Spam-Welle E-Mail-Konten von AOL-Nutzern gekapert

AOL-Kunden und deren Kontakte klagen seit Tagen über nervige Spam-Mails. Offenbar sind Kriminelle in das E-Mail-System des Konzerns eingedrungen und haben E-Mail-Daten und Adressbücher kopiert.

AOL-Logo: Kriminelle geben sich als AOL-Nutzer aus
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AOL-Logo: Kriminelle geben sich als AOL-Nutzer aus


Unbekannte sind offenbar in das E-Mail-System des Internetkonzerns AOL eingedrungen. Seither berichtet eine Vielzahl von AOL-Nutzern von einer Spam-Welle. E-Mail-Kontakte der betroffenen Nutzer melden etwa unter dem Hashtag #aolhacked auf Twitter, sie würden von den AOL-Adressen der Betroffenen eine Vielzahl von Spam-Nachrichten erhalten.

Die E-Mails enthalten Werbung für allerlei obskure Produkte. Offensichtlich war es Angreifern gelungen, die E-Mail-Adressen und Klarnamen der betroffenen AOL-Kunden zu erlangen. Dabei verwenden die Spammer allem Anschein nach nicht die AOL-Server für den Spam-Versand, wie "Heise online" berichtet.

Die Namen und Adressen der Opfer seien lediglich kopiert worden. Dabei scheinen die Cyber-Gauner auch an Daten längst aufgelöster Konten gekommen zu sein, denn manche Spam-Nachrichten werden von bereits vor Jahren gekündigten Adressen verschickt. Die Rechner der Opfer waren offenbar nicht kompromittiert worden. Es gibt zudem Berichte, dass die Passwörter einiger betroffener Accounts geändert wurden. Dadurch verlieren deren Besitzer den Zugang zu ihrem E-Mail-Konto.

Nachdem AOL frustrierte Nutzer zunächst nur mit einem Link zu einer Erklärseite über E-Mail-Spoofing abspeiste, gab der Konzern am Dienstag eine offizielle Stellungnahme ab. Darin hieß es, man habe die Einstellungen der Server so geändert, dass die widerrechtliche Verwendung von AOL-Adressen nun unterbunden werde.

meu



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insgesamt 9 Beiträge
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kritischerleser50 23.04.2014
1. Woche schon rum ?
Ist schon wieder eine Woche rum? Wieder mal wird uns gemeldet, dass "offenbar" (scheinbar das Modewort der Nachrichtenredakteure für "wir wissen nix, aber gehen damit raus") wieder mal Zugangsdaten geknackt wurden. So ihr Lieben: Dann mal wieder die wöchentlichen Artikel ranhängen: ALLE Passwörter ändern, auch in allen anderen Diensten... Und jetzt gibts dann sicher wieder die "Ratgeber für sichere Passwörter..."
tweet4fun 23.04.2014
2. So schnell vergeht die Zeit
Zitat von sysopAPAOL-Kunden und deren Kontakte klagen seit Tagen über nervige Spam-Mails. Offenbar sind Kriminelle in das E-Mail-System des Konzerns eingedrungen und haben E-Mail-Daten und Adressbücher kopiert. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/aol-angriff-unbekannte-nutzen-e-mail-konten-zum-spam-versand-a-965694.html
Mein erster Gedanke beim Lesen des Artikels war: Gibt es AOL tatsächlich noch? Nach kurzem Nachdenken wurde mir klar, daß die Benutzer von AOL wohl meistens keine andere Wahl haben, weil ihnen kein anderer Zugang zum Internet zur Verfügung steht als eine Telefonleitung. Es wird einem dabei bewußt, daß es immer noch Gebiete gibt, die keine moderne Infrastruktur haben. Die Hacker von AOL sind meiner Ansicht nach allerdings desperate Script-Kiddies, die nebenbei etwas Kohle machen wollen. Ernsthafte Spammer würden sich wohl kaum Gedanken über einen kleinen Nischen-ISP machen, der nur von einer sehr kleinen Minderheit benutzt wird.
fixmix 23.04.2014
3. AOL soll ein Internet-Konzern sein?
Sorry, da steht vielleicht irgendwo noch ein Server rum - dass der dann gleich einen Konzern ausmacht hätte ich nicht gedacht. Aber AOL wird's freuen, dass man die Firma in Deutschland noch für einen Konzern hält.
zappadong 23.04.2014
4. Provider?
Sicherlich gibt es AOL noch, aber zumindest in D. nicht mehr als Provider. Das ist doch so eine Art Portal. Und bei fast 6000 Beschäftigten und über 2 Mrd. Umsatz pro kann man wohl schon von einem Konzern sprechen. Ich habe da auch noch ein paar E-Mail-Konten, die sogar gelegentlich genutzt werden.
springfield 24.04.2014
5. Mail-Adressen sind noch ein Überbleibsel ...
Als AOL tatsächlich noch groß war. Meine Schwiegermutter war wie so viele betroffen, die aus Bequemlichkeit sich nie eine andere Mail-Adresse zugelegt haben. Jetzt durfte ich einen ganzen Abend ihre Kontakte informieren, dass ihr Account kompromitiert ist und nicht mehr genutzt wird. Sehr ärgerlich, dass der Anbieter so spät reagierte und dazu die Einstellungen es nicht zulassen, dass die Mails an die neue Adresse weitergeleitet werden. Das geht nur über Filterregeln in externen Clients. BTW: Unabhängig dem AOL-Hack scheinen Wirtschaft und Politik gefragt, das Internet wieder sicherer zu machen, denn viele verlieren langsam das Vertrauen in dieses an sich großartige Medium. Mein Schwiegermutter traut sich jetzt kaum noch ins Internet und auch meine Frau ist nach den Meldungen der letzten Wochen verunsichert.
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