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an einer Sache habe ich zu knabbern: Seit Jahrzehnten habe ich mit Hackern, Nerds, IT-Spezialisten zu tun. Ich habe mitbekommen, wie sie vor Jahren begannen, von der Digitalwährung Bitcoin zu reden. Wie sie plötzlich Digitalgeld selber herstellten und untereinander damit zahlten. Ich habe es mitbekommen, aber amüsiert-desinteressiert vernachlässigt.

DPA

Ein Fehler. Am Wochenende stieg der Wert eines Bitcoin erstmals auf über 2000 US-Dollar. Und ich besitze keine. Obwohl ich schon oft in meinem Leben Gelegenheit gehabt hätte, mir erst welche errechnen zu lassen oder später günstig welche zu kaufen. Einige meiner Bekannten dürften damit nun reich werden. Und sicher bin ich nicht die Einzige, die jetzt das große Bitcoin-Bedauern erfasst. Wieder einmal nehme ich mir vor, künftig mehr auf die Nerds zu hören.

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Die Gewinner sind gezogen

Im vorigen Startmenü-Newsletter haben wir elf Videospiele verlost. Mehr als 1400 Zuschriften haben uns daraufhin erreicht, aus denen wir heute die elf Gewinner gezogen haben. So viel sei verraten: Sie kommen aus Berlin, Ismaning, Kaiserslautern, Köln, Königswinter, Lautertal, Magdeburg, München, Tübingen, Waiblingen und Weilheim. Die Spiele werden im Laufe der Woche an die Gewinner verschickt.

Tortenschlacht mit Kim Dotcom

Viele Reporter haben vor der Botschaft auf Assange gewartet
AFP

Viele Reporter haben vor der Botschaft auf Assange gewartet

Als am Freitag bekannt wurde, dass die schwedische Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen Julian Assange eingestellt hat, gratulierte ihm Kim Dotcom per Twitter. Kurz darauf suchte er per Tweet nach einem Londoner Konditor, der eine Glückwunschtorte zur ecuadorianischen Botschaft bringen sollte. Jemand bestellte, eine Bäckerei machte und lieferte die gewünschte Torte, durfte sie aber offenbar nicht in der Botschaft abgeben. Deshalb wurde sie kurzerhand an die vor dem Gebäude wartenden Reporter verfüttert.

Nun handelte es sich in diesem Fall offenbar um eine vertrauenswürdige Konditorei. Aber mal ehrlich: Würde mir ein völlig Fremder ein Stück einer Torte anbieten, die jemand über einen offenen Twitter-Aufruf für Julian Assange bestellt hat und die nicht zugestellt werden durfte - ich glaube, ich würde davon nicht so freimütig kosten. Vielleicht wird man als Netzwelt-Redakteur einfach paranoid über die Jahre. Den Kollegen hat der Kuchen nämlich wohl ganz gut geschmeckt.

Seltsame Digitalwelt: Die Sache mit der Tastensperre

Derzeit beschäftige ich mich privat vor allem mit den Tastensperren unserer Geräte. Ich habe nämlich ein sehr aktives Kleinkind zu Hause, das ganz versessen ist auf Tasten und am liebsten mit dem Telefon ("Lodelo") spielt. Allerdings bin ich unzufrieden mit den Funktionen: Die Tastensperre am Festnetztelefon hat mein Sohn schon entsperrt, indem er sich kurz auf den Hörer gesetzt hat, und mit dem Smartphone dürfte er selbst bei gesperrtem Bildschirm immerhin noch den Notruf wählen. Zum Glück kennt er die Nummer nicht.

Die Waschmaschine hat zwar eine Tastensperre, was gut ist, weil das Kind nicht mehr jede Wäsche auf 90 Grad hochstellen kann. Allerdings erlaubt die Maschine auch mit Tastensperre dem Kind noch, das Gerät mitten im Waschgang auszuschalten oder wieder einzuschalten, wenn die Wäsche fertig ist. Wie so oft gilt auch hier: Auf die Technik ist kein Verlass, man muss das Kind schon selbst im Auge behalten. Meins sogar jede Sekunde.

Die App der Woche: "To the Moon"
getestet von Markus Böhm

App der Woche: "To the Moon"

App der Woche: "To the Moon"

Am meisten Spaß macht "To the Moon", wenn man möglichst wenig über das Spiel weiß, das 2011 für den PC erschien und jetzt als Mobil-App verfügbar ist. Wobei Spiel der falsche Begriff ist. "To the Moon" ist eher ein interaktiver Film: in Pixeloptik, ohne spielerischen Anspruch, wenige Stunden kurz. Dafür bietet es eine so herzerwärmende Story wie kaum ein anderes Videospiel.

"To the Moon" dreht sich um den Traum eines alten, im Sterben liegenden Manns, der gern zum Mond geflogen wäre. Zwei Forscher schauen sich dank moderner Technik Episoden seines Leben an - und überlegen, was sie für den großen Traum tun können. Das klingt kitschig, ist aber ein Erlebnis, auch dank der fantastischen Musik.

Von X.D. Network, ohne In-App-Käufe: iOS und Android je 5,49 Euro

Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Ignore or delete: Could you be a Facebook moderator?" (Englisch, Quiz)
    Der "Guardian" hat am Sonntag interne Facebook-Dokumente veröffentlicht mit Anweisungen an seine Moderatoren, welche Postings gelöscht gehören und welche nicht. Dazu gibt es ein kleines, lehrreiches Quiz.

Schöne Grüße und eine schöne Woche,

Judith Horchert

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insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hman2 23.05.2017
1. Bitte was? Bedauern??
" Ein Fehler. Am Wochenende stieg der Wert eines Bitcoin erstmals auf über 2000 US-Dollar. Und ich besitze keine. Obwohl ich schon oft in meinem Leben Gelegenheit gehabt hätte, mir erst welche errechnen zu lassen oder später günstig welche zu kaufen. Einige meiner Bekannten dürften damit nun reich werden. Und sicher bin ich nicht die Einzige, die jetzt das große Bitcoin-Bedauern erfasst. Wieder einmal nehme ich mir vor, künftig mehr auf die Nerds zu hören. " Bei Investmentratschlägen sollten Sie NICHT auf Nerds hören, sondern auf Leute, die sich mit Geld auskennen. Große Chancen sind IMMER mit großen Risiken verbunden. Immer. Jedes Mal. Ohne Ausnahmen. Ihre Bekannten "könnnen" reich werden. Oder alles verlieren. Beides ist möglich. Bitcoins sind ein höchst volatiles Spekulationsobjekt. Man sollte darin nur Spielgeld investieren, und das sind solche Gelder, deren Totalverlust man problemlos wegstecken kann. Alles andere ist Hazardspiel...
600watt 23.05.2017
2.
Zitat von hman2" Ein Fehler. Am Wochenende stieg der Wert eines Bitcoin erstmals auf über 2000 US-Dollar. Und ich besitze keine. Obwohl ich schon oft in meinem Leben Gelegenheit gehabt hätte, mir erst welche errechnen zu lassen oder später günstig welche zu kaufen. Einige meiner Bekannten dürften damit nun reich werden. Und sicher bin ich nicht die Einzige, die jetzt das große Bitcoin-Bedauern erfasst. Wieder einmal nehme ich mir vor, künftig mehr auf die Nerds zu hören. " Bei Investmentratschlägen sollten Sie NICHT auf Nerds hören, sondern auf Leute, die sich mit Geld auskennen. Große Chancen sind IMMER mit großen Risiken verbunden. Immer. Jedes Mal. Ohne Ausnahmen. Ihre Bekannten "könnnen" reich werden. Oder alles verlieren. Beides ist möglich. Bitcoins sind ein höchst volatiles Spekulationsobjekt. Man sollte darin nur Spielgeld investieren, und das sind solche Gelder, deren Totalverlust man problemlos wegstecken kann. Alles andere ist Hazardspiel...
ah, der herr IT-ler mit mathematischem hintergrund schon wieder. (sie haben es übrigens bisher verpasst, im leserforum des letzten spon artikels über bitcoin, meine frage nach den von ihnen lächerlicherweise behaupteten "gefälschten bitcoins" zu beantworten. da warte ich immer noch) und auch diesmal liegen sie mit ihren oberlehrerhaften bemerkungen daneben: wer vor sieben jahren 100 dollar in bitcoin investiert hat, dessen bitcoins haben heute einen wert von von 70 millionen dollar. ok, die 100 dollar hätten auch weg sein können, aber das wäre verkraftbar, oder? klingt nicht nach "alles verlieren", finde ich. das wertzuwachs-potential nach oben war so gross, dass es die risiken eines totalverlustes locker wettgemacht hat. mit ihrem "mathematischem hintergrund" hätten sie das erkennen können. haben sie aber nicht. lieber bekunden sie nun unter jedem bitcoin artikel ihren unmut. jedem das seine.
neoooo23 23.05.2017
3. Bitcoin und Co. stehen immernoch am Anfang
Nerds kennen sich mit Technologie halt ziemlich gut aus. Und Bitcoin bzw. Blockchain ist eine revolutionäre Technologie (dezentral, defaltionär, trustless) und wird Geld und noch einiges Anderes radikal umkrempeln. Deshalb die enormen Wertzuwächse. Und lassen Sie sich sagen, diese Revolution ist immernoch am Anfang. Es ist nicht zu spät in Bitcoin und Co. (Ethereum, Litecoin, Dash, Monero, Decred ... https://coinmarketcap.com ) zu investieren. Dann ärgern Sie sich in 2, 3 Jahren nicht mehr. Jeder sollte einen kleinen Betrag in diese enorme Chance investieren - wohl am besten wenns mal wieder 30% runter ging.
hman2 23.05.2017
4.
Zitat von 600wattah, der herr IT-ler mit mathematischem hintergrund schon wieder. (sie haben es übrigens bisher verpasst, im leserforum des letzten spon artikels über bitcoin, meine frage nach den von ihnen lächerlicherweise behaupteten "gefälschten bitcoins" zu beantworten. da warte ich immer noch) und auch diesmal liegen sie mit ihren oberlehrerhaften bemerkungen daneben: wer vor sieben jahren 100 dollar in bitcoin investiert hat, dessen bitcoins haben heute einen wert von von 70 millionen dollar. ok, die 100 dollar hätten auch weg sein können, aber das wäre verkraftbar, oder? klingt nicht nach "alles verlieren", finde ich. das wertzuwachs-potential nach oben war so gross, dass es die risiken eines totalverlustes locker wettgemacht hat. mit ihrem "mathematischem hintergrund" hätten sie das erkennen können. haben sie aber nicht. lieber bekunden sie nun unter jedem bitcoin artikel ihren unmut. jedem das seine.
Ich liege nicht daneben, denn es gibt keine Chancen ohne Risiken. Hat es nie, wird es nie. Und ja, wenn man 100 verliert aber 100 investiert hat, dann heißt das, dass man "alles verloren hat". Ja was denn sonst? Bisher sind alle "Wertzuwächse" (es gibt eigentlich gar keine Werte im Bitcoinsystem) nur dem Hype geschuldet, den die Medien entfachen. Sobald einmal weniger Menschen echtes Geld in Bitcoins tauschen, oder ihre Wallets in größeren Mengen zu echtem Geld machen, werden die Kurse auch wieder einbrechen. Es ist halt ein extrem volatiles Spekulationsobjekt. Wenn Sie Bitcoins über den grünen Klee loben und selber welche besitzen, dann haben Sie eigene wirtschaftliche Interessen, d.h. Ihre Aussagen können nicht neutral sein. In den USA wäre es auch gar nicht zulässig, so zu agieren, ohne auf die eigenen Interessen hinzuweisen...
hman2 23.05.2017
5.
Zitat von neoooo23Nerds kennen sich mit Technologie halt ziemlich gut aus. Und Bitcoin bzw. Blockchain ist eine revolutionäre Technologie (dezentral, defaltionär, trustless) und wird Geld und noch einiges Anderes radikal umkrempeln. Deshalb die enormen Wertzuwächse. Und lassen Sie sich sagen, diese Revolution ist immernoch am Anfang. Es ist nicht zu spät in Bitcoin und Co. (Ethereum, Litecoin, Dash, Monero, Decred ... https://coinmarketcap.com ) zu investieren. Dann ärgern Sie sich in 2, 3 Jahren nicht mehr. Jeder sollte einen kleinen Betrag in diese enorme Chance investieren - wohl am besten wenns mal wieder 30% runter ging.
Lassen Sie mich raten, Sie besitzen selbst Bitcoins, d.h. sie profitieren selbst unmittelbar davon, wenn andere Leute in Bitcoins investieren, und würden etwas verlieren, wenn größere Mengen Bitcoins wieder in echtes Geld konvertiert werden würde... Sie haben also auch ein wirtschaftliches Interesse daran, Bitcoins schön zu reden.
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