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#besorgteEier bei Twitter: Hashtag führt zu Hassbotschaften

Twitter-Logo: Aus einer Hashtag-Spaßaktion wurde eine hässliche Debatte Zur Großansicht
AFP

Twitter-Logo: Aus einer Hashtag-Spaßaktion wurde eine hässliche Debatte

Mit dem Hashtag #besorgteEier werden bei Twitter anonyme Trolle auf die Schippe genommen, die fremdenfeindliche Botschaften verbreiten. Doch der humorvoll gedachten Aktion folgen hässliche Debatten.

Rechte Pöbler und fremdenfeindliche Trolle sind im Netz oft anonym unterwegs. Sie verstecken sich hinter Fantasienamen und laden kein Profilbild hoch, um unerkannt zu bleiben. Und das bedeutet beim Kurznachrichtendienst Twitter: Anstatt eines Fotos erscheint ein Ei im Profil.

Die Netzaktivistin Anne Roth ärgert sich über diese anonymen Pöbler - und hat den Eier-Trend bei Twitter losgetreten. In einem Tweet schreibt sie in der Nacht zu Donnerstag: "Diese Accounts mit kaum Followern, die von rechts unten rumpöbeln und kein Account-Bild haben: ich würde die Eierköpfe nennen wollen." Das Hashtag wird einen Tweet später erfunden, als ihr ein Nutzer antwortet: "Wie wäre es mit besorgte Eier?"

Immer mehr Nutzer greifen am Donnerstag den Hashtag #besorgteEier auf, in Deutschland landet der Begriff vorübergehend sogar auf Platz 1 in den Trends. Hinter dem Hashtag verbirgt sich eine hämische Bezeichnung für "besorgte Bürger", die ihre Ängste vor der Flüchtlingssituation in Deutschland bei Stammtischen und auf Onlineplattformen äußern.

Und zunächst haben die Nutzer auch viel Spaß mit dem neuen Hashtag. Sie stellen lustige Bilder von Eiern ins Netz und machen sich über rechte Propaganda lustig:

Einige Nutzer beginnen außerdem damit, fremdenfeindliche Aussagen zu zitieren, um sie mit dem Hashtag #besorgteEier ironisch zu brechen. Doch damit kippt die Stimmung. Die Ironie funktioniert nicht so recht, nach einiger Zeit ebben die Zitate wieder ab. Vor allem, weil sich Twitterer darüber beklagen, dass Parolen der rechten Hetzer verbreitet werden:

Den lustigen Eierbildern folgen viele hasserfüllte Kurznachrichten. Einige Twitter-Nutzer fühlen sich verspottet und kapern den Hashtag, um rechtsradikale Botschaften zu verbreiten. Auch die Silvesternacht in Köln wird mit der Debatte vermengt - was in hässlichen Diskussionen und Beschimpfungen endet. Selbst dem Hashtag-Erfinder wird der Trubel zu viel. Er verbirgt seine Kurznachrichten am Donnerstagmittag vor der Öffentlichkeit.

jbr

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