#Aufschrei auf der re:publica: Was von der Twitter-Aktion gegen Alltagssexismus bleibt

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Anne Wizorek: Endlich offen über Alltagssexismus sprechen

Der #Aufschrei über den alltäglichen Sexismus auf Twitter löste Anfang des Jahres eine Debatte aus. Was aus der Online-Aktion geworden ist, berichtete Initiatorin Anne Wizorek zum Abschluss der Netzkonferenz re:publica.

Berlin - Selten hat ein Schlagwort auf Twitter so viel Aufmerksamkeit bekommen, selten wurde über ein Hashtag so viel diskutiert wie über den #Aufschrei im Januar. Erst berichteten Frauen von ihren Erlebnissen mit Alltagssexismuss auf Twitter, dann berichteten Nachrichtenseiten im Web, dann Zeitungen, das Fernsehen und internationale Medien.

Grund genug für die Netzgemeinde, stolz zu sein und auf der re:publica in Berlin die Entstehung der #Aufschrei-Bewegung noch einmal in Ruhe zu betrachten und die Ergebnisse zu feiern. Anne Wizorek (auf Twitter @marthadear) benutzte das Hashtag als Erste. Der Initiatorin wurde kurz vor einer Videokonferenz mit dem chinesischen Protestblogger Ai Weiwei die große Hauptbühne freigeräumt. Unter Jubelrufen betritt @marthadear die Bühne. Und nein, der Applaus kam nicht nur von Frauen.

Anne Wizorek berichtet noch einmal, wie das in dieser Nacht Ende Januar war, nachdem ein Blogpost über alltägliche Belästigungen den Stein ins Rollen brachte. Wie sie Tweet für Tweet über "Street Harassment", sexuelle Belästigung und Vergewaltigung verfolgte. Wie der #Aufschrei seinen Lauf nahm, wie die Anfragen der Medien kamen. Sie erzählt aber auch von der Kritik, dem Gegenwind, den Beleidigungen und den Drohungen. Die kamen erst über Twitter, dann auch per E-Mail und mit der Post.

"Die Tweets haben einen Nerv getroffen, der schon lange blankliegt", sagt @marthadear. Die Frage, was der #Aufschrei nun gebracht habe, hatte Wizorek im Vorfeld an ihre Twitter-Follower weitergereicht. Und tatsächlich hat sich offenbar einiges gehalten: "Endlich genug Selbstbewusstsein, sich zu regen", "die Erkenntnis, nicht allein zu sein" oder schlicht und einfach Solidarität - das schilderten Twitterer. Der #Aufschrei habe Frauen selbstbewusster gemacht, sagt Wizorek.

Zwar sei die Diskussion über Sexismus Ende Januar auf Partys, in Büros, in den Schulklassen angekommen, aber "Feminismus ist noch lange nicht fertig", sagte die #Aufschrei-Initiatorin. "Wir leben noch immer nicht in einer gleichgestellten Gesellschaft." Noch immer säßen in den Vorständen großer Firmen nur Männer, noch immer bekämen Frauen weniger Gehalt, noch immer gelte in der Werbung "Sex sells", kritisiert sie.

Der Applaus, den Wizorek für ihren #Aufschrei-Vortrag bekommt, hält länger als bei Netzprominenten wie Sascha Lobo. Die Re:publica-Besucher setzen damit ein Zeichen. Um es mit Anne Wizorek zu sagen: "Feminismus, fuck yeah!"

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1. Oh die Ironie
mkalus 08.05.2013
---Zitat--- Um es mit Anne Wizorek zu sagen: "Feminismus, fuck yeah!" ---Zitatende--- Denn das ganze "America, Fuck yeah!" kommt ja von "Team America - World Police" und war sehr sehr ironisch gemeint. Von wegen des Undifferenzierten Patriotismus der in den USA herrscht. Es war also beileibe kein Jubelruf sondern Sarkamus.
2. Die Redaktionen sollten mal gründlicher recherchieren
SozialRomantiker 09.05.2013
Zitat von mkalusDenn das ganze "America, Fuck yeah!" kommt ja von "Team America - World Police" und war sehr sehr ironisch gemeint. Von wegen des Undifferenzierten Patriotismus der in den USA herrscht. Es war also beileibe kein Jubelruf sondern Sarkamus.
Nämlich was hinter der ganzen verlogenen Kampagne mit dem #Aufschrei steckt. Es war nämlich kein zufälliges Ereignis, sondern eine Werbekampagne für den feministischen vday, schon alleine das hätte seinerzeit aufmerksam machen müssen. Dann der Punkt, das Wizorek Kampagnen-Kollegin einerseits Möchtegern-Autorin ist und andererseits wohl psychisch gestört, da selbstmordgefärdet. Wer garantiert den Medien nämlich, dass die ach so sexistischen Tweets und Stories nicht von Nicole von Horst im Vorfeld produziert und über Fake-Accounts veröffentlicht wurden? Nennt sich übrigens Storytelling (früher nannte man es zutreffender "Lügen" oder "Märchen erzählen"), ein bisschen mehr aktuelle Bildung und kritisches Hinterfragen könnte in den Redaktionen nicht schaden. Oder der angebliche "Twitter-Rekord" - Ergebnis einer wissenschaftlich durchgeführten Stichprobe war, dass gerade mal 1,5% der Tweets möglicherweise echte Vorfälle enthalten haben. Wo ja bei geschätzt 40 Mio Frauen selbst 60.000 Tweets lächerlich sind. Davon nochmal 1,5% und man weiß: da waren wenige Weibchen initiativ tätig und ein paar feministische und kampflesbische Zirkel haben das befeuert, mehr nicht. Eine Debatte war der #Aufschrei übrigens auch nicht, sondenr lediglich eine permanente Pauschalanschuldigung gegen alle Männer, selbst wenn sie nur mal auf Brüste oder einer Frau hinterher schauen. Wenn das schon seuelle Belästigung sein soll, dann sollen sich die allerorten "sexistische Kackscheisse" hinspammenden Netzfeministinnen am besten in Burkas hüllen und dann die Klappe halten. So twitterte Wizorek nach ihrem peinlichen auftritt be der republica: "aufm heimweg vom #aufschrei talk gleich mehrfach belästigt werden. oh, the irony!" Sorry, aber wer ist diese Frau und wer glaubt ihr noch? Schaut sie euch einfach mal an, das ist nicht Claudia Schiffer oder Heidi Klum, bei weitem nicht, und ich unterstelle auch den Berlinern in der Breite keinen so schlechten Geschmack. Wie glaubwürdig ist es, dass ausgerechnet diese Frau ausgerechnet nach ihrem peinlichen Auftritt "belästigt" wird und das dann auch noch "mehrfach"? Und was ist bei Wizorek eine Belästigung? Wenn Migrantengrüppchen das übliche "Hey Baby!" hinterherrufen? Oh, ich vergaß, nur weiße Hetero-Männer sind ja das Problem, da alle voll privilegiert und voll mächtig und so. Für #Aufschrei, dessen Initiatoren und Verstärker gibt es nur eine passende Bezeichnung: Lügenmäuler und billige Hetzkampagnen-Lostreter. Dagegen ist selbst jede Prostituierte hochanständig.
3. Wie immer
largo25 09.05.2013
Zitat von sysopDer #Aufschrei über den alltäglichen Sexismus auf Twitter löste Anfang des Jahres eine Debatte aus. Was aus der Online-Aktion geworden ist, berichtete Initiatorin Anne Wizorek zum Abschluss der Netzkonferenz re:publica. #Aufschrei: Was von der Twitter-Aktion gegen Alltagssexismus bleibt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/aufschrei-was-von-der-twitter-aktion-gegen-alltagssexismus-bleibt-a-898896.html)
Es geht wie immer um Macht/Einfluss und Geld. Die selbe Story wie vor ein paar Jahren der Slutwalk aus Kanada. Frau will bestimmen, Mann hat zu parieren. Und beim schlecht Benehmen unterscheiden sich Männer und Frauen nur in den Methoden, nicht vom Prinzip her. Nur bei tätlichen Konfrontationen haben Frauen (und Kinder) auf Grund der Konstitution schlechtere Chancen (siehe gerade bei den 3 freigekommenen Frauen in Cleveland). So etwas habe ich in umgekehrter Form (Mann wird von Frau gefangen gehalten) nur aus der Ehe gehört.
4. Die echte #Aufschrei-Statistik
SozialRomantiker 09.05.2013
Gerade den Link zur inhaltlichen Statistik / Stichprobe wiedergefunden: Me-Ti, Das Blog der Wendungen: #AUFSCHREI - ANSPRUCH UND VERZERRTE WIRKLICHKEIT (http://blog-der-wendungen.blogspot.de/2013/02/aufschrei-anspruch-und-verzerrte.html) #Aufschrei war eine Lüge und begann mit einer Lüge. Wizorek kopiert feministische Kampagnen aus dem englischsprachigen Raum zwecks Aufmerksamkeit, die sie für sich wirtschaftlich nutzbar macht. Ob sie zusätzlich den typisch feministischen Männerhass in sich trägt, wie er bei den ganzen kampflesbischen Feministinnen der Fall ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Und die Hipster- und Vollpfosten-Horden auf der re.publica glauben eh gern jeden Sch**ss, solange ein Hype entsteht, damit sie sich auch selbst wichtig fühlen können. Faktisch sind die meisten Besucher der re:publica wohl typisches Berliner Prekariat in Form von Praktikanten und prekären Selbständigen, die außer dem Generieren von heißer Luft online wie offline keinerlei Nutzwert haben.
5.
wrongsaidfreda 09.05.2013
Zitat von largo25Es geht wie immer um Macht/Einfluss und Geld. Die selbe Story wie vor ein paar Jahren der Slutwalk aus Kanada. Frau will bestimmen, Mann hat zu parieren. Und beim schlecht Benehmen unterscheiden sich Männer und Frauen nur in den Methoden, nicht vom Prinzip her. Nur bei tätlichen Konfrontationen haben Frauen (und Kinder) auf Grund der Konstitution schlechtere Chancen (siehe gerade bei den 3 freigekommenen Frauen in Cleveland). So etwas habe ich in umgekehrter Form (Mann wird von Frau gefangen gehalten) nur aus der Ehe gehört.
Was fuer ein bloeder,ignoranter Kommentar. Der frauenfeindliche "Witz" am Ende macht es auch nicht besser. Erlaeterung: Der (weltweite) SlutWalk wurde ausgeloest durch eine Bemerkung der Toronto Polizeichiefs , das Opfer von sexueller Gewalt sich halt nicht wie Schlampen anziehen sollten, dann waere ihnen auch nichts passiert. Hmm, ja, wenn es um meinen Koerper geht, da bestimme ich. Und der Mann hat zu parieren! Kann ich Ihnen nur zustimmen.
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