iPads, Smartphones, Waagen Liebe Leserin, lieber Leser,

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am Dienstag will Apple uns auf einen "field trip" mitnehmen - einen Schulausflug. So steht es in der Ankündigung des Frühlings-Events, das dieses Jahr in Chicago stattfinden und eher klein ausfallen wird. Nicht einmal einen Livestream wird es geben. Präsentiert werden möglicherweise speziell für Schüler, Lehrer und Studenten gedachte iPads samt Bildungssoftware. Der Markt ist umkämpft, neben Google mit den Chromebooks versucht auch Microsoft in Schulen und Unis, die Kunden von morgen an die eigene Technik zu gewöhnen.

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SPIEGEL ONLINE

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Megaviele Megapixel

Ebenfalls am Dienstag und mit viel Brimborium wird Huawei in Paris seine neuen Smartphones P20 Pro, P20 und P20 Lite vorstellen. Das P20 Pro soll eine Dreifachkamera haben: 40 Megapixel für Weitwinkelaufnahmen, dazu ein Telesensor mit acht Megapixeln sowie ein Monochromsensor mit 20 Megapixeln. Bei Saturn war schon, sofern es sich nicht um einen Platzhalter gehandelt hat, der Preis zu sehen: 899 Mega-Eu... Pardon - 899 Euro. Was es mit dem Megawahnsinn auf sich hat, erfahren sie am Dienstag auf SPIEGEL ONLINE.

Kaffee vom Roboter

Apropos Gadget: Ich war gerade in Tokio unterwegs und verspürte Lust auf einen Kaffee. Nun sind die Japaner gadgetverliebt, doch ein Robotercafé ist auch für japanische Verhältnisse ungewöhnlich. Im Einkaufsbezirk Shibuya eröffnete vor ein paar Wochen das erste Café, in dem ein Roboter das Heißgetränk zubereitet. Das "Henn na Café" liegt recht unscheinbar im Untergeschoss eines Einkaufscenters, die meisten Gäste haben zuvor davon gelesen. Ich fühlte mich an eine Recherche erinnert, in der es darum ging, wie uns Roboter die Arbeit wegnehmen.

Mitarbeiter gibt es an dem Kaffee-Ausschank konsequenterweise keine; Geschäftsführer Taiki Sato beaufsichtigt seinen Roboter höchstselbst und auch nur aus Interesse. Zuerst kauft man an einem Automaten einen Bon (skurrilerweise geht das nur mit Bargeld) und scannt den Beleg, dann nimmt der Roboterarm die Arbeit auf: Er tippt auf den Knopf einer handelsüblichen Melitta-Kaffeemaschine; ist die mit dem Cappuccino fertig, hebt der Roboter den Becher in einen Ausgabeschacht an der Theke.

Roboter-Café in Tokio
Martin U. Müller

Roboter-Café in Tokio

Auch ein Hotel der Firma gibt es im Nobel-Stadtteil Ginza bereits, acht weitere sollen demnächst in Japan hinzukommen. Der Check-in erfolgt per Automat, also ebenfalls ohne Mitarbeiter. Japan kämpft mit Arbeitskräftemangel durch die Überalterung der Gesellschaft. Zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 fehlen zudem 3000 Hotelzimmer. In Europa gibt es Hotels mit Roboter-Check-in übrigens auch schon. Doch wirklich gut funktionieren die noch nicht.

Fernverschrottung per Update

Digitale Güter können einem sehr schnell weggenommen werden, obwohl man sie ehrlich mit der eigenen Kreditkarte gekauft hat. Diese Erfahrung musste ich gerade mit meiner Körperwaage machen. Ich hatte mir die "Withings Body Cardio"-Waage gekauft. Auch und vor allem deshalb, weil sie an den Blutgefäßen der Füße die Pulswellengeschwindigkeit messen kann. Diese ist ein Indikator für die Gefäßgesundheit, und es war eine kleine Sensation, dass dies nun eine simple Waage bestimmen kann. Mittlerweile gehört Withings zu Nokia und von denen erreichte mich eine "wichtige Nachricht" zu meiner Waage per Mail: Man habe sich die Sache mit der Pulswellenmessung angesehen und entschieden, sie lieber abzuschalten. Offenbar benötige sie doch eine Zulassung der Behörden.

Zwei Tage Zeit gab man mir, dann sollte die Funktion per Fern-Update Geschichte sein. Der 30 Euro Einkaufsgutschein, den ich dafür bekam, tröstete mich wenig. Ich klemmte die Waage vom WLAN ab und verhinderte so die Möglichkeit eines ungewollten Software-Updates. Zwar ist die Waage jetzt nicht mehr mit meinem Smartphone verbunden und damit in Teilen nutzlos, aber die Pulswellengeschwindigkeit (oder das, was die Waage dafür hält) kann sie noch immer messen.

Seltsame Digitalwelt: "Legen Sie den Schlüssel unter die Fußmatte"

Ich hatte in München zu tun und wollte vom Flughafen mittels Carsharing zu meinem Termin fahren. Die Anmietung beim Anbieter Car2Go funktionierte problemlos, doch als ich losfahren wollte, streikte das Navigationssystem. Von meinem Handy auf dem Schoß ließ ich mich durch München lotsen.

Am Zielort angekommen, wollte ich den Smart verschließen und abgeben. Doch das ging nicht. Ich parkte um. Wieder keine Reaktion des Schließsystems. Ich rief die Hotline an. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Warteschleife ließ mich die Dame am anderen Ende der Leitung fast 20 Minuten lang verschiedene Lösungen durchprobieren, bevor sie schließlich aufgab: "Legen Sie den Schlüssel unter die Fußmatte auf der Fahrerseite und gehen Sie einfach. Wir kümmern uns."

Es schneite, ich war völlig durchnässt und kam viel zu spät zu meinem Termin. Meine Kollegin hingegen war pünktlich: Sie war mit der S-Bahn gefahren.

App der Woche: "Saltea"

getestet von Tobias Kirchner

TXinTXe

"Saltea" hilft dabei, eigene Rezepte festzuhalten und mit anderen zu teilen. Dafür kann man in der übersichtlichen App sowohl Zutaten, als auch die genaue Zubereitung eintragen. Anschließend können die eigenen Kreationen als Datei heruntergeladen oder an Freunde verschickt werden. Damit das Gericht gelingt, gibt es einen irtuellen Einkaufszettel, der direkt mit der Zutatenliste verbunden werden kann.

Gratis von der Firma TXinTXe, ohne In-App-Käufe: Android

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Benutzt hier jemand Slack? Vorsicht - der Chef könnte mitlesen, wenn er zahlt. Slack ist ein in Firmen beliebtes Kommunikationstool. Doch vielleicht sollte man sich überlegen, ob man künftig über eine unliebsame Aufgabe dort lästern möchte. Der Grund: Zuletzt änderte Slack die Regeln; nun ist es zahlenden Kunden unter Umständen möglich, alle Daten herunterzuladen - ohne die Mitglieder darüber zu informieren.

Google, wie andere Silicon-Valley-Konzerne bekannt für ganz eigene Moralvorstellungen, löscht offenbar Pornovideos, die auf dem Cloud-Laufwerk "Google Drive" abgelegt werden. Das verärgert Pornodarsteller.

Auch interne Kommunikation mit den Mitarbeitern wandelt sich. Das Medienhaus Axel Springer, bekannt für "Bild", "B.Z." oder "Welt", bringt Informationen per Podcast zu den Mitarbeitern. In den ersten beiden Folgen wird Vorstandschef Mathias Döpfner interviewt: Es geht um seine beiden Königspudel, neue Arbeitsformen und warum er keinen Computer mehr braucht. Alle Interessierten können den Podcast namens inside.pod über alle gängigen Podcastprogramme von Spotify bis Apple anhören.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche,

Martin U. Müller

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