Anonymous: Websites von BDI und Markenverband angeblich unter Beschuss

Aus Protest gegen Acta wollen Unbekannte die Websites des Bundesverbands der Deutschen Industrie und des Markenverbands am Dienstag zeitweise lahmgelegt haben. Auch die Website des Bundestags war im Visier von Anonymous.

Anonymous-Aktivistin in Griechenland: Protest gegen Acta Zur Großansicht
DPA

Anonymous-Aktivistin in Griechenland: Protest gegen Acta

Erst Demonstrationen, nun Web-Vandalismus: Anhänger von Anonymous haben am Dienstagnachmittag nach eigenen Angaben die Websites des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbands kurzzeitig blockiert. Mit den massenhaften Abfragen protestierten sie gegen das umstrittene Acta-Abkommen.

Über einen Twitter-Account des Kollektivs hieß es: "markenverband.de & bdi.eu still down, killed with laz0rz. bundestag.de still up more FIRE." Über den Kurznachrichtendienst wurde ein Link verschickt, mit der Nutzer schon durch den Aufruf einer vorbereiteten Website an dem Angriff teilnehmen konnten, ohne ein spezielles Programm installieren zu müssen. Offenbar war auch die Website des Bundestags Ziel einer Denial-of-Service-Attacke, diese schien aber am Dienstagnachmittag durchgängig erreichbar gewesen zu sein.

Ein BDI-Sprecher wies diese Darstellung zurück. "Heute hat es bei uns eine geplante Downtime gegeben." Dabei sei ein Sicherheits-Update eingespielt worden. "Dies wurde von uns aktiv gesteuert." Die Website sei nicht durch massenhafte Abfragen lahmgelegt worden, so der Sprecher.

Der Hauptgeschäftsführer des BDI, Markus Kerber, hatte zuvor dem ZDF gesagt, eine Rolle Rückwärts bei Acta würde dem "Innovationsstandort Deutschland" schaden und ein fatales Signal nach Brüssel senden. Die Wirtschaftslobby setzt sich für das internationale Urheberrechtsabkommen ein.

Korrektur: Nach Angaben des BDI hat es keine massenhafte Abfrage gegeben. Die Überschrift wurde deswegen um "angeblich" ergänzt.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Schutz vs Recht
gundi 14.02.2012
Gleich, wie ich die Aktionen von Anonymous betrachte, ACTA behandelt nicht primär den Schutz des Urheberrechts, vielmehr dienen die Urheber dieser Regelungen sich dem Verwertungsrechtsinhaber an. Hier wird bewusst mit Begriffen getäuscht, um die Akzeptanz für ein Gesetz zu erlangen, dessen Folgen kaum in voller Tragweite absehbar sind.
2.
singularität 14.02.2012
Zitat von sysopDer Hauptgeschäftsführer des BDI, Markus Kerber, hatte zuvor dem ZDF gesagt, eine Rolle Rückwärts bei Acta würde dem "Innovationsstandort Deutschland" schaden und ein fatales Signal nach Brüssel senden. Die Wirtschaftslobby setzt sich für das internationale Urheberrechtsabkommen ein.
Sitzt der Herr im Bundestag ? Wenn nicht, dann hat er das auch nicht zu entscheiden. Bleibt ihm nur sich wählen zu lassen oder sinnlose Pressemitteilungen zu veröffentlichen, die niemand liest oder seine Spezies entsprechend zu schmieren. Welche Variante die wahrscheinlichste ist, darf jeder selbst beurteilen. Im Moment noch öffentlich, zukünftig ... ach wer weiß das schon.
3. Guter Spruch
rotertraktor 14.02.2012
Der Spruch auf dem Plakat im Titelbild ist gut: Respect existence or expect resistance Ein passendes Motto für solch eine Bewegung. Ansonsten hat die DoS-Attacke nicht die Falschen getroffen. Wo ist der Gefällt-mir-Button?^^
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