E-Book-Preisbindung Apple beendet Streit mit Verbrauchern außergerichtlich

Haben amerikanische E-Book-Käufer wegen Preisabsprachen Millionen Dollar zu viel gezahlt? Das hatten Verbraucher und US-Bundesstaaten Apple vorgeworfen. Nun legt der Konzern die Klagen mit einem Vergleich bei.

Apple-Logo: Streit wegen angeblicher Preisabsprachen bei E-Books
REUTERS

Apple-Logo: Streit wegen angeblicher Preisabsprachen bei E-Books


Ein Streit um angebliche Preisabsprachen bei E-Books ist Medienberichten zufolge außergerichtlich beigelegt worden. Die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtet am Dienstag, Apple und die Kläger - Verbraucher wie einige US-Bundesstaaten - hätten eine Grundsatzeinigung erzielt. Diese Einigung müsse aber noch vom Bezirksgericht in New York bestätigt werden. Einzelheiten der Abmachung wurden nicht bekannt, als Quelle nennt die Zeitung den Anwalt der Kläger, Steve Berman.

Der Fall hatte mit einer Klage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage begonnen. Als das Unternehmen im Frühjahr 2010 zur Markteinführung des iPads auch einen E-Book-Store starten wollte, war Amazon die dominierende Kraft im Geschäft mit elektronischen Büchern. Der Online-Händler verkaufte E-Books zum Teil mit deutlichen Rabatten.

Apple bot den Verlagen ein sogenanntes Agentur-Modell, das im Kern der deutschen Buchpreisbindung ähnelt: Die Verlage selbst bestimmten den Preis der E-Books. Mit dem Rückenwind des Apple-Deals setzte die Buchbranche dieses System auch bei Amazon durch.

Das US-Justizministerium warf Apple und den Verlagen daraufhin im April 2012 vor, mit illegalen Absprachen höhere Preise durchgesetzt zu haben. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei. Apple ließ es dagegen auf einen Prozess in New York ankommen - und verlor. Der Konzern musste unter anderem einen vom Gericht eingesetzten Aufseher zulassen. Die Berufung in diesem Fall läuft noch.

In einer zweiten Welle klagten auch Staatsanwälte aus mehreren US-Bundesstaaten und Verbraucher. Sie gingen davon aus, dass die Verbraucher wegen der Apple-Deals rund 280 Millionen Dollar zu viel bezahlt haben und forderten den dreifachen Betrag als Kompensation. Apple beteuert, nie gegen Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben.

mbö/dpa/AFP

Mehr zum Thema


insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Thom-d 17.06.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSHaben amerikanische E-Book-Käufer wegen Preisabsprachen Millionen Dollar zu viel gezahlt? Das hatten Verbraucher und US-Bundesstaaten Apple vorgeworfen. Nun legt der Konzern die Klagen mit einem Vergleich bei. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/apple-streit-um-e-book-preisbindung-endet-mit-vergleich-a-975690.html
Typisch Apple: Mit allen möglichen legalen und illegalen Mitteln und Tricks die Kunden abzocken
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.