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WikiLeaks-Gründer: Assange wollte Filmvorführung verhindern

Der Enthüller will sich bedeckt halten: Julian Assange hat Festival-Betreibern mit einer Klage gedroht, falls sie eine vermeintlich einseitige Dokumentation über WikiLeaks zeigen sollten - vergeblich. Auch die britische Medienaufsicht weist Vorwürfe Assanges gegen die Filmemacher zurück.

Julian Assange: Wütend über Dokumentarfilm Zur Großansicht
DPA

Julian Assange: Wütend über Dokumentarfilm

Austin/London - Julian Assange hat den Veranstaltern des "South by Southwest"-Festivals in Texas mit einer Klage gedroht. Wie der "Guardian" berichtet, beschwerte sich der WikiLeaks-Frontmann bereits im März 2012 per E-Mail über die Dokumentation "WikiLeaks: Geheimnisse und Lügen". Sollte der Film auf dem Festival gezeigt werden, behalte Assange sich vor, rechtliche Schritte einzuleiten. Einschüchtern ließen sich die Veranstalter nicht: Der Film wurde trotz der Drohung gezeigt.

Assanges Brief gelangte jetzt an die Öffentlichkeit, und zwar im Zusammenhang

mit einer anderen Beschwerde. Assange hatte dafür gesorgt, dass die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom die Dokumentation überprüfte. Am Montag wurde die Beschwerde über die Dokumentation in allen Punkten zurückgewiesen.

Assange hatte sich beschwert, dass der Film "verleumderisch" sei. Es werde einseitig über Wikileaks berichtet, die Interviews seien so verkürzt worden, dass ein falsches Bild von der Plattform entstehe. Außerdem verletze der Film Assanges Privatsphäre.

Dieser wird in der Dokumentation unter anderem beim Tanzen in einer Discothek gezeigt, das Material stammte nicht von den Filmemachern selbst. Es sei vereinbart gewesen, so Assange, dass es in der Dokumentation nicht um sein Privatleben gehen werde, sondern ausschließlich über die Geschichte von WikiLeaks und die des US-Soldaten Bradley Manning, der zur Zeit im Gefängnis sitzt, weil ihm vorgeworfen wird, Geheiminformationen unautorisiert an Wikileaks weitergegeben zu haben, darunter die sogenannten Botschaftsdepeschen, die Irak- und die Afghanistan-Protokolle.

Ofcom gibt den Filmemachern in allen Punkten recht: Assange sei ausreichend informiert worden, die Darstellung sei fair. Wikileaks reagierte prompt auf die Entscheidung - mit einer erneuten Attacke. Ofcom sei keine unabhängige Behörde.

Assange hält sich derzeit in der Ecuadorianischen Botschaft in London auf. Er soll nach Schweden ausgeliefert werden, wo er im Zusammenhang mit Vorwürfen sexueller Nötigung befragt werden soll. Ecuador hat ihm Asyl gewährt, doch die britischen Behörden haben angekündigt, ihn festzunehmen, sobald er das Botschaftsgebäude verlässt.

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