Akku-Schutz für iPhone 8, 8 Plus und X Apple drosselt jetzt auch Vorjahresmodelle

Apple wurde 2017 hart dafür kritisiert, ältere iPhones unter Umständen zu drosseln. Nun werden auch iPhone 8, 8 Plus und X gebremst, wenn ihr Akku schwächelt. Und eine iPhone-Version wird ganz ausgemustert.

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Nun trifft es auch die iPhones aus dem Vorjahr: Apple zieht mit einem iOS-Update in den iPhones 8, 8 Plus und X die Leistungsbremse, wenn deren Akkuleistung nachlässt. Der Konzern hat am Mittwoch das Betriebssystem iOS 12.1 veröffentlicht, das nun auch die 2017er-Modelle mit der so genannten "Leistungsverwaltungsfunktion" versieht.

Dieser Schutzmechanismus soll verhindern, dass sich Geräte mit ausgelaugtem Akku bei Belastungsspitzen unerwartet abschalten. Auf Anfrage des SPIEGEL am Freitagmittag, ob auch die neuen Topmodelle iPhone XS und XS Max sowie das iPhone XR betroffen sind, hat Apple bisher nicht geantwortet.

Bereits im Vorjahr hatte Apple ältere iPhone-Modelle ausgebremst. Betroffen waren damals die 5er-, 6er- und 7er-Modelle. Die Drosselung hatte für viel Kritik und einige Klagen gesorgt, da Apple die Telefone heimlich langsamer gemacht hatte und die Kunden nur durch Zufall darauf gestoßen waren. Als Entschädigung senkte Apple den Preis für einen Akkutausch bei den betroffenen Geräten auf 30 Euro.

Apple wehrt sich nach wie vor gegen die Vorwürfe, dass die Smartphones langsamer gemacht würden, um neue Modelle zu verkaufen. Es gehe darum, auch Geräte mit schwachem Akku funktionsfähig zu halten, so die Begründung für die Bremse. Das Leistungsmanagement soll verhindern, dass ein ausgelaugter Akku plötzlich versagt, weil er nicht genügend Energie liefern kann. Im Hilfebereich bei Apple heißt es zudem, dass beim iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X "die Auswirkungen der Leistungsverwaltung möglicherweise weniger spürbar" seien.

Das iPhone 5 wird ausgemustert

Nutzer können die Leistungsverwaltung abschalten. Allerdings ist das nicht unbedingt ratsam und klappt auch erst dann, wenn das Telefon einmal aufgrund eines Akkuversagens abgestürzt ist und automatisch in den Drosselmodus gewechselt ist. Dann erscheint in den "Batteriezustand"-Einstellungen unter "Höchstleistungsfähigkeit" der Deaktivieren-Knopf. Wer die Funktion abschaltet, kann das nicht wieder rückgängig machen. Das Telefon wechselt erst beim nächsten unbeabsichtigten Absturz automatisch wieder in den Drosselmodus.

Wer die Leistung seines iPhones erhalten will, der ist mit einem Akkutausch immer noch am besten bedient. Wer allerdings den Akku für sein iPhone 5 tauschen möchte, für den stehen die Chancen seit dieser Woche deutlich schlechter. Apple hat das Telefon offiziell auf die Liste der ausgemusterten Produkte gesetzt. Außer in der Türkei und dem US-Staat Kalifornien, wo spezielle Gesetze gelten, erhalten Nutzer und Vertragspartner von Apple keine offiziellen Ersatzteile mehr für das Gerät.



insgesamt 26 Beiträge
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Onkel Drops 02.11.2018
1. damit sie auch morgen...
denken: wow is das neue iPhone schnell... what an innvention !?!? alle 2 Jahre neue Hardware kaufen, naja wers nötig hat ... etwas mittels Software drosseln heißt downgrade und hat mit update nix zu tun. lasst euch nich veräppeln...
sven2016 02.11.2018
2. Ehrlicher wäre gewesen,
die „alten“ Geräte für Reparaturen einfach freizugeben, um den kompetenten Reparaturbetrieben Zugang zu Ersatzteilen zu geben. Alles Andere ist der übliche Sowjetstil von Apple.
zeichenkette 02.11.2018
3. Die schlechte Presse könnte Apple sich ersparen
Einfach nicht drosseln und wenn die Geräte sich dann mit ausgelutschtem Akku ständig abschalten, wenn man sie fordert, einfach mit den Schultern zucken. Andere Hersteller machen das auch so und die Kunden wollen das ja offenbar nicht anders.
streckengeher 02.11.2018
4. Bei der Akkutausch-Entschuldigung trickst Apple
"Als Entschädigung senkte Apple den Preis für einen Akkutausch bei den betroffenen Geräten auf 30 Euro." Stimmt zwar. Aber wer mal versucht hat, das Angebot in Anspruch zu nehmen, kann das erleben, was man sonst eher bei Versicherungen erlebt: Es werden penibel Gründe gesucht, warum man den Service leider, leider nicht oder nur nur unter erschwerten Umständen nutzen kann. Im Fall eines iPhones in meiner Familie stellte der Support fest: Oh, ein U.S.-Gerät! Da kann der Akku nur getauscht werden, wenn man persönlich mit tagelang vorvereinbartem Termin im nächstgelegenen Apple Store erscheint. In meinem Fall wären das mehrere hundert Kilometer Fahrt, für die ich Urlaub nehmen müßte oder erst mitten in der Nacht wieder zurück wäre. Da fühlt man sich als Kunde doch mal richtig verappelt. Erst recht, wenn man als Kunde so ein Gerät zum Beispiel beim Refurb-Kauf bekommen kann, ohne um seine Herkunft zu wissen und die Konsequenzen zu ahnen, und weil die Forderung auch einfach zu blödsinnig ist - löst sich der Akku also nur aus dem Gerät, wenn ich persönlich danebenstehe? Das mag einleuchten, wem will. Ich bin eher der Meinung, dass das hochgradiger Bullshit ist und Appl einfach nicht zu seinem Wort stehen will. Als Kunde sollte mich eine solche Unterscheidung schließlich überhaupt nicht interessieren müssen. Nicht bei Apple und schon gar nicht, wenn das Angebot eine Entschuldigung sein soll.
DerDifferenzierteBlick 02.11.2018
5. Ich bin doch etwas erstaunt..
Bei mir hat bislang bei keinem meiner Smartphones der letzten 8 Jahre (alle Android) der Akku bei starker Forderung zu einem Abschalten des Gerätes geführt - obwohl die Akkus teilweise schon ziemlich alt und "ausgelutscht" waren. Und dieses Problem soll jetzt bei den extrem hochwertigen und nahezu perfekten Apple-Produkten (und zwar bei allen) so massiv sein, dass man sie per Software-Downgrade langsamer machen muss?? Mein letztes Android-Smartphone war übrigens anfangs nicht ganz so schnell wie mein gleich altes iPad - inzwischen ist es um ein Vielfaches (keine Übertreibung) schneller.
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