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Auszeichnung: "Time" kürt Otto-Normalsurfer zur Person des Jahres

Es ist eine tiefe Verbeugung vor der digitalen Weltgemeinde: Das US-Magazin "Time" hat alle Internetnutzer zur "Person des Jahres 2006" gekürt. Alle, die im World Wide Web Inhalte produzieren oder nutzen, hätten sich die Auszeichnung als neue Bürger in der digitalen Demokratie verdient.

New York - Die Digitalisierung der Welt schreitet mit atemberaubendem Tempo voran: Drei Viertel aller Amerikaner sind nach aktuellen Studien bereits online, fast 70 Prozent haben eine E-Mail-Adresse. Hunderte Millionen Menschen treffen sich täglich in virtuellen Welten, tauschen dort Nachrichten aus, schließen Freundschaften. Für immer mehr Internetnutzer sind die Web-Gemeinden genauso wichtig wie ihre realen Bekannten- und Freundeskreise.

Den Urhebern dieser digitalen Revolution - den ganz normalen Internet-Nutzern - hat die Redaktion des renommierten US-Nachrichtenmagazins "Time" jetzt ein ganz reales Denkmal gesetzt: Die Titelseite der aktuellen "Time"-Ausgabe zeigt eine Computertastatur und einen Bildschirm mit spiegelnder Fläche, in der sich jeder Käufer der am Montag erscheinenden Ausgabe als Mann oder Frau des Jahres betrachten kann. "Wenn man ein Individuum auswählt, muss man das immer begründen", sagte "Time-Chefredakteur Richard Stengel. "Wenn man aber Millionen von Menschen auswählt, muss man das gegenüber niemandem rechtfertigen."

"Du. Ja, du. Du kontrollierst das Informationszeitalter. Willkommen in Deiner Welt", lautet der Titel der aktuellen "Time"-Ausgabe, mit der die Redaktion ihre "Person des Jahres" bekannt gibt
AP

"Du. Ja, du. Du kontrollierst das Informationszeitalter. Willkommen in Deiner Welt", lautet der Titel der aktuellen "Time"-Ausgabe, mit der die Redaktion ihre "Person des Jahres" bekannt gibt

Es ist das dritte Mal, dass "Time" ein Kollektiv zum bestimmenden Einfluss eines Jahres erklärte. 1966 wurde die Generation der Unter-25-Jährigen zur "Person des Jahres", 1975 die amerikanischen Frauen. Außerdem kürte die Zeitschrift 1982 den Computer zur "Person des Jahres".

"Time" wählt als Mensch des Jahres stets jemanden, "der die Nachrichten und unser Leben am meisten beeinflusst hat, im Guten oder im Schlechten, und der für das steht, was in diesem Jahr wichtig war", wie die Zeitschrift selbst erklärt.

Vor US-Präsident George W. Bush, der im Jahr 2004 auserkoren wurde, hatten die früheren Macher der Zeitschrift unter anderem Adolf Hitler und Joseph Stalin zu Menschen des Jahres gewählt. Dieses Jahr zählte das Magazin 26 Persönlichkeiten auf, die das Jahr geprägt hätten - vom nordkoreanischen Diktator Kim Jong Il bis zu Papst Benedikt XVI. Stengel sagte, Favorit für den Titel hätte auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sein können. Im vergangenen Jahr wurden Bill und Melinda Gates sowie Rockstar Bono für ihre karitative Arbeit ausgezeichnet.

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