Von Carolin Neumann
Apples Push-E-Mail-Service aus den Angeboten iCloud und MobileMe bleibt in Deutschland verboten. Das Landgericht Mannheim bestätigte am Freitag ein Urteil, wonach es Apple untersagt ist, eine solche Synchronisation von Nachrichten hierzulande anzubieten. Das Gericht gab damit einer Klage des Rivalen Motorola Mobility statt, Apple muss Schadenersatz zahlen. Die Höhe wurde vor Gericht nicht genannt.
Eine weitere Patententscheidung in dem Streit zum Thema Mobilfunkstandards trennten die Richter ab. Wann zu diesem Komplex ein Urteil fallen soll, sagte Richter Andreas Voß nicht. Apple und Motorola, aber auch Samsung und Apple liefern sich derzeit eine weltweite Justizschlacht um Mobilfunkpatente, die den Konzernen entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern.
Anwendern von iCloud Mail und MobileMe Mail bietet Apple auf seinen Support-Seiten eine Anleitung an, wie sie trotz des Urteils iPhone, iPad und iPod touch "weiterhin so konfigurieren [können], dass neue E-Mails automatisch im Hintergrund geladen werden". (mak/dapd)
Apple wehrt sich gegen Kartellvorwürfe
Zu Beginn der Woche hat das US-Justizministerium Kartellklage gegen Apple und fünf große Verlage eingereicht. Mit zwei Tagen Verspätung hat sich Apple nun öffentlich zu den Vorwürfen geäußert: "Nicht wahr" nennt Unternehmenssprecher Tom Neumayr auf "AllThingsD" die Anschuldigungen, der Konzern habe mit den Verlegern Preise für elektronische Bücher im iBookstore abgesprochen.
Neumayr preist stattdessen die veränderte Situation seit Apples Markteintritt: "Der Start des iBookstore 2010 hat Innovation und Wettbewerb gefördert und damit Amazons Monopol gebrochen", sagte der Sprecher weiter. So wie Software-Entwickler die Preise im App Store bestimmen könnten, erlaube man Verlagen, über Preise im iBookstore zu entscheiden.
Drei der fünf Verlagshäuser - HarperCollins, Hachette und Simon & Schuster - hatten bereits unmittelbar nach der Klage eine außergerichtliche Vereinbarung mit dem Justizministerium getroffen. Zwei Beklagte neben Apple geben sich nicht geschlagen. John Sargent, Chef des Verlagshauses Macmillan, erklärte, dass die Forderungen des Justizministeriums es für Amazon möglich gemacht hätten, ihre Monopolstellung wieder zu erlangen. Wie auch die Penguin Group verkündete, wollen sich Apple und die Publizisten vorerst nicht auf eine Einigung einlassen.
Wie auch aus den Presseerklärungen der Unternehmen hervorgeht, durchleuchteten die Wettbewerbshüter seit Monaten den Markt der E-Books und waren in Gesprächen mit den Verlegern. Sie sollen mit Apple die Preise für Titel abgesprochen haben. Bevor - wie Apple es formuliert - das Amazon-Monopol gebrochen wurde, hatte der Versandriese elektronische Bücher zu Kampfpreisen angeboten. Anders als in Deutschland gibt es in den USA keine Buchpreisbindung.
Boeing entwickelt super-sicheres Android-Smartphone
Boeing versucht sich in einem neuen Bereich: Laut einem Bericht des Fachmagazins "National Defense" plant der Luftfahrt- und Rüstungskonzern ein eigenes Smartphone. Das "Boeing Phone" (derzeit wohl eher noch ein Arbeitstitel) soll ein besonders sicheres Android-Gerät werden und Ende des Jahres auf den Markt kommen.
Zwar werde das Boeing-Modell preislich nicht für die breite Masse interessant sein, doch es soll günstiger sein als andere Hochsicherheitstelefone. Die würden laut Boeing-Entwickler Brian Palma bis zu 20.000 US-Dollar kosten. Er sieht einen deutlichen Bedarf an solchen Angeboten, sowohl im Bereich von staatlichen Stellen und der Landesverteidigung als auch im kommerziellen Bereich.
Flashback-Trojaner rückgängig
Wie angekündigt hat Apple ein Tool veröffentlicht, um den grassierenden "Flashback"-Trojaner zu erkennen und zu entfernen. Bislang mussten Mac-Nutzer dafür auf externe Mittel zurückgreifen; der Konzern reagierte erst spät mit einer eigenen Maßnahme und handelte sich damit einige Kritik ein.
Von mehreren Hunderttausenden befallenen Mac-Rechnern hatte das IT-Sicherheitsunternehmen Kaspersky am Montag berichtet. Seit dieser Bekanntgabe scheint die Zahl der infizierten Rechner allerdings bereits deutlich zurückgegangenen zu sein - noch bevor Apple die Lücke selbst stopfte. Der Sicherheitsanbieter Symantec spricht nun von nur noch 270.000 Macs, am 4. April seien es noch mehr als 600.000 gewesen.
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