Bedrohung Bundeskriminalamt warnt vor Internet-Kriminalität

Die Internet-Kriminalität stellt nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes eine immer größere Bedrohung dar. Die Behörde baut eine neue Abteilung "Internationale Koordinierung" auf, die sich der Früherkennung solcher Delikte widmen soll.


Wiesbaden - "Wir sind erst am Anfang, was Formen der Computer-Sabotage und die Ausspähung von Firmen angeht", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Jeder sei deshalb gut beraten, der Datensicherheit mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Eine wachsende Bedeutung habe auch die Ausspähung geheimer Bankdaten, das sogenannte Phishing. Banken in Deutschland seien aber gut gegen Angriffe gesichert.

Internet-Kriminalität: "Frühzeitiger als bisher reagieren"

Internet-Kriminalität: "Frühzeitiger als bisher reagieren"

Ziercke kündigte an, dass sich seine Behörde künftig verstärkt der Früherkennung von Kriminalität widmen wird. Dafür würden gerade wissenschaftliche Mitarbeiter gewonnen, die in der neuen Abteilung Internationale Koordinierung arbeiten sollen. "Wir wollen Entwicklungen in der Gesellschaft mit einbeziehen", sagte Ziercke. Für die Analysen arbeite das BKA auch mit Forschungsinstituten, der Bundeswehr und der Wirtschaft zusammen. "Das Ziel ist, frühzeitiger als bisher auf Kriminalitäts- und Bedrohungsentwicklungen zu reagieren." Die Analysen sollen dazu beitragen, gegebenenfalls die Schwerpunkte im BKA zu verschieben.

Die Abteilung Internationale Koordinierung soll im April mit dann 265 Mitarbeitern komplett sein. Dazu zählen auch zurzeit 62 Verbindungsbeamte in 48 Ländern der Welt. "Wir versuchen, Kriminalität dort zu bekämpfen, wo sie entsteht", betonte Ziercke. Als Beispiel nannte er die Drogenkriminalität: So stammten 80 Prozent des Heroins in Deutschland aus Afghanistan. Deshalb sei die Ausstattung und Ausbildung der örtlichen Behörden wichtig. Es handele sich dabei aber nicht um Waffen, sondern vor allem um kriminaltechnisches Wissen.

Die Abteilung Internationale Koordinierung war am 1. Januar 2005 eingerichtet worden und verfügt bereits über mehr als 200 Mitarbeiter. Um besser mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesinnenministerium zu kooperieren, arbeiten die Spezialisten in Berlin.

Thomas Seythal, AP



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