Astro online: Das Netz holt die Sterne vom Himmel

Was bringt der Tag? Wie bin ich heute drauf? Shoppen gehen, zu Hause bleiben, oder den Partner fürs Leben suchen? Das Horoskop verrät in solchen Fällen, was zu tun ist. Wer seine Entscheidungsfindung gern den Sternen überlässt, wird im Web prächtig bedient - und anders als in der Zeitung nicht zeilenweise, sondern seitenlang und individuell.

Sternzeichen: Leiten sie wirklich die Geschicke der Erdlinge?
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Sternzeichen: Leiten sie wirklich die Geschicke der Erdlinge?

Im Internet wimmelt es von kostenlosen Astro-Angeboten - man braucht nur mit den gängigen Suchmaschinen das Web nach "Horoskop" zu durchforsten. Die Treffer versprechen alles: vom Tages-, Wochen- und Monatshoroskop über Spezialweissagungen wie Flirt- oder Urlaubshoroskope bis hin zu Persönlichkeits-, Partner-, Jahres-, Berufs-, ja sogar Kinderanalysen - das Ganze vernetzt, hin und her, kreuz und quer. Die Palette ist breit, es gibt sogar Indianer- und Chinesische Horoskope, und lässt dem Hobby-Sternenkundler kaum Wünsche offen.

Je nach Anbieter muss der User verschiedene Angaben machen. Mal reicht einfach das Sternzeichen: ein Klick auf Skorpion und schon ist klar, was anliegt. So unkompliziert gestalten jedoch nur wenige Sterndeuter ihre Angebotr.

*Bitte Namen und Geschlecht angeben

Manchmal heißt es: Mit * gekennzeichnete Felder sind unbedingt auszufüllen, will man unverbindlich und kostenlos sein Horoskop auf dem Bildschirm haben. Kurios, dass der Name angegeben werden muss. Da fragt man sich natürlich, warum und inwiefern dieser für die Astro-Existenz ausschlaggebend ist - zumal das Ergebnis für Hubert und Michael völlig identisch bleibt.

Es ändert auch nichts, wenn Michael plötzlich weiblich ist. Ein Vorstoß in den Bereich der Transgender-Astrologie? Sieht ganz danach aus, denn auch wenn Michaela zu den männlichen Mitmenschen zählt: Das Ergebnis bleibt dasselbe. Namen, genau wie das Geschlecht, scheinen hier tatsächlich Schall und Rauch zu sein. Wozu werden diese Angaben dann verlangt? Nur damit man sich in "Elisabeth Tessiers virtuellen Händen" nicht ganz so anonym fühlt - vorausgesetzt, man gibt überhaupt den richtigen Namen an?

Ganz willkürlich scheinen die Tageshoroskope aber nicht zu sein. Name und Geschlecht ändern zwar nichts, das Geburtsdatum jedoch zum Teil schon - und das, selbst wenn das Sternzeichen und sogar die Dekade gleich bleiben.

Traumpartner gesucht?

Auch bei dieser Frage verspricht der Blick ins Bildschirmfirmament Antwort. Das Gute an Online-Horoskopen ist, dass ein kleiner Klick nicht nur über "mich", sondern auch über "uns" eine Aussage trifft. Die vernetzte Struktur des World Wide Web macht hier einen großen Unterschied zu den Sternweisheiten auf Papier aus: Man muss sich nicht mit den paar Zeilen begnügen, die in Zeitungen und Zeitschriften angeboten werden, kann seiner astrologischen Neugier online problemlos in unterschiedlichen Bereichen nachgehen.

In einer Hinsicht kommen sich die beiden Medien aber schließlich doch wieder sehr nah: in der Frage der Glaubwürdigkeit. Wer in Astrologie ohnehin nur Hokuspokus und Horoskope mehr als tägliches Amüsement sieht, der kann sich aus der Vielfalt der Angebote das heraussuchen, was ihm am besten gefällt. Verspricht ein Partnerhoroskop eitel Sonnenschein, glaubt man ihm doch lieber als dem anderen, das sagt: "Ui ui ui, gefährliche Sache!" Da kommt die Vielfalt des Internet gerade recht.

Nach kurzer Suche findet man mit Sicherheit eine positive Verstärkung, sei es bei der Partnerwahl, sei es bei der persönlichen Tagesplanung. Was stand noch mal im Tageshoroskop? "Guter Tag für Investitionen." Die Ursprungsfrage scheint also beantwortet: Shoppen ist heute wohl eine gute Idee. Praktische Lebenshilfe via Web…

Sascha Klein

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