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App Store: Apple blockiert Anti-Zensur-App in China

Apple-Kunden in Peking: Der US-Konzern schmeißt eine Anti-Zensur-App aus seinem chinesischen App Store Zur Großansicht
Getty Images

Apple-Kunden in Peking: Der US-Konzern schmeißt eine Anti-Zensur-App aus seinem chinesischen App Store

Kein freies Netz für chinesische iPhone-Nutzer: Mit der App "Open Door" konnten Chinesen Netzkontrollen der Regierung umgehen. Nun hat Apple das Programm aus seinem chinesischen App-Angebot verbannt. Laut Medienberichten erfüllte Apple damit den Wunsch chinesischer Zensoren.

Apple hat offenbar dem Druck chinesischer Zensurbehörden nachgegeben: Das US-Unternehmen hat eine App aus dem chinesischen iTunes-Store entfernt, mit deren Hilfe sich Netzsperren der Regierung umgehen ließen. Das berichtet der Rundfunksender "Radio Netherlands Worldwide". Die Anwendung heißt "Open Door" und verspricht in der Beschreibung, dass Websites mit mobilen iOS-Geräten "problemlos und komplett anonym" abgerufen werden können. "Open Door" leitet die Daten der Anwender über eigene Server, um Sperrzugriffe der Regierungsbehörden oder Telefonanbieter zu verhindern.

Bereits im Juli ist die App laut dem niederländischen Auslandsrundfunk aus dem chinesischen iTunes-Store verschwunden, während sie im deutschen iTunes-Store noch immer zu finden ist. Für viele iPhone- und iPad-Nutzer in China war die App eine Pforte zum freien Internet, sie soll mehrere hunderttausendmal installiert worden sein.

Im Gespräch mit "Radio Netherlands Worldwide" sagt ein chinesischer Student, er sei sehr enttäuscht: "So ziemlich die einzige Anwendung ist nun verschwunden, die ein freies Internet ohne Kontrolle zur Verfügung gestellt hat", sagt Wang. Er habe die App genutzt, um anonym im Netz zu surfen und im Kontakt mit seinen amerikanischen Freunden bei Facebook zu bleiben. Er habe die Anwendung beinahe allen Freunden empfohlen, "die bereit waren, sich gegen unfaire Zensur und Kontrolle im Internet zu wehren".

Der Chefentwickler der App, der anonym bleiben will, sagte dem Rundfunksender, dass die Anwendung mittlerweile 800.000-mal heruntergeladen worden sei. Ein Drittel der Downloads seien nach China gegangen. Bevor die App aus dem chinesischen App-Store entfernt wurde, hätten täglich bis zu 2000 Chinesen die App heruntergeladen.

In einer E-Mail an Apple beklagen sich die Entwickler darüber, dass ihr Programm aus dem chinesischen App-Store entfernt worden ist. Darin schreiben sie, es sei ihnen unklar, "wie eine simple Browser-Anwendung illegale Inhalte aufweisen könnte". Schließlich sei es die Entscheidung der Anwender, welche Seiten sie sich anschauen.

jbr

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1. Obwohl...
robert.c.jesse 04.10.2013
Seit 30 Jahren begeisteter APPLE User. Doch hier ist "Pfui" angebracht. Das Sie auch der NSA zugespielt haben ist genauso ekelig. Sorry Steve in Heaven, but serving Hell here on Earth is not nice.
2. ....
toledo 04.10.2013
Apple. . willfähriger Büttel und Erfüllungsgehilfe von Regierungen jedweder Couleur. . Widerlich, diese unterwürfige Haltung.
3.
co2lüge 04.10.2013
Zitat von sysopGetty ImagesKein freies Netz für chinesische iPhone-Nutzer: Mit der App Open Door konnten Chinesen Netzkontrollen der Regierung umgehen. Nun hat Apple das Programm aus seinem chinesischen App-Angebot verbannt. Laut Medienberichten erfüllte Apple damit den Wunsch chinesischer Zensoren . http://www.spiegel.de/netzwelt/web/app-store-apple-blockiert-anti-zensur-app-in-china-a-926070.html
Was für ein Interesse sollte Apple haben, dass die Sklavenarbeiter in China wissen für wieviel Geld in der westlichen Welt ein iPhone verkauft wird und wieviel Gewinn Apple damit macht.
4. Pack schlägt sich...
Marut 04.10.2013
Pack verträgt sich. Wo doch die Herstellung der iPhones in China einen so hohen Gewinn garantiert, denn wo sonst kann man denn noch Sklavenarbeit ganz offizielbekommen, da muß man auch schon ein bißchen bei der Zensur mithelfen. Als Technik-Sekte ist die Firma Apple ja auch weder Menschenrechten noch Demokratieidealen verpflichtet - hier zählt nur der Wille des Führers. Und warum kaufen noch so viele diese Geräte - sie sind ja nicht "alternativlos", um es auf Neudeutsch zu sagen.
5.
aga100 04.10.2013
Zitat von toledoApple. . willfähriger Büttel und Erfüllungsgehilfe von Regierungen jedweder Couleur. . Widerlich, diese unterwürfige Haltung.
Bin mir ganz sicher, dass auch Sie schon "Made in China" gekauft haben. Darf ich Sie Büttel nennen? Ansonsten richtet sich Apple halt nach den Landesgesetzen, wie jede andere Firma in jedem anderem Land auch. Wunderbare Demokratie und Freiheit in China einzuführen, ist nun wirklich nicht die Aufgabe einer Privatfirma!
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