Festplatteninhalt von Osama Bin Laden CIA warnt vor Schadsoftware

Dateien vom Rechner von Osama Bin Laden zeigen: Der ehemalige Terrorchef war offenbar ein Fan von US-Animationsfilmen und Videospielen. Die CIA warnt aber vor verstecktem Schadcode in Downloads.


Dokumentationen, Videospiele und Animationsfilme: Die CIA hat ein enormes Datenarchiv des 2011 getöteten Osama Bin Laden ins Netz gestellt, das Einblicke in sein Privatleben gibt. Das Archiv umfasst rund 500.000 Dateien, die mit einer Downloadgröße von insgesamt mehr als 300 Gigabyte auf der Festplatte des Al-Qaida-Terroristen gespeichert waren.

Der Geheimdienst weist darauf hin, dass "dieses Material von einer Terrororganisation beschlagnahmt worden ist". Man solle die Sammlung deshalb mit Diskretion anschauen und sich bewusst machen, dass die Inhalte nicht für jedes Alter geeignet sein könnten. Außerdem bestehe trotz einer Kontrolle die Gefahr, dass einige Dateien noch infiziert sein könnten: "Es gibt keine absolute Garantie, dass jede Schadsoftware entfernt worden ist."

Die Website mit den Bin-Laden-Dateien war zwischenzeitlich nicht erreichbar. Wer etwa am Freitagnachmittag auf den Link klickte, bekam eine Meldung zu sehen, laut der es technische Probleme gebe. Das Material solle so bald wie möglich wieder verfügbar sein, hieß es weiter.

Häkelvideos, Pornos und private Aufnahmen

In dem Archiv finden sich rund 80.000 Bilder und Audiodateien von öffentlichen Reden sowie Material, das als Propaganda eingesetzt wurde. Außerdem sind etwa 10.000 Videos beschlagnahmt worden. Die Clips zeigen hauptsächlich zur Veröffentlichung bestimmte Statements des Terroristen, aber auch Privates wie die Hochzeit seines Sohnes Hamsa Bin Laden.

Außerdem gibt das Archiv Einblick in die Freizeitbeschäftigungen des Terroristen. Demnach hat Bin Laden neben Pornos und Häkelvideos auch US-Animationsfilme wie "Cars", "Antz" und "Ice Age 3" auf der Festplatte gehabt. Die CIA listet zudem Dokumentationen über Tiere und Länder wie Indien und Russland auf. Viele Filme und Serien handeln von Bin Laden selbst, wie die Komödie "Where in the World is Osama Bin Laden".

Bin Laden besaß Multiplayer-Spiele

Außerdem haben die Agenten einige Videospiele auf dem Rechner des Terroristen entdeckt. Unter anderem sei dort das Spiel "Final Fantasy 7" installiert gewesen, heißt es. Nach Angaben von "Newsweek" wurde auf Bin Ladens Rechner auch der Shooter "Half-Life" entdeckt, ebenso "Counter-Strike".

Dem Spielemagazin "PC Games News" zufolge finden sich in den Dateien zudem Hinweise darauf, dass Bin Laden die Handheld-Konsole Nintendo DS auf seinem Rechner emuliert haben könnte, um Titel wie "New Super Mario Bros" und "Animal Crossing: Wild Word" zu spielen.

Das Material wird laut CIA-Chef Mike Pompeo öffentlich gemacht, damit die US-Bürger "weitere Einblicke in die Pläne und Arbeit dieser Terrororganisation erhalten". Man werde auch künftig nach Möglichkeiten suchen, Informationen mit der Bevölkerung zu teilen, ohne dabei die nationale Sicherheit zu gefährden.

jbr



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