Ausbleibende Werbeeinnahmen Bild.de blockiert Adblocker-Nutzer

Bild.de, das Online-Angebot der "Bild"-Zeitung, gibt es nun auch in einer weitgehend werbefreien Version. Beworben wird "BildSmart" gegenüber den Nutzern von Adblockern.

Mobile Bild.de-Startseite mit aktiviertem Adblocker: Keine Artikel mehr zu sehen

Mobile Bild.de-Startseite mit aktiviertem Adblocker: Keine Artikel mehr zu sehen


"Das Tiger-Comeback", "Playboy schmeißt die Nackten raus", "Das wurde aus Pablo Escobars legendärer Protz-Hacienda": Wer im Browser einen Adblocker aktiviert hat, muss bei Bild.de momentan auf sämtliche Geschichten verzichten. Statt der Artikel wird jeweils nur eine Informationsseite angezeigt, die erklärt, warum sie anstelle des jeweiligen Textes auftaucht.

Auf der Infoseite bittet das "Bild"-Team den Nutzer, seinen Adblocker zu deaktivieren - dann seien auch die Artikel wieder sichtbar. In einer Anleitung wird erklärt, wie man das Blocken der Werbung auf Bild.de verhindert. "Ihr Adblocker sperrt die Werbung auf Bild.de", heißt es im Erklärtext. "Doch ohne Erlöse aus dem Verkauf von Werbeplätzen können wir die Arbeit unserer Journalisten nicht finanzieren."

Dass Inhalteanbieter wie Verlage oder Blogs Nutzer bitten, ihre Adblocker zumindest für das jeweilige Angebot abzuschalten, kommt häufiger vor. Oft werden dabei die Anzeigenplätze genutzt, um mit den Adblocker-Nutzern zu kommunizieren. 2013 zählte SPIEGEL ONLINE zu den Initiatoren solch einer Kampagne, gemeinsam mit Medien wie Süddeutsche.de und Faz.net.

Weitgehend werbefreie Alternative

Dass ein Webangebot wie jetzt Bild.de für Adblocker-Nutzer gleich alle Artikel sperrt, ist außergewöhnlich. In einer Springer-Pressemitteilung heißt es, das Unternehmen halte das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern für rechtswidrig: "Dies gilt sowohl für das Unterdrücken von Werbung auf Verlagswebseiten als auch für das Angebot des 'Whitelisting', bei dem sich Publisher von der Werbeblockade freikaufen können, ein aus Sicht von Axel Springer erpresserisches Vorgehen."

Bemerkenswert ist, dass Bild.de eine Alternative zum Deaktivieren des Adblockers anbietet. Ein neues Abo namens "BildSmart" soll es ermöglichen, Bild.de mit "bis zu 90 Prozent weniger Werbung" und einer "bis zu 50 Prozent schnelleren Ladezeit" zu besuchen. Das Abo kostet 2,99 Euro im Monat und lässt sich monatlich kündigen.

Erst kürzlich war in den sozialen Netzwerken intensiv über zwei Grafiken diskutiert worden. Sie zeigen, wie Anzeigen auf den Mobilseiten von Nachrichten-Websites die Ladezeiten beeinflussen (in den USA hier sowie in Deutschland hier. Besonders in den USA gibt es viele Angebote, bei denen das Laden der Werbung mehr Zeit in Anspruch nimmt als das Abrufen der journalistischen Inhalte.

mbö

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