Ukraine-Dokumente Hacker knacken belgisches Außenministerium

Das Außenministerium in Belgien meldet einen Hackerangriff. Ziel waren offenbar Dokumente zur Ukraine-Krise. Für die Ermittlungen wurde das Computernetz lahmgelegt, das Ministerium ist nun offline.

Hackerangriff (Symbolbild): Unerlaubter Zugriff auf Dokumente zur Ukraine-Krise
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Hackerangriff (Symbolbild): Unerlaubter Zugriff auf Dokumente zur Ukraine-Krise


Brüssel - Ein Sprecher des belgischen Außenministerium hat einen Hackerangriff bestätigt. Es sei unerlaubt auf Dokumente zur Ukraine-Krise zugegriffen worden. Um welche Art von Dokumenten es sich dabei handelte, ließ der Sprecher allerdings offen.

Der Angriff auf das Computernetz habe vergangene Woche stattgefunden, hieß es am Montag. Wer die Dokumente gestohlen habe, wisse man bislang nicht. Die belgische Zeitung "De Tijd" berichtet dagegen am Montag, die Informationen der Nachrichtendienste würden auf einen Angriff aus Russland hindeuten. Laut des Zeitungsberichts sind die Computer des Ministeriums mit Schadsoftware infiziert worden.

Belgiens Außenminister Didier Reynders hatte schon am Samstag von einer Cyber-Attacke berichtet. Damals hieß es, die Behörden würden nun die Schäden prüfen und nach der Identität der Hacker forschen. Weil sich im Netz Spuren verwischen lassen, könnten Angreifer aber auch eine falsche Fährte nach Russland gelegt haben.

Im Zuge der Ermittlungen soll jetzt das gesamte Computernetz des Außenministeriums lahmgelegt worden sein. Die Mitarbeiter seien daher vorübergehend nicht in der Lage, E-Mails zu verschicken oder zu bekommen oder ins Internet zu gehen. "Wir sind digital vollständig von der Außenwelt abgeschlossen", zitiert "De Tijd" den Ministeriumssprecher, man könne derzeit nur noch intern miteinander kommunizieren.

mbö/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
dasdondel 12.05.2014
1. da bin ich
nun sehr neugierig, ob diese dokumente woanders wieder auftauchen...
homo heidelbergensis 12.05.2014
2. Cyberwar
Über den NSA-Skandal gerät völlig in Vergessenheit, dass es eine ernste Gefahr aus völlig anderer Richtung geben kann. Ich hoffe, die EU und die NATO sind dafür gerüstet, sonst gibt es sicher bald weitere derartige Fälle. Militärisches und machtpolitisches Denken gehören zwar nicht zu den Kernkompetenzen des freien Europas, aber zumindest abwehrbereit sollten wir sein.
caracho! 12.05.2014
3. Nettes Symbolbild....
...wenigstens mal halbwegs authentisch.... aircrack ng - wurden die tatsächlich über ihr WLAN gehackt? Das wäre ja sträflich leichtsinnig.....
Untertan 2.0 12.05.2014
4. Vorschnelle Schlüsse
Zitat von homo heidelbergensisÜber den NSA-Skandal gerät völlig in Vergessenheit, dass es eine ernste Gefahr aus völlig anderer Richtung geben kann. Ich hoffe, die EU und die NATO sind dafür gerüstet, sonst gibt es sicher bald weitere derartige Fälle. Militärisches und machtpolitisches Denken gehören zwar nicht zu den Kernkompetenzen des freien Europas, aber zumindest abwehrbereit sollten wir sein.
Wer sagt denn, dass es nicht auch diesmal die NSA war?
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