Apple: Neue Spekulationen um abgespecktes iPhone

Größeres Display, Gehäuse aus Plastik: So soll angeblich die Sparversion des Apple-Smartphones aussehen. Doch derlei Gerüchte sind so alt wie das iPhone selbst.

Verpackte iPhone-5-Geräte: Billigversion aus Polycarbonat mit Fünf-Zoll-Display? Zur Großansicht
REUTERS

Verpackte iPhone-5-Geräte: Billigversion aus Polycarbonat mit Fünf-Zoll-Display?

Für Smartphones und Computer von Apple müssen Kunden ordentlich Geld bezahlen. Regelmäßig gibt es deswegen Berichte, der Konzern würde sich nun auch um weniger betuchte Kunden kümmern und abgespeckte Modelle auf den Markt bringen. Analysten raten seit Jahren dazu, Brancheninsider wollen von solchen Plänen wissen - bisher hat Apple allerdings noch immer an seiner Strategie festgehalten, nur eine kleine Auswahl an Geräten zu hohen Preisen zu verkaufen.

Die Android-Konkurrenz, allen voran Samsung, verkauft ähnlich leistungsstarke Geräte für weitaus weniger Geld. Bisher hält sich Apple aus diesem Segment heraus - iPhones gehen trotzdem weg wie nichts, der Konzerngewinn schraubt sich in immer neue Höhen. Trotzdem gibt es nun erneut ein Billig-Gerücht: Das "Wall Street Journal" (WSJ) und die taiwanische "Digitimes" wollen von einem günstigen iPhone wissen.

Zuerst berichtete die "Digitimes", die ihr Ohr häufig nah an Lieferanten hat, von entsprechenden Plänen. So soll Apple voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2013 eine auf die Schwellenmärkte in China und anderen Ländern zugeschnittene Version des iPhone herausbringen. Vor allem die starken Absatzzahlen des iPad mini in den entsprechenden Märkten könnten die Apple-Verantwortlichen dazu bewogen haben, diesen Erfolg mit einem weiteren Gerät zu wiederholen.

Apple würde Strategie wechseln

Unter Berufung auf Quellen unter Apple-Zulieferern heißt es weiter, das neue Smartphone werde mit einem größeren Display ausgestattet sein, die Rede ist von fünf Zoll Diagonale. Auch das äußere Design soll völlig erneuert sein. Erste Prototypen des Geräts seien bereits gesichtet worden. Überdies sei in China die Zusammenarbeit mit China Mobile geplant, dem weltweit größten Mobilfunkanbieter.

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Top-Smartphones: Das iPhone 5 und seine Konkurrenten
Das wäre allerdings ein Strategiewechsel für den Konzern. Auch der größere Bildschirm passt nicht zu der bisherigen Ausrichtung. Auf die Entwickler von Apps und Websites würde mehr Arbeit warten, bisher mutet Apple ihnen nur zwei Bildschirmgrößen und drei verschiedene Auflösungen zu. Noch immer sind etliche Apps nicht für das iPhone 5 optimiert, das seit September auf dem Markt ist.

Ebenfalls unter Berufung auf informierte Quellen heißt es, die bereits jahrelangen Planungen für eine Billigvariante könnten bis zum Ende des Jahres in eine Markteinführung münden. Um die Fertigungskosten zu drücken, werde die Hülle möglicherweise nicht wie beim aktuellen iPhone aus Aluminium sondern aus Polycarbonat gefertigt sein. Für andere Bestandteile könnten auch Komponenten älterer iPhone-Versionen Wiederverwendung finden. Wie konkret diese Pläne sind und wie weit die entsprechenden Vorbereitungen vorangeschritten sind, konnte nicht geklärt werden. Wie üblich verweigerte Apple jeden Kommentar.

Neuauflage zwei Jahre alter Gerüchte

Nicht alle sind von der Nachricht vom demnächst kommenden Spar-iPhone beeindruckt. Beim Branchendienst Cnet wird die "Digitimes" als nicht sonderlich verlässlich eingestuft, an der "WSJ"-Story sei überdies nicht sonderlich viel Inhalt. Die einzige wirkliche Neuigkeit bestehe darin, dass die preiswerte iPhone-Fassung eine Kunststoffhülle haben werde. Ansonsten handele es sich beim aktuellen Bericht um nicht viel mehr als die Neuauflage einer bereits zwei Jahre alten Meldung. Schon im Februar 2011 hatte das "WSJ" berichtet, Apple arbeite an einem kostengünstigen iPhone, um der wachsenden Konkurrenz im Smartphone-Markt zu begegnen.

Tatsächlich sind wenige Dinge so verlässlich wie immer wieder aufkommende Gerüchte um eine angeblich schon in Arbeit befindliche Schmalspur-Version des Apple-Smartphones. Allein 2011 gab es mindestens zwei Gerüchtewellen. Nach dem im Februar des Jahres umraunten Billig-iPhone 4, das letztlich nie kam, machten im August erneut Vermutungen die Runde. Seinerzeit hieß es, Apple arbeite an einem um ein Drittel kleineren Mini-iPhone zum Preis von 200 Dollar. Auch dieses Gerät erblickte bekanntlich nie das Licht der Welt.

Im Grunde wird das iPhone seit seiner Markteinführung von Gerüchten um eine günstige Version begleitet. Schon 2007 hatten Analysten über ein kleineres Low-cost-Modell des iPhones spekuliert und auch eine Verkaufszahl von 30 bis 40 Millionen solcher Geräte prophezeit. Letztlich, so "Cnet", handelt es sich bei der aktuellen Meldung nur um ein weiteres Gerücht.

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Zerlegt: Das steckt im iPhone 5

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insgesamt 76 Beiträge
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1. Bloß kein Polycarbonat!
IQ jenseits 200 09.01.2013
Dann würde die Qualität auf Samsung-Niveau fallen und wäre Apple nicht mehr würdig. Lieber mehr Geld ausgeben und dafür das beste Produkt auf dem Markt bekommen.
2. Ich kauf es erst...
expendable 09.01.2013
...wenn es echte 50-Euro-Scheine drucken kann.
3. Würd nicht gutgehen...
lustiger_leser 09.01.2013
Apple ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt, weil es restriktiv ist, weil es eine kleine optimierte Produktauswahl hat, weil die Produkte teuer sind, weil die Produkte kompromisslos gut verarbeitet sind, weil sie darauf achten, dass man eben nicht jeden möglichen Anwendungsfall damit abdecken kann, weil sie eben nicht in das Billigsegment gehen, weil man Appleprodukte eben nicht mit der Konkurrenz vergleichen kann. Weil Diktator Steve eine dogmatische Ausrichtung durchgesetzt hat. Friss, oder stirb. Ein Billig-iPhone wäre also fatal.
4. Klischee, dem Apple schon "lange" nicht mehr nachkommt...
DaStash 09.01.2013
Zitat von lustiger_leserApple ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt, weil es restriktiv ist, weil es eine kleine optimierte Produktauswahl hat, weil die Produkte teuer sind, weil die Produkte kompromisslos gut verarbeitet sind, weil sie darauf achten, dass man eben nicht jeden möglichen Anwendungsfall damit abdecken kann, weil sie eben nicht in das Billigsegment gehen, weil man Appleprodukte eben nicht mit der Konkurrenz vergleichen kann. Weil Diktator Steve eine dogmatische Ausrichtung durchgesetzt hat. Friss, oder stirb. Ein Billig-iPhone wäre also fatal.
iphone 3 + 3g + 4 + 4s +5 + ipad 2, das neue ipad + ipad 3 + ipad mini.....^^ Ahhh ja....^^ 1.) Antennagate iPhone 4 2.) Gelbstich bei iPhone 4/4s 3.) Lackprolematik bei iPhone 5 4.) 3g und wlan EMpfnagsprobleme beim iPhone 5 ... Wirklich Spitzenverarbeitung...^^ Gäääähn... --->iPad mini Genau, da man für mehr Geld weniger Leistung erhält, da gibt es wirklich kaum einen vergleichbaren Konkurrenten. [quote] Weil Diktator Steve eine dogmatische Ausrichtung durchgesetzt hat. Fatal wäre es von Apple sich nicht den Marktwünschen anzupassen. Wenn sie das nicht tun, können sie bald Nokia die Hand shcütteln. Grüße
5. Billig - will ich nich
chrome_koran 09.01.2013
Es gibt keinen Billig-Audi, keine Billigfernseher von LOEWE oder Technisat, keine Billig-Musikanlagen von T+A, keine Billig-Schuhe bei Heschung, keine Klamotten von Burberry bei KiK, und es gibt halt keine Billig-Schiene von Apple. Es ist nun mal so. Wem's nicht gefällt, dem steht es frei, sich für eine andere Marke zu entscheiden. Es ist ja nicht so, dass der Markt keine Wahl böte. Manchen deutschen Geiz-ist-Geil-Vertretern zu Folge müsste Apple ja sofort die Produktion an deren Anforderungen anpassen und Geräte am besten für umsonst, höchstens für zweifüffzich, anbieten, natürlich mit allen möglichen im Elektromarkt-Prospekt für andere Geräte beworbenen Featuritis-Punkten. Den ewigen Heulsusen schlage ich vor, sich doch bei Apple als Chefentwickler zu bewerben. Große Zukunft steht euch offen, wo ihr es doch besser wisst. Nur Mut.
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