Rückschlag für Digitalwährung Mega-Börse aus China stoppt Handel mit Bitcoin

In China werden Handelsplattformen laut Medienberichten aufgefordert, den Tausch in Bitcoin einzustellen. Mit BTC China hat nun eine der größten Börsen weltweit die Reißleine gezogen.

Bitcoin-Münzen (Symbolbild)
REUTERS

Bitcoin-Münzen (Symbolbild)


Die chinesische Regierung macht Ernst mit Vorgehen gegen die Digitalwährung Bitcoin: Medienberichten zufolge sind am Donnerstag die ersten Handelsplattformen offiziell dazu aufgefordert worden, den Tausch in Bitcoin einzustellen.

Regulierungsbehörden haben laut "China Business News" und "21st Century Economic Report" von den Börsen mündlich einen Handelsstopp verlangt. Bereits in der vergangenen Woche waren Berichte kursiert, laut denen China den Handel mit der digitalen Währung stoppen will.

Der harte Kurs der chinesischen Regierung gegen Bitcoin und ähnliche Digitalwährungen hat Konsequenzen: Eine der weltweit bekanntesten Börsen hat nun die Reißleine gezogen. Nachdem die Regierung vergangene Woche angekündigt hatte, keine neu geschaffenen Cyberwährungen in China mehr zuzulassen, teilte BTC China am Donnerstag bei Twitter mit, den Bitcoin-Handel aufzugeben.

Man habe die Ankündigung der Aufsichtsbehörden sorgfältig geprüft, heißt es, und entschieden, dass "BTC China den Handel am 30. September komplett einstellen wird". BTC China gilt als dem Volumen nach zweitgrößter Bitcoin-Handelsplatz Chinas und als drittgrößter der Welt.

Die chinesische Regierung greift gegen die Kryptowährungen vor allem deshalb so hart durch, weil damit Handelsgeschäfte weitgehend anonym abgewickelt werden können. Die Transaktionen werden verschlüsselt übertragen und sind nur schwer einzelnen Personen zuzuordnen. Die Zentralbank warnte vor der Währung, weil Bitcoin nicht zu kontrollieren sei und mit Geldwäsche in Verbindung gebracht wird.

Bitcoin-Kurs fällt um mehr als 1500 Dollar

China gilt als wichtigster Markt für die Digitalwährung, bei der der Weg eines jeden Bitcoin aufgezeichnet und jede Transaktion gespeichert wird. Daher haben die Spekulationen den Kurs in den vergangenen Tagen auch auf eine Talfahrt geschickt. Während Bitcoin vor zwei Wochen noch am Rekordwert von 5000 Dollar kratzte, sackte der Wert bis Donnerstagnachmittag laut "Coinbase" auf umgerechnet 3400 Dollar pro Bitcoin ab. Zwar ist die Währung immer wieder von starken Kursschwankungen geprägt, doch ein Verlust von mehr als 1500 Dollar in wenigen Tagen ist selbst für Bitcoin ein extremer Wert.

Neben den Entwicklungen auf dem chinesischen Markt könnten auch die Äußerungen des Chefs der US-Großbank JP Morgan den Kurs ins Wanken gebracht haben. Jamie Dimon bezeichnete Bitcoin als "Betrug". Er orakelte, dass der jüngste Anstieg der Digitalwährung nicht gut enden werde.

Das mögliche Aus für den Bitcoin-Tausch in China bedeutet übrigens nicht zwangsläufig, dass die Währung dort nicht mehr eingesetzt wird. Zwar können die Chinesen die Kryptowährung womöglich nicht mehr in die Landeswährung Yuan umtauschen. Doch Bitcoin-Besitzer können nach wie vor untereinander mit der Währung handeln, da die Transaktionen dezentral ablaufen.

jbr/AP/AFP



insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
frankfurtbeat 14.09.2017
1. irgendwie ...
irgendwie kann es nicht sein, das es möglich ist, über Plattformen Millionen zu verschieben so das die dahinter stehenden Geschäfte im Dunkeln bleiben. Ein schönes tool für Waffen- und Drogenhandel bzw. anderen illegalen Geschäften. Woher kommt es ...
Raget 14.09.2017
2. Anonyme Währung?
Bitcoin ist keineswegs anonym, sondern pseudonym. Sämtliche Transaktionen lassen sich nachverfolgen und zuordnen. Ist die Person hinter einem Pseudonym bekannt, lassen sich ihr auch Transaktionen zuordnen. Anonym wäre es nur, wenn Transaktionen unabhängig von deren Sender/Empfänger gespeichert würden, aber genau das passiert bei Bitcoin nicht.
der_meier 14.09.2017
3. ist klar ..
Da steckt JP Morgan dahinter. Der zeitliche Zusammenhang ist offenkundig. Wenn nicht - Angela Merkel hat bestimmt ihre Finger im Spiel. Sie will davon ablenken, dass sie an den Wahlerfolgen der AfD Schuld ist. Gestern wurde sie noch von Gunther Gabriel als willige AfD-Förderin enttarnt und heute muss sie ablenken. Versagen im Inneren - Aktionsmus im Ausland.
mrotz 14.09.2017
4.
Zitat von frankfurtbeatirgendwie kann es nicht sein, das es möglich ist, über Plattformen Millionen zu verschieben so das die dahinter stehenden Geschäfte im Dunkeln bleiben. Ein schönes tool für Waffen- und Drogenhandel bzw. anderen illegalen Geschäften. Woher kommt es ...
Ein Koffer mit Bargeld ist anonymer. Bitcoin ist nicht anonym, es ist Pseudonym. Transaktionen können nachverfolgt werden und wenn man etwas kaufen will, oder in geld umtauschen landet man sowieso wieder bei einer zentralen Stelle. mfg
salmonofdoubt42 14.09.2017
5. Kaufen!
Ultimativ ist Cyber Währung nicht mehr wegzubekommen. Dreckige Geschäfte werden auch, und größtenteils, mit Papier Geld gemacht. Passt gut in die braunen Umschläge.
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