ARD/ZDF-Onlinestudie 94 Prozent der Jugendlichen nutzen Wikipedia

Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen einer repräsentativen Studie zufolge das Netz. Jugendliche arbeiten häufiger mit Wikipedia als alle anderen Altergruppen. Allerdings passiv: Vier Prozent der Deutschen haben schon einen Wikipedia-Artikel ergänzt, 65 Prozent rufen Informationen ab.


Der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie zufolge sind 67,1 Prozent der Deutschen Internetnutzer - 2008 waren es 65,8 Prozent. Je älter die Bürger sind, umso seltener nutzen sie das Netz: 96,1 Prozent der 14- bis 29-Jährigen surfen regelmäßig im Web, aber nur 40,7 Prozent der über 50-Jährigen.

Kern der Offliner sind laut der Studie Frauen über 60: "Knapp zwei Drittel aller ab 60-jährigen Frauen nutzen kein Internet. Und die aktuellen Studienergebnisse zu den Offlinern legen nahe, dass diese Gruppe in den kommenden Jahren den Kern der Offliner bilden wird. Denn nachdem Frauen in den letzten Jahren bei den Internetzugängen deutlich aufgeholt haben, schwächen sich erstmals die Zuwachsraten in dieser Gruppe wieder ab."

Die Ergebnisse der in vier Artikeln im Fachmagazin " Media Perspektiven" veröffentlichten Studie beruhen auf einer repräsentativen Befragung von 1806 Personen (davon 1212 Onliner). Neben leichten Nutzungsveränderungen quantifiziert die Studie einige interessante, wenn auch nicht weiter überraschende Beobachtungen: Der Anteil der Nutzer, die aktiv Inhalte bei Wikipedia (4% vs. 65% Passivnutzer) und Youtube (6% vs. 52%) beisteuern, ist gering.

Je jünger die Onliner, desto intensiver nutzen sie das Mitmachnetz - Die Rangliste der von 14- bis 19-Jährigen mindestens selten genutzten Mitmachangebote sieht laut der Onlinestudio so aus:

  • Wikipedia (94%)
  • Videoportale (93%)
  • private Communitys (81%)
  • Fotocommunitys (42%)

Die Internetnutzung insgesamt wächst am frühen Abend: Die Autoren der Onlinestudie sprechen nun sogar von "Prime Time der Internetnutzung" zwischen "19.00 Uhr und 21.00 Uhr". Zentrale Anwendungen am späteren Abend seien Angebote, die im Vergleich zu E-Mail-Kommunikation und dem schnellen Informationsabruf einen relativ hohen Zeitaufwand erfordern: Videoportale, Spieleseiten, Chats, Communitys.

Soziale Netzwerke
Facebook
DPA
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
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Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...

lis

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