Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Nutzerbeschwerden: Apple Watch zickt bei dunklen Tattoos

DPA

Die Apple Watch eignet sich offenbar nicht für jedes Handgelenk. Im Internet beschweren sich einige tätowierte Nutzer, dass ihr Gerät die Herzfrequenz falsch erfasst oder sich gar ständig sperrt.

Grundsätzlich gibt es allerlei Gründe, die gegen den Kauf einer Apple Watch sprechen, vom hohen Preis über die notwendige iPhone-Verbindung bis zur kurzen Akkulaufzeit. Für manche Menschen kommt nun ein weiterer hinzu: Wer ein dunkles Tattoo am Handgelenk beziehungsweise am Unterarm trägt, sollte sich das Gadget nicht übereilt anschaffen. Es könnte nämlich passieren, dass die Smartwatch dann nicht reibungslos funktioniert.

In den vergangenen Tagen haben sich einige Nutzer beschwert, dass ihr neues Gerät den Herzschlag mitunter nicht richtig erfasst - und manchmal nicht einmal erkennt, dass es gerade getragen wird. "Jedes Mal, wenn der Bildschirm dunkel wurde, hat sich die Uhr gesperrt, so dass ich mein Passwort eingeben musste", beschwerte sich etwa "guinne55fan", ein Nutzer der Diskussionsplattform Reddit. "Ich bekam auch keine Benachrichtigungen."

Als Ursache für die Probleme machte "guinne55fan" nach einigem Rumprobieren schließlich sein mit schwarzer Tinte gestochenes Tattoo aus - die Uhr erkannte seiner Beobachtung nach einfach nicht, dass sie sich überhaupt an seinem Handgelenk befindet.

Dunkle Tattoos machen Ärger

Mittlerweile haben diverse Online-Magazine den Reddit-Beitrag zum Anlass genommen, herauszufinden, wie gut oder schlecht sich die Apple Watch mit Tattoos verträgt. Das Magazin "iMore" kommt dabei zum Fazit, dass die Probleme tatsächlich existieren, sie hängen demnach mit dem Herzfrequenzsensor der Smartwatch zusammen. Dieser Sensor erfasst mithilfe grüner LED-Anzeigen und lichtempfindlicher Fotodioden die Blutmenge, die in bestimmten Momenten durch das Handgelenk des Nutzers fließt.

Wie sich nun zeigt, klappt das nicht immer: "Nach einigen kurzen Tests neigen wir dazu, die ersten frühen Berichte zu bestätigen - insofern euer Tattoo eine durchgehende, dunkle Farbe hat", heißt es bei "iMore". Bei hellen Tattoos mit Farben wie Gelb oder Orange konnte das Magazin dagegen nur kleinere Auffälligkeiten feststellen, auch eine dunkle Hautfarbe verursacht keine falschen Messungen. Größere Narben könnten dagegen können ein Problem darstellen.

Apple schreibt selbst auf seiner Infoseite zur Herzfrequenzmessung, es könne passieren, "dass die Apple Watch nicht jedes Mal für jeden Träger eine zuverlässige Messung der Herzfrequenz erhält". Bei "einem geringen Prozentsatz von Nutzern" könnten es zudem verschiedene Faktoren "unmöglich machen, die Herzfrequenz überhaupt zu messen".

Wer ein dunkles Tattoo am Handgelenk hat, sollte die Apple Watch vor dem Kauf also unbedingt ausprobieren: Andersfalls bleibt den von den technischen Problemen Betroffenen derzeit wohl nur die Möglichkeit, die Handgelenkserkennung der Smartwatch auszustellen - was aber auch die Nutzung von Apple Pay unmöglich macht. Dafür sperrt sich das Gerät zumindest nicht ständig ohne Grund.

Die besten und die schlechtesten Apple-Watch-Apps

App-Symbole auf einer Apple-Watch: Anfangs wirkt die wolkenartige Darstellung noch übersichtlich. Wenn sich der Bildschirm aber zusehends mit Symbolen füllt, kann es unübersichtlich werden.

Hier kann man sie finden: Wenn man eine Apple Watch mit einem iPhone koppelt, wird auf dem Handy die Apple-Watch-App aktiviert. Sie enthält einen eigenen App-Store für Software, die an die neue Smartwatch angepasst wurde.

Taschenrechner sind zu Dutzenden für die Apple Watch programmiert worden. Offenbar fiel manchen Entwicklern nichts Besseres ein. Die meisten, so wie Watch Calc, bieten über die Grundrechenarten hinaus keine Besonderheiten.

Auch Simpel-Apps wie SpinOWrist finden sich zuhauf. Das Mini-Programm simuliert Flaschendrehen, die einzige Option ist, dass man die Zahl der Mitspieler festlegen kann.

Wer gelegentlich Vorträge mit Apples Keynote-Software hält, kann künftig mit der Apple Watch seine Präsentation steuern. Viel mehr als "Vorwärts", "Zurück" und "Beenden" bietet die App aber nicht.

Genau dasselbe wie Apple mit Keynote hat sich Microsoft für PowerPoint ausgedacht. Die neue Version der Präsentations-App wurde so erweitert, dass man Präsentationen vom Handgelenk aus steuern kann.

Ein Klassiker auf Smartphones ist der Musikerkennungsdienst Shazam, den es jetzt auch auf der Apple Watch gibt. Um Musikstücke identifizieren zu lassen, muss man also nicht mehr das Smartphone aus der Tasche zupfen. Die Erkennungsrate war im Test gut.

Erkennt Shazam einen Song, zeigt es dessen Titel, das Coverbild und auf Wunsch den Text an. Auch eine Möglichkeit zum Kauf des jeweiligen Songs ist integriert. Tippt man den entsprechenden Button an, wird auf dem iPhone die iTunes-App geöffnet.

Ein Blick in die Cloud: Microsoft hat eine Apple-Watch-App für den Online-Speicher OneDrive programmiert. Sie zeigt allerdings nur Fotos an. Ähnliche Apps gibt es auch für andere Cloud-Speicher. Der Nutzen ist eingeschränkt, da es ohnehin kaum lohnt, sich Fotos auf dem kleinen Display anzuschauen. Schon gar nicht, wenn diese erst aus der Cloud geladen werden müssen.

Die App von Expedia hat sich als nützlich erwiesen - wenn man eine Reise mit Expedia gebucht hat. Dann nämlich werden beispielsweise Flugdaten samt Uhrzeiten, Gate-Nummern und Buchungscode angezeigt. Sogar ein kleine Karte des Abflug-Flughafens wird eingeblendet.

Viele Fluggesellschaften haben ihre Apps bereits an die neue Smartwatch angepasst. Darunter Lufthansa, Easyjet, American Airlines und - hier zu sehen - British Airways. Meist zeigen sie Dinge wie die Abflugzeit, das Abflug-Gate und das Wetter am Zielort an. Zum Check-in muss man dann aber doch das Handy benutzen.

Die Frage, ob ein Flug pünktlich ist, wie lange er noch unterwegs ist, wo er abflog und wo er landen wird, beantwortet die Flightstats-App auf der Smartwatch ebenso wie auf dem Smartphone.

Die App von myTaxi übersetzt die Funktion der Smartphone-App gut auf die Apple Watch. Auf einer Karte werden der eigene Standort und Taxen in der Nähe angezeigt. Mit einem Fingertippen lässt sich ein Wagen bestellen.

Wie wird das Wetter? Mehr Informationen als Apples Wetter-App liefert Weather Pro. Dafür kostet die App aber auch drei Euro.

Auch einige Sport-Apps sind bereits am Start. Die bekannteste davon dürfte Runtastic sein. Allen gemein ist, dass sie den Pulssensor der Apple Watch nicht benutzen können.

Kochbuch am Arm: Die Videos der iOS-App Kitchen Stories kann man sich auf dem Handgelenkcomputer nicht anschauen, wohl aber Rezepte und Zubereitungshinweise lesen.

Gedächtnistraining mit der Smartwatch verspricht die App Memorado. Leider können wir uns gerade nicht daran erinnern, wie sie das genau macht. Jedenfalls muss man Muster in einer bestimmten Reihenfolge anklicken.

Nachrichten im Blick: Die App RSSWear bringt die RSS-Feeds von Blog und Nachrichtenseiten auf die Apple Watch. Kostenlos kann man aber nur drei Feeds abonnieren. Wer mehr sehen will, muss für 0,99 Euro ein Upgrade kaufen.

Wo gibt es etwas Leckeres zu essen und zu trinken? Yelp sucht nun auch am Handgelenk empfehlenswerte Restaurants, Bars und Cafés. Die App liefert kurze Beschreibungen und Nutzerkommentare.

Mit der Babbel-App soll man Sprachen in Abhängigkeit von seinem Aufenthaltsort lernen. Je nachdem, ob man beispielsweise gerade in der Nähe einer Bäckerei, eines Restaurants oder eines Museums ist, werden unterschiedliche Vokabeln abgefragt. Der Wortschatz beschränkt sich auf 400 Worte pro Sprache, die auf 20 Kategorien verteilt sind.

Auch die ersten Spiele wurden schon für die Apple Watch entwickelt. So wie das Fantasy-Rollenspiel "Runeblade", bei dem man mit Schwertern und Zaubersprüchen agieren muss. Spannend ist dabei, wie gut die Software an die Apple Watch angepasst wurde. So kann man schnell mal eben ein, zwei Spielzüge spielen und erst Stunden oder Tage später weitermachen.

Ein echtes Spezialisten-Spiel ist AirportWatch. Die App zeigt auf der Apple Watch Fotos von Flughäfen an, die man nach dem Multiple-Choice-Prinzip benennen muss.

Auch einen digitalen Lichtschalter gibt es für die Apple Watch. Ähnlich wie die Hue-Lampen von Philips können die Avea-Lampen per App geschaltet und in ihrer Farbigkeit geregelt werden. So kann man mit einem Tippen auf das Display ...

... beispielsweise einen Farbton aktivieren, der an französische Lavendelfelder erinnern soll. In der Praxis dauerte der Umschaltvorgang erheblich länger als ein einfacher Druck auf den Lichtschalter.

Toby heißt dieser niedliche kleine Hund, und Toby heißt auch die entsprechende App für iOS und Apple Watch. Wie einst die Tamagotchis will der digitale Vierbeiner gefüttert, Gassi geführt und beschäftigt werden. Seine Wünsche bekommt man per Mitteilung auf die Smartwatch gefunkt, was beim Ausprobieren dazu geführt hat, dass die nervige App wieder von Handy und Uhr getilgt wurde.

Die Skype-App für die Apple Watch hat nur einen eingeschränkten Nutzen, denn sie taugt nur für Skype-Chats. Für Skype-Telefonate ist sie nicht geeignet.

Das wollen wir nicht vergessen: Auch SPIEGEL ONLINE hat bereits eine Apps für die Apple Watch entwickelt. Zur Installation genügt es, die aktuelle Version der iOS-App auf das iPhone zu laden. Ist das erledigt, kann man sich auf der Smartwatch über die neuesten Meldungen informieren und sie entweder für ein späteres Lesen markieren oder gleich auf den iPhone zum Lesen öffnen lassen.

Das ist die Apple Watch

Apple Watch: Schon die Mittelklasse-Version kann ziemlich teuer werden. Diese Variante mit Edelstahlgehäuse und dem Edelstahlarmband Link kostet rund 1150 Euro.

Das Gliederarmband ist sehr hochwertig verarbeitet und besteht aus mehr als 100 Einzelteilen. Viele davon sind wohl notwendig für die spezielle Mechanik, die es so einfach macht, das Armband ohne Werkzeug zu kürzen.

Günstiger als das Stahlarmband ist das Sportarmband. Wer sich für das Modell aus Kunststoff entscheidet, kann 450 Euro sparen.

Damit der überstehende Teil des Sportarmbands nicht herumschlackern kann, wird er beim Schließen unter den gegenüberliegenden Teil des Armbands geschoben.

Auf der Rückseite der Apple Watch findet man die Sensoren des optischen Pulsmessers.

Die installierten Apps werden wie eine Wolke dargestellt, die man mit dem Finger verschieben kann.

Alles kommt durch: Meldungen, die in der Mitteilungszentrale des iPhones ankommen, erscheinen auch auf der Apple Watch.

Ein Dutzend Kontakte passt auf die kreisförmige "Freunde"-Übersicht, die sich mit einem Druck auf die Seitentaste jederzeit schnell aufrufen lässt.

Freunden, die auch eine Apple Watch besitzen, kann man seinen Pulsschlag schicken, indem man mit zwei Fingern auf das Display drückt. Dem Empfänger wird der Puls dann mithilfe der Taptic Engine spürbar gemacht. Eine nette Idee, aber letztlich nur eine Spielerei.

Ein bisschen Computerei gibt es auch bei der Apple Watch. Im Menü Einstellungen lassen sich grundlegende Parameter festlegen. Besonders viel gibt es hier aber nicht einzustellen.

Lange Leitung: Das Ladekabel der Apple Watch ist mit zwei Metern erheblich länger als beispielsweise die Ladekabel von iPhones und iPads.

Kontakt ohne Kontakte: Das Ladekabel wird magnetisch am Gehäuse gehalten, eine Buchse gibt es nicht, der Strom wird schnurlos per Induktion übertragen.

Ist der Kontakt zum Ladekabel hergestellt, leuchtet für wenige Sekunden diese Meldung auf, danach schaltet sich das Display wieder ab. Der Ladevorgang dauerte im Test, je nach Entladezustand des Akkus, meist weniger als eine Stunde.

Apple liefert zehn verschiedliche Zifferblätter mit, die man farblich und hinsichtlich der angezeigten Daten anpassen kann. Dies sind drei Beispiele.

mbö

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 51 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Mr Bounz 29.04.2015
HaHaHa
2. na wenn ich
felisconcolor 29.04.2015
schon eine "Uhr" brauche um festzustellen ob mein Herz noch schläg... smile. Ich habe selbst ein Apple device also darf ich lästern. Aber macht so ein Gadget in unserer herzlosen Gesellschft überhaupt Sinn. Darüber lohnt es sich zu philosophieren.
3.
Stäffelesrutscher 29.04.2015
»Grundsätzlich gibt es allerlei Gründe, die gegen das Stechenlassen eines Tattoos sprechen, vom hohen Preis über die notwendige Körperverletzung bis zur zweifelhaften Ästhetik. Für manche Menschen kommt nun ein weiterer hinzu: Wer ein dunkles Tattoo am Handgelenk beziehungsweise am Unterarm trägt, kann die AppleWatch nicht reibungslos benutzen.«
4. Lol
wiebitte 29.04.2015
ich gebe zu, ich habe nur Überschrift und Teaser gelesen und belasse es auch dabei. Endlich mal ein echtes Problem! Es lebe die Qualitätsoffensive des Spiegels.
5. Feature!
hansmaus 29.04.2015
Das ist kein "zicken" der Uhr sondern ein Feature von Apple. Apple setzt standards was der individuelle gebildete Bürger zu benutzen hat. Tattoos sind demnach out, also leute macht schonmal einen Termin beim Hautarzt zum weglsern denn Apple meint das das nicht mehr in ist, husch husch schnell!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: