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#ausnahmslos: Der Aufschrei nach Köln

Aktivistin Anne Wizorek: 300 Erstunterzeichnerinnen für die #ausnahmslos-Kampagne Zur Großansicht
dpa

Aktivistin Anne Wizorek: 300 Erstunterzeichnerinnen für die #ausnahmslos-Kampagne

Gegen Sexismus, aber genauso sehr gegen Rassismus: Feministinnen der #aufschrei-Initiative haben nach den Ereignissen von Köln eine neue Kampagne ausgerufen - die sich im Eiltempo verbreitet.

Ein Aufruf von Feministinnen gegen sexualisierte Gewalt nach den Silvester-Angriffen in Köln hat im Netz schnell viele Unterstützer gefunden. Unter dem Hashtag #ausnahmslos solidarisierten sich auf Twitter zahlreiche Menschen mit den Initiatorinnen - der Hashtag landete rasch ganz oben bei den deutschen Trends im Kurznachrichtendienst.

Den Aufruf "Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos" verfassten mehrere Feministinnen, darunter die Autorin und Aktivistin Anne Wizorek. Sie hatte 2013 die #aufschrei-Kampagne gegen Sexismus ins Leben gerufen.

Die Verfasserinnen und Unterzeichner wollen sich gegen Populisten wehren, die die Übergriffe auf Frauen an Silvester in Köln für ihre Zwecke benutzen. "Es ist für alle schädlich, wenn feministische Anliegen von Populist_innen instrumentalisiert werden, um gegen einzelne Bevölkerungsgruppen zu hetzen, wie das aktuell in der Debatte um die Silvesternacht getan wird", heißt es auf der Webseite der Initiatorinnen.

Weiter heißt es: "Sexualisierte Gewalt darf nicht nur dann thematisiert werden, wenn die Täter die vermeintlich "Anderen" sind: die muslimischen, arabischen, schwarzen oder nordafrikanischen Männer" - all jene, die Rechtspopulisten als "nicht deutsch" verstünden. Die Kampagne fordert unter anderem mehr Beratungsstellen für Frauen und bessere Sensibilisierung von Polizei, Justiz und Medien für das Thema sexuelle Gewalt.

In Köln hatten sich in der Silvesternacht kleinere Gruppen aus einer Menge von geschätzt tausend Männern gelöst und Frauen massiv sexuell belästigt und genötigt sowie Feiernde bestohlen. Zahlreiche Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft. Die Tat hat zu einer heftigen Debatte über Integration und Flüchtlinge geführt.

Zu den 300 Erstunterzeichnern des Appells gehörten auch Manuela Schwesig (SPD), Grünen-Politikerin Claudia Roth oder Linken-Chefin Katja Kipping. Auch die Netzaktivistin Kübra Gümüsay, Autorin Laurie Penny und Musikerin Inga Humpe sind dabei.

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fab/dpa

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