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Versteigerung: Uralt-Apple soll eine halbe Million Dollar bringen

Apple I: Ein Computer als Versuchsanordnung Fotos
REUTERS

In New York steht ein Apple I zur Auktion, den Steve Jobs 1976 noch persönlich in der Garage seiner Eltern verkauft hat. Der Wert wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt - mindestens.

Was macht ein echter Computerfan, der sich zufällig am 11. Dezember in New York aufhält? Er schaut beim Auktionshaus Christie's im Rockefeller Center vorbei. Dort bietet sich die Gelegenheit, den angeblich letzten "überlebenden" Apple-I-Computer zu ersteigern, den Steve Jobs persönlich aus der Garage seiner Eltern heraus an eine Privatperson verkauft hat. Der "Ricketts' Apple-1 Personal Computer" wurde nach Charles Ricketts benannt, der dem Apple-Gründer den Rechner am 27. Juli 1976 in Los Altos für 600 Dollar abgekauft hat. Damals entsprach der Preis in den USA knapp drei durchschnittlichen Monatsmieten oder dem Fünftel des Preises eines Mittelklassewagens.

Der Apple I war das erste Computer-Modell der damals noch jungen Garagenfirma Apple; entwickelt hatte ihn Steve Jobs' Partner Steve Wozniak. Die technischen Daten lesen sich heute wie aus der Computer-Steinzeit: Wer das Gerät kaufte, bekam im Grunde einen Bausatz. So musste beispielsweise die Platine selbst in ein Gehäuse eingebaut werden. Im Inneren werkelte ein Rockwell International-Prozessor mit 1,23 Megahertz, der Arbeitsspeicher war vier Kilobyte groß, Daten und Programme wurden per Kassettenrekorder aufgespielt.

"Star Trek" funktioniert

Der nun angebotene Apple I soll immerhin noch vollständig funktionieren, schreibt Christie's in einer Pressemitteilung. Ein Experte habe den Rechner im Oktober gewartet, gestartet, darauf BASIC installiert und das Original-Apple-I-Spiel "Star Trek" gespielt. Zu dem Rechner gehören zwei Schecks, die den Kauf dokumentieren, darunter einer über 193 Dollar für "Software NA Programmed by Steve Jobs August 1976" - damals hat der Boss noch selbst programmiert.

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Der von Christie's angegebene Schätzwert für den Rechner liegt bei 400.000 bis 600.000 Dollar. Beobachter schätzen, dass die Kiste sogar mehr als eine Million Dollar erzielen könnte. Schließlich brachte erst vor knapp zwei Wochen ein Apple I den Rekordpreis von 905.000 Dollar ein.

Was bleibt einem echten Computerfan also übrig, dessen Weihnachts-Einkaufsbudget keine solchen Summe hergibt? Er kann die - teilweise womöglich von Mr. Jobs persönlich - handbestückte Platine als Teil des "Exceptional Sale" zumindest in einer Vitrine in New York besichtigen. Aber nur vom 5. bis zum 9. Dezember.

abr

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Sag' ich doch...
egon_kallinski 04.11.2014
Apple-Computer bringen eben die besten Preise am Gebrauchtmarkt. Das relativiert die Anschaffungskosten :-)
2. Legendenbildung
dieter_huber 04.11.2014
Dass Jobs gar nicht programmieren konnte und der Apple 1 und 2 ausschließlich Wozniaks Werke waren ist bei SPON offenbar noch nicht angekommen!?
3. 1/5 Wert eines PKW ?
manicmecanic 04.11.2014
Also billig waren Autos immer in den USA aber zu dem Preis gabs niemals einen Mittelklasseauto.
4. Doch, stimmt schon...
egon_kallinski 04.11.2014
Zitat von manicmecanicAlso billig waren Autos immer in den USA aber zu dem Preis gabs niemals einen Mittelklasseauto.
Ein damaliger Kollege von mir kaufte einen der ersten Apple II, die in Deutschland verfügbar waren. Der kostete damals inklusive einem Doppeldisklaufwerk und Monitor knapp 7.000 Mark. Ein VW-Golf konnte man für 9.000 DM beim Händler kaufen. Ähnliche Geräte, die später in den Handel kamen hatten das gleiche Preisniveau. Erst die Firmen Commodore und Sinclair boten wesentlich billigere Computer an.
5.
eherkritisch 04.11.2014
Europäern sollte die Geschichte von Commodore mehr wert sein als Apple.
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  • Andreas Brohme
    Gadgets, Apps, neue Technologien - der Hamburger Andreas Brohme schreibt seit über 20 Jahren über Neues aus Digitalien. In seiner Freizeit spielt er - ganz analog - vor allem Gitarre.
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