Ashley Madison Daten von Millionen Nutzern des Seitensprungportals veröffentlicht 

Unbekannte Hacker haben ihre Drohung gegen das Seitensprungportal Ashley Madison wahrgemacht: Im Darknet veröffentlichten sie gestohlene Userdaten. 32 Millionen Nutzer sollen betroffen sein. Das FBI ermittelt.

Website AshleyMadison.com: Die versprochene Diskretion ist dahin
REUTERS

Website AshleyMadison.com: Die versprochene Diskretion ist dahin


Hacker haben im sogenannten Darknet ein 9,7 Gigabyte großes Datenpaket veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die Daten von Nutzern des Seitensprungportals Ashley Madison. Namen, sexuelle Vorlieben, Adressen, Kreditkartennummern und die verschlüsselten Passwörter der User sind unter anderem abrufbar. Nach Angaben von Wired.com sollen etwa 32 Millionen Menschen betroffen sein.

Eine Person oder eine Gruppe mit dem Pseudonym The Impact Team hatte die Veröffentlichung vor einem Monat angedroht, sollte die Betreiberfirma Avid Life Media (ALM) das Portal nicht umgehend schließen. Um ihrer Erpressung Wirkung zu verleihen, hatte The Impact Team bereits im Juli einige Daten ins Netz gestellt.

Die Hacker begründen ihre Tat damit, dass ALM seine Kunden betrüge. Viele weibliche Profile seien gefälscht. "90 bis 95 Prozent der Nutzer sind männlich. Die Chance besteht, dass Ihr Mann sich beim weltgrößten Seitensprungportal angemeldet hat, aber nie eine Affäre hatte. Er hat es nur versucht. Falls dieser Unterschied wichtig ist", schrieb The Impact Team.

ALM hat erstmals bestätigt, dass das FBI an den Ermittlungen gegen die Cyberkriminellen beteiligt ist. Auch die kanadische Polizei sei involviert.

"Das ist eine illegale Handlung gegen einzelne Mitglieder von AshleyMadison.com und gegen jeden freidenkenden Menschen, der sich dafür entscheidet, etwas völlig Legales zu tun", schreibt die Betreiberfirma. "Der oder die Kriminellen haben sich selbst zum moralischen Richter und Henker erklärt und wollen ihre persönlichen Moralvorstellungen der gesamten Gesellschaft aufzwingen."

syd/Reuters

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insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
tiger-li 19.08.2015
1. Ein hoch auf die Hacker!
Wenn der Vorwurf stimmt (und davon geh ich aus), dass die meisten Frauenprofile falsch sind, find ich die Aktion super! Bei der Flut von Abzocke die es im Netz gibt, braucht es endlich eine Polizei, die Betrüger ausmerzt! Und im Moment seh ich nur die Hacker, die dafür in Frage kommen... Also weiter so!
de-ka-be- 19.08.2015
2. A l m
Das sind die Beutzer doch selber in schuld, wer sich in soetwas anmeldet der muss damit rechnen, dass dies einmal rauskommt. Es gibt wlche die lernen nie aus, denn Hacker versuchen alles.
buaran 19.08.2015
3. voellig legal
Das koennen nun alle Herren,die einen Seitensprung machen, ihren Damen unter die Nase halten. "es ist etwas voellig legales". Ich dachte immer es waere ein Scheidungsgrund. Nun ein Tip an alle freidenkenden Damen: Nun habt ihr freie Bahn. Meine Handynummer ist........verdammt,bin ich vergesslich.
arrache-coeur 19.08.2015
4.
Da wollte wohl jemand die Konkurrenz ausschalten;-) Möglicherweise waren der oder die "Hacker" aber schlicht Teil der enttäuschten Kundschaft.
Volksverretter 19.08.2015
5.
"Viele weibliche Profile seien gefälscht." Ja. In SEA gibt es eine ganze Industrie, die via Webproxys, auch Tor, weltweit (ja, auch deutsche Datingsites sind betroffen)in Datingwebsites, Profile erstellt. Rein theoretisch koennten diese aber ausfindig gemacht werden: Die Bilder sind auch irgendwo aus dem Netz. Google Bildersuche versuchen. Bis man das Photo woanders findet, als auf datingsites aus seiner Region ;-) Aber wissen wir das nicht im Grunde alle?
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