Dieses unsägliche Wort: Aggregator. Es klingt nach Industrie, irgendwie mechanisch - und darum geht es im Prinzip auch. Aggregatoren werden Websites genannt, auf denen Inhalte aus verschiedenen Quellen automatisch zusammenfließen. Eine Software grast das Web und soziale Netzwerke ab, sammelt Links und erkennt, was gerade besonders viele Menschen anklicken.
Soweit die Theorie. Was genau alles einberechnet wird, ob Twitter- und Facebook-Erwähnung dazuzählen, ist unterschiedlich. Und natürlich gibt es solche Angebote nicht nur für Web-Späße, sondern auch für klassische Nachrichten. Eines der bekanntesten Angebote dürfte Google News sein - wie der Algorithmus entscheidet, was nach oben sortiert wird, ist geheim.
Denn die Angebote haben damit zu kämpfen, dass findige Geschäftemacher die Auswahlmechanismen studieren, um ihre eigenen Angebote maßgeschneidert auf einen der vorderen Plätze zu positionieren. Je mehr die Nutzer allerdings mitreden können, desto weniger erfolgreich sind solche Strategien.
Darüber spricht das deutschsprachige Web
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Rivva: Angefangen hat es mit Links, inzwischen schaut das 2007 als Blog-Aggregator gestartete
Rivva aus Hamburg auch nach Twitter- und Facebook-Empfehlungen. Als erste Anlaufstelle für eine Übersicht über die deutsche Blogosphäre und die Nachrichtenlandschaft ist Rivva nicht mehr wegzudenken - als die Seite von ihrem Entwickler Frank Westphal für Monate auf Eis gelegt wurde, war das Bedauern groß. Seit Juni
ist Rivva zurück - und trotz aller Kritik an der Monotonie ist die Schlagzeilenübersicht die erste Anlaufstelle für das deutschsprachige Web.
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Virato: "Das interessiert Deutschland" verspricht die Seite
Virato, die als Rivva-Ersatz gestartet wurde. Das Angebot durchkämmt unter anderem Websites, Blogs und Twitter-Accounts. Die gefunden News werden nach Anzahl der Verlinkungen gelistet. Sortiert werden diese nicht nach festen Rubriken, sondern nach 20 aktuell gefragten Themen. Als Quellen dienen dabei allerdings auch jede Menge SEO-Blogs und PR-Seiten. Das Ergebnis ist eine leicht dröge Nachrichtemischung ohne große Überraschungen. Aber das kann man Virato schwerlich vorwerfen.
Hier helfen Menschen nach
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BuzzFeed: Mitarbeiter und Nutzer der New Yorker Seite
BuzzFeed posten Videos, Bilder und Links auf die Seite, über die dann abgestimmt werden kann - so kristallisieren sich die aktuellen Trends heraus. Weil die Mitarbeiter den Anspruch haben, das virale Web in Echtzeit abzubilden, finden sich tatsächlich alle große Web-Trends auf BuzzFeed - zumindest, was das englischsprachige Internet aus Sicht der Amerikaner angeht.
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The Daily Dot: So etwas wie die Heimatzeitung für das Internet möchte
The Daily Dot aus Austin in Texas sein. Im Hintergrund der Seite werkelt ein Algorithmus, der soziale Netzwerke nach Themen abgrast und Trends erkennt. Diese interne Liste nimmt sich die 25-köpfige Redaktion der Seite dann vor, um Artikel zu recherchieren und zu schreiben. Im Gegensatz zu BuzzFeed wird hier eingeordnet, bewertet und nachgefragt. Die Seite ist gerade erst gestartet, beobachtet werden zunächst etwa 4Chan, Reddit, YouTube und Twitter.
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The Daily What: Angefangen hat es 2007 mit einem Katzenfoto und der Aufschrift "I Can Has Cheezburger?". Daraus wurde erst ein Blog und schließlich ein regelrechtes Blog-Imperium mit zahlreichen genialen bis dämlichen Ablegern.
The Daily What ist einer davon, ein handbefülltes Sammelbecken der Internet-Kuriositäten, täglich neu befüllt - garantiert ohne verkopften Überbau, wie ihn etwa The Daily Dot liefern würde.
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Metacritic: Was Journalisten über Filme, Games, Fernsehsendungen und Musik so denken, sammelt die Seite
Metacritic - und zwar schon seit zehn Jahren. Die professionellen Besprechungen popkultureller Güter werden automatisch ausgewertet, die Bewertungen fließen zu einem Zahlenwert zusammen. So lässt sich auf den ersten Blick erkennen, wie viele Kritiken es bereits gibt und was sie im Durchschnitt ergeben. Links auf die Originaltexte und die Möglichkeit, sich mehr Texte von einem bestimmten Autor anzeigen zu lassen, komplettieren das Angebot. Nur auf Filme spezialisiert und um Nutzer-Bewertungen erweitert ist die Seite
Rotten Tomatoes.
Es geht auch persönlicher
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Xydo: Der Web-Aggregator
Xydo beschränkt sich nicht auf das Hochzählen von Verlinkungen. Verknüpft man die Seite mit dem eigenen Account bei Twitter. Facebook und Co., werden diese Dienste mit abgegrast. Die von Online-Kontakten weitergereichten Links fließen dann in die automatische Nachrichtenübersicht ein. Denn was die Freunde empfehlen, ist für den Empfänger womöglich relevanter. Xydo bietet eine Reihe festgelegter Ressorts und außerdem einen täglichen, personalisierten Newsletter.
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Tablet-Zeitungen: Ganz ähnlich funktionieren Angebote wie
Flipboard (iOS),
Pulse News (iOS und Android) oder
Feedly (Android und iOS) - nur dass die Artikel nicht auf einer Website angezeigt, sondern in einer App ansprechend für Tablet-Rechner aufbereitet werden. Die Programme ziehen sich Links aus Themenkanälen und aus den persönlichen Twitter-, Facebook- und sonstigen Social-Media-Feeds. So kann man durch ein ständig aktualisiertes und persönliches Tablet-Magazin blättern.
Die Community spricht schon drüber
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Reddit: In der riesigen Community
Reddit werden Nachrichten, Fotos und Links diskutiert, die Nutzer einreichen. Die einzelnen Einträge können darüber hinaus bewertet und so auf der Übersichtsseite weiter oben einsortiert werden - eine sogenannte "Social News Site". Im Gegensatz zu ähnlich aufgebauten Angeboten wie
Newsvine oder
Digg geht es bei Reddit nerdiger und netter zu - Spam und Trolle werden wirksam zurückgehalten. Die 2005 gestartete Seite wurde schon ein Jahr später von Condé Nast aufgekauft, dem US-Verlag, zu dem die "Wired" gehört.
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The Hype Machine: Es müssen nicht immer nur Nachrichten oder lustige Tierbildchen sein - die aktuellen Musiktrends des Webs erfasst
The Hype Machine. Dazu werden Musikblogs abgegrast und die gefunden Lieder gleich zum Abspielen angeboten. Zuverlässig werden so die alternativen Stars der nächsten Monate erkannt - wer hier auf Entdeckungsreise geht und seine favorisierten Genres durchstöbert, kann auf das Radio verzichten
Wir freuen uns über Ergänzungen und Tipps in den Kommentaren zu diesem Artikel - welcher Aggregator kann es mit diesen Angeboten aufnehmen?
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