Wir sind fast fertig! Wir wollen dem Beauty-Porträt am Ende noch etwas Feinschliff verleihen, indem wir die Farbverhältnisse, den Kontrast und die Belichtung sanft verändern. Je nach Aufnahmeverhältnissen können jedoch diese Abschlussarbeiten stark variieren und sind daher nur als Kreativ-Impuls für die Bearbeitung Ihrer eigenen Bilder zu sehen.
Wir haben in den letzten Schritten (Lidschatten, Wimpern, Augenbrauen etc.) zahlreiche neue Ebenen angelegt - erzeugen Sie nun aus all diesen Ebenen eine weitere, indem Sie im Ebenen-Dialog mit der rechten Maustaste "Neu aus sichtbarem" wählen.
Duplizieren Sie diese Ebene zweimal, wir haben dann das Modell dreimal übereinander stehen. Stellen Sie den Ebenenmodus der zweiten Ebene auf "Multiplikation" - damit intensivieren Sie die Farben - und den Ebenenmodus der obersten Ebene auf "Bildschirm" - diese wirkt aufhellend. Noch ist das Ganze viel zu intensiv und unnatürlich. Auf der Multiplikationsebene wandeln Sie daher das Bild über "Farben > Komponenten > Kanalmixer" in ein Schwarzweiß-Bild um, aktivieren Sie im Dialog die Option "Monochrom" und stellen Sie mit den Reglern die einzelnen Rot-Grün-Blau-Kanäle so ein, dass fast nur noch die Schatten zu sehen sind, bestätigen Sie abschließend. Die Tiefen des Bilds wirken jetzt noch intensiver.
Reduzieren Sie auf der Bildschirmebene mittels Menü "Farben > Farbton/Sättigung" die Helligkeit.
Reduzieren Sie bei beiden Hilfsebenen "Bildschirm" und "Multiplikation" die Deckkraft (zwischen 30 und 60) nach Ihrem Geschmack. Nun ist Ihr kreatives Auge gefragt. Experimentieren Sie also mit den zahllosen Möglichkeiten, die GIMP zu bieten hat. Verändern Sie über "Farben > Kurven" einzelne Kanäle oder versuchen Sie über die fantastischen "Filter > Künstlerisch > warmes Leuchten" beziehungsweise über "Filter > Licht und Schatten > Lichteffekte" die Belichtung zu verbessern. Lassen Sie in Ihre Technik auch Ebenenmasken mit einfließen, um bestimmte Bereiche zu intensivieren oder abzusoften. Grundsätzlich gilt das Motto "Weniger ist mehr" - denn ein zu aufgesetztes Make-up wirkt rasch unnatürlich. Betonen Sie den jeweiligen Model-Charaktertyp - romantisch mit mehr Weichzeichner, feurig mit intensiveren Rottönen, sportlich mit weniger Make-up et cetera. Porträt-Retusche erfordert viel Fingerspitzengefühl und Geduld, macht aber gleichwohl viel Spaß.
Gefunden in: c't Special 1/2010 - Digitale Fotografie ( Heft bestellen / c't- Sonderhefte im Überlick )
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