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18. Februar 2013, 17:03 Uhr

"Apple Shop"

iPhone-Besitzer halten Obstladen für Apple Store

Es reicht! Der Besitzer eines Obstladens in England benennt seinen "Apple Shop" in "Cider Shop" um. Er ist genervt von Anrufen verirrter iPhone-Besitzer, die von ihm Hilfe mit ihrem Apple-Gerät wollen. Der Obsthändler ist nicht der erste Unternehmer, dem Apples Marke Kummer macht.

24 Kundenanrufe in der Woche - andere Ladenbesitzer würden sich darüber freuen. Doch Geoff Fisher ist einfach nur genervt. Täglich rufen Menschen bei ihm an, die sich über kaputte iPhones oder iPads beschweren wollen. Fishers Laden im englischen Wroxham Barns heißt zwar "Apple Shop", doch Smartphones und Tablets verkauft er dort nicht. Stattdessen gibt es Saft und Wein aus Äpfeln. Damit ihn die Apple-Jünger endlich in Ruhe lassen, will Fisher seinen Laden nun umbenennen, erzählte er der BBC.

Angefangen hatte alles 2009, als im nahen Norwich eine Apple-Filiale eröffnet wurde. Norwich und Wroxham Barns haben die gleiche Vorwahl und so fanden viele Kunden im Telefonbuch zuerst Fishers Nummer, wenn sie einen "Apple Shop" suchten. Anfangs fand er die Beschwerden über kaputte iPods und heruntergefallene iPads noch amüsant, "aber manche Leute sind sehr unhöflich und knallen den Hörer auf". Den netteren Anrufern schlug Fisher vor, vorbeizukommen und etwas Cider zu kaufen: "Gegen die Sorgen."

Apple hat nichts mit Namenswechsel zu tun

Nach 20 Jahren wird der "Apple Shop" zu Ostern in "The Norfolk Cider Shop" umbenannt. Das Unternehmen Apple habe ihn aber keinesfalls dazu gezwungen, betonte Fisher. Der Mann will einfach seine Ruhe haben.

Andere Geschäftsleute hatten deutlich mehr Ärger mit der Firma aus Kalifornien: Die Betreiberin des Bonner Cafés Apfelkind etwa streitet seit mehr als einem Jahr mit dem Konzern, weil das Logo ihres Lokals dem Apple-eigenen angeblich allzu ähnlich sieht. Dauere die Auseinandersetzung noch lange, werde sie ihr Café einfach in Kirschkind umbenennen, sagte sie dem Bonner "General-Anzeiger".

Wegen angeblicher optischer Verwechslungsgefahr klagte Apple schon gegen die Embleme der chinesischen Lebensmittelfirma Fangguo und der Victoria School of Business and Technology in Kanada. In Mexiko ging es im vergangenen Jahr hingegen um Namen: Apple klagte gegen eine Telefonfirma namens iFone. Aber nicht weil diese ein Smartphone verkauft, das mit dem iPhone verwechselt werden könnte. iFone sollte seinen Namen nur nicht mehr für bestimmte Telekommunikationsdienste benutzen. Doch Apple verlor zweimal vor Gericht, iFone will seinerseits auf Schadensersatz klagen.

tib/dpa

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