Laut den IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky sollen inzwischen an die 670.000 Macs von einem Trojaner befallen sein. Zur Abhilfe gibt's von Kaspersky nun ein Entfernungstool, und auch Apple selbst hat sich bewegt. Zunächst wurde Anfang April ein Update veröffentlicht, das eine seit langem bestehende Sicherheitslücke in Java schließen sollte. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Zahl der Infektionen schon hoch, wie "Zdnet" berichtet. Nun kündigte der Konzern aus Cupertino an, ein eigenes Programm zu entwickeln, das den Flashback-Trojaner erkennen und beseitigen soll.
Allerdings verrät Apple nichts darüber, wann die neue Software veröffentlicht werden soll. Für die Betroffenen bleibt in der Zwischenzeit nur der Rat, ihr Betriebssystem zu aktualisieren. Nutzern von OS X 10.7 und OS X 10.6 wird empfohlen, das April-Update für Java einzuspielen, wenn der Mac das nicht schon automatisch erledigt haben sollte. Für alle Nutzer, auf deren Rechnern Mac OS X 10.5 oder frühere Versionen laufen, hat Apple lediglich den Rat, Java zu deaktivieren.
Kritik an Apples Langsamkeit
Nicht nur mit dieser recht gemächlichen Haltung in Bezug auf das bislang größte Mac-Botnet zieht Apple einige Kritik auf sich. An sich wäre zu erwarten, dass die Sicherheitsexperten des Unternehmens auf entsprechende Hinweise reagieren und mit den Entdeckern auch zusammenarbeiten. Doch allem Anschein nach hat Apple in Sachen Teamwork noch einigen Lernbedarf, wie "Forbes" berichtet.
Der ursprüngliche Entdecker des Problems, das russische Antivirus-Unternehmen Dr. Web, machte nach eigenen Angaben schlechte Erfahrungen mit Apple. Laut Dr.-Web-Chef Boris Scharow habe Apple beim russischen Registrar Reggi.ru die Abschaltung einer seiner Domains beantragt, weil diese angeblich als Kontrollserver für das Flashback-Botnet fungierten. Tatsächlich aber versuchte Dr. Web, so das Botnet zu überwachen und prüfte, wie viele Rechner überhaupt befallen seien. "Anscheinend betrachtet Apple unsere Arbeit nicht als Hilfe, sondern als lästige Störung", so Scharow.
Auch wenn er den Schritt Apples für einen unabsichtlichen Fehler halte, sei er für das Verhalten des Konzerns typisch. Tatsächlich habe es, seitdem Dr. Web das Unternehmen über das Mac-Botnet informiert habe, keine einzige Antwort gegeben. "Wir haben ihnen sämtliche Daten zur Verfügung gestellt, die wir besaßen. Doch bis jetzt haben wir nichts von ihnen gehört", so Scharow.
Die Kritik Scharows an Apple ist fundamental, was die Bereitstellung eines Patches für die Java-Lücke betrifft. Durch diese Lücke war es Flashback überhaupt möglich, so viele Macs zu befallen. Oracle habe die entsprechende Java-Aktualisierung bereits am 17. Februar herausgegeben, doch für die Mac-Gemeinde habe es geschlagene sechs Wochen gedauert, bis Apple ihnen die Mac-Version des Updates spendiert habe. Zeit, in der Hacker in aller Ruhe am Aufbau des Flashback-Botnets arbeiten konnten.
meu
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