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Satoshi Nakamoto: Bitcoin-Erfinder angeblich von Hacker enttarnt

Bitcoin-Münzen (Kunstbild): Die Identität des Erfinders ist bislang unbekannt Zur Großansicht
REUTERS

Bitcoin-Münzen (Kunstbild): Die Identität des Erfinders ist bislang unbekannt

Ein Hacker behauptet, er habe das E-Mail-Konto des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto gekapert. Außerdem will er den Namen einer realen Person zuordnen können - vorausgesetzt, jemand bezahlt ihn.

Satoshi Nakamoto gilt als Erfinder der virtuellen Währung Bitcoin. Doch wer hinter dem Namen steckt - eine Einzelperson oder eine ganze Gruppe -, ist bis heute nicht bekannt. Kein Wunder, dass Neugierige nichts unversucht lassen, um an Informationen zu gelangen. Das US-Magazin "Wired" berichtet jetzt, ein Hacker namens Jeffrey habe Kontakt aufgenommen und angeboten, die wahre Identität von Nakamoto preiszugeben, allerdings nur gegen Bezahlung. Die erhobene Forderung: 25 Bitcoin, umgerechnet derzeit gut 9500 Euro.

In seinem via Pastebin unterbreiteten Angebot präsentiert Jeffrey einen Screenshot, der angeblich Nakamotos gehackten E-Mail-Account zeigt. Der Hacker behauptet laut "Wired", er habe Zugriff auf E-Mails bis zum Jahr 2011 und schrieb: "Der Dummkopf hat eine GMX-Adresse mit seinem vollem Namen verwendet und Mail-Aliase darunter eingerichtet."

Möglicherweise konnte sich der Hacker auch Zugriff auf Nakamotos Account bei der P2P-Foundation verschaffen. Am Dienstag erschien dort eine Nachricht an den "lieben Satoshi": Seine Dokumente, Passwörter und IP-Adressen würden im Darknet feilgeboten. Nakamoto habe im Jahr 2010 den Anonymisierungsdienst Tor nicht richtig konfiguriert und damals bei der Nutzung seines E-Mail-Profils seine IP-Adresse verrraten. Im Anschluss an die Warnung an Nakamoto, dass er nicht sicher sei und sich möglichst bald verstecken solle, heißt es: "Vielen Dank, dass du Bitcoin erfunden hast."

GMX schließt einen Hack aus

Derzeit ist nicht mit Gewissheit zu klären, ob der Nakamoto-Account tatsächlich gehackt wurde. Dafür spricht laut "Heise Online" der Umstand, dass Bitcoin-Miterfinder Peter Todd berichtet, eine an "Satoshi gerichtete E-Mail von 2011" sei an ihn weitergeleitet worden.

Außerdem hat ein Moderator im "Bitcoin Talk"-Forum mitgeteilt, eine E-Mail von Nakamotos alter Adresse satoshin@gmx.com erhalten zu haben. Allerdings, so schränkt "Heise Online" seine Vermutung ein, sei nicht sicher, ob der übernommene Mail-Account tatsächlich die vom Hacker versprochene Informationen enthalte.

Der E-Mail-Anbieter GMX dagegen verwahrt sich gegen alle Vermutungen eines Hacks. Auf Nachfrage teilte das Unternehmen der "Süddeutschen Zeitung" am Dienstag mit, ein Zugriff auf die internen Systeme könne definitiv ausgeschlossen werden. Das betreffende Postfach werde derzeit auf missbräuchliche Nutzung überprüft. Sollte etwas passiert sein, wolle man "zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um den Postfachinhaber zu schützen".

meu

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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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