegen das umstrittene Acta-Abkommen.
Über einen Twitter-Account des Kollektivs hieß es: "markenverband.de & bdi.eu still down, killed with laz0rz. bundestag.de still up more FIRE." Über den Kurznachrichtendienst wurde ein Link verschickt, mit der Nutzer schon durch den Aufruf einer vorbereiteten Website an dem Angriff teilnehmen konnten, ohne ein spezielles Programm installieren zu müssen. Offenbar war auch die Website des Bundestags Ziel einer Denial-of-Service-Attacke, diese schien aber am Dienstagnachmittag durchgängig erreichbar gewesen zu sein.
Ein BDI-Sprecher wies diese Darstellung zurück. "Heute hat es bei uns eine geplante Downtime gegeben." Dabei sei ein Sicherheits-Update eingespielt worden. "Dies wurde von uns aktiv gesteuert." Die Website sei nicht durch massenhafte Abfragen lahmgelegt worden, so der Sprecher.
Der Hauptgeschäftsführer des BDI, Markus Kerber, hatte zuvor dem ZDF gesagt, eine Rolle Rückwärts bei Acta würde dem "Innovationsstandort Deutschland" schaden und ein fatales Signal nach Brüssel senden. Die Wirtschaftslobby setzt sich für das internationale Urheberrechtsabkommen ein.
Korrektur: Nach Angaben des BDI hat es keine massenhafte Abfrage gegeben. Die Überschrift wurde deswegen um "angeblich" ergänzt.
ore
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