Bitfloor: Hacker stehlen 250.000 Dollar in Bitcoins

Digitaler Bankraub: Unbekannte haben von der Handelsplattform Bitfloor 24.000 Bitcoins gestohlen. Die Firma will für den Schaden in Höhe von umgerechnet einer Viertelmillion Dollar einstehen. Die Hacker profitierten von einer Unachtsamkeit.

Bitfloor-Website am Mittwoch: 24.000 Einheiten der virtuellen Währung sind weg Zur Großansicht
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Bitfloor-Website am Mittwoch: 24.000 Einheiten der virtuellen Währung sind weg

Bitfloor ist eine der Handelsplattformen, auf der mit der virtuellen Währung Bitcoin (BTC) gearbeitet wird. Offensichtlich ist es Hackern am Dienstag gelungen, in die Server des Anbieters einzudringen und Zugriff auf den sogenannten Coin-Pool zu erlangen. Dabei stahlen sie 24.000 BTC, umgerechnet an die 250.000 Dollar, wie "Ars Technica" berichtet.

Da Bitfloor dieses Geld eigentlich zur Abwicklung seiner Transaktionen verwendet, musste der Dienst seine Aktivitäten einstweilen einstellen. Wie Bitfloor-Gründer Roman Shtylman im Bitcoin-Forum erklärte, gelang den Hackern ihr Schlag allen Verschlüsselungen zum Trotz. Der Grund: ein Backup, das leider völlig unverschlüsselt war und in die Hände der Angreifer gelangte.

Mit den gestohlenen Schlüsseln erbeuteten die Hacker in insgesamt vier Transaktionen 24.078,39 BTC, nach derzeitigem Kurs genau 251.600 Dollar, wie "Zdnet" vorrechnet. Der Verlust könne womöglich zur Einstellung sämtlicher Aktivitäten von Bitfloor führen, so Shtylman, aber das sei nur der allerletzte Ausweg. Er verfüge über die aktuellen Logs aller Accounts und Transaktionen, was ihm notfalls Rückzahlungen an Bitfloor-Kunden ermögliche. Dazu würden die verbliebenen Mittel im Handels-Fond verwendet werden.

Sollte Bitfloor seinen Betrieb mittelfristig weiterführen, wie von Shtylman bereits angekündigt, würde es lange dauern, bis die Handelsplattform den Verlust wieder eingespielt hätte. Derzeit werde eine Handelsgebühr von 0,3 Prozent berechnet, so "Zdnet", das ergebe eine Monatseinnahme von 210 BTC. Damit lässt sich leicht ausrechnen, dass bis zum Schadensausgleich fast zehn Jahre ins Land gehen würden. Eine Finanzspritze von Investoren wäre hier eine willkommene Hilfe

Die potentielle und faktische Verwundbarkeit des Bitcoin-Systems für Hacker ist schon seit längerem einer der Hauptkritikpunkte an der virtuellen Währung. So hatte sich im Juni 2011 ein Angreifer Zugang zu einem gut gefüllten Konto bei der Handelsplattform Mt. Gox verschafft und versucht, das Guthaben in Dollar umzuwechseln. Dabei war der BTC-Kurs binnen kurzem von 17,50 Dollar auf einen Cent abgestürzt, der Handel auf der Plattform zwischenzeitlich eingestellt worden.

meu

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1.
john_d 05.09.2012
Das ist ziemlicher Unsinn. Das "Bitcoin System" an sich war noch nie auch nur ansatzweise durch Hacker gefährdet. Verwundbar waren und sind die Handelsplattformen, was sich auch kaum vermeiden lässt. Das eigentliche Bitcoin Netzwerk gilt nach wie vor als extrem sicher und ist - solange keine Lücke gefunden wird - nur zu beschädigen, wenn jemand bereit ist sehr sehr viel Geld (=Rechenleistung) dafür aufzuwenden.
2.
statussymbol 05.09.2012
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEDigitaler Bankraub: Unbekannte haben von der Handelsplattform Bitfloor 24.000 Bitcoins gestohlen. Die Firma will für den Schaden in Höhe von umgerechnet einer Viertelmillion Dollar einstehen. Die Hacker profitierten von einer Unachtsamkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,853982,00.html
Bitcoins an sich sind vielleicht eine nette Idee, aber in der Praxis doch ziemlicher Murks. Allein die "Geldwertschöpfung" in Form von Generierung der Bitcoins durch Rechenleistung ist Murks. Es ist unvorstellbar viel Rechenleistung (und somit Strom...) nötig um diese virtuellen Bitcoins zu "generieren". Wer auf diese dämliche Idee gekommen ist, gehört eigentlich bestraft ;-)
3. mehr als nur eine nette idee
snigger 05.09.2012
Zitat von statussymbolBitcoins an sich sind vielleicht eine nette Idee, aber in der Praxis doch ziemlicher Murks. Allein die "Geldwertschöpfung" in Form von Generierung der Bitcoins durch Rechenleistung ist Murks. Es ist unvorstellbar viel Rechenleistung (und somit Strom...) nötig um diese virtuellen Bitcoins zu "generieren". Wer auf diese dämliche Idee gekommen ist, gehört eigentlich bestraft ;-)
erscheint mir ehrlicher, transparenter und sicherer als durch einfaches banknotendrucken ... das stimmt so nicht, das ist nur eine pauschalisierung. verklagen sie doch Satoshi Nakamoto ... ich halte BC für mehr als nur eine nette idee und wie ein vorredner schon erklärt hat ... es liegt an den portalen zum handeln. (und dem menschlichen trieb, mitmenschen beim handeln zu übervorteilen )
4. worum es geht
Stega 05.09.2012
Zitat von statussymbolBitcoins an sich sind vielleicht eine nette Idee, aber in der Praxis doch ziemlicher Murks. Allein die "Geldwertschöpfung" in Form von Generierung der Bitcoins durch Rechenleistung ist Murks. Es ist unvorstellbar viel Rechenleistung (und somit Strom...) nötig um diese virtuellen Bitcoins zu "generieren". Wer auf diese dämliche Idee gekommen ist, gehört eigentlich bestraft ;-)
Sie haben den Kontext nicht verstanden. Es geht nicht um "generieren", es geht um "garantieren". Im "konventionellen" Geldsystem garantiert das Banksystem dafür, daß Geld nicht zweimal ausgegeben werden kann. Damit dies in der Praxis funktioniert, gib es Gesetze + eine eine Menge an Ausführungsregeln + eine Bankaufsicht und ein Revisionswesen. Und damit sich auch wiklich alle daran halten, und niemand einfach mal in die Bank einbricht, und die Moneten mitnimmt, gibt es die Polizei. Das Bitcoin-System ist ein Versuch, das alles duch moderne mathematische Methoden und ein Computer-Protokoll und verteilte Rechenleistung zu ersetzen. Es ist ein ("crypto-anarchistischer") Versuch, durch moderne Technik den Staat ein Sück weit überflüssig zu machen. Also muß man fairer Weise vergleichen, wieviel Strom + Personentage + Geld + Materialwerte in das konventionelle System gehen, um unsere bewährten €ronen zu schützen und zu garantieren. Natürlich bleibt dann immer noch eine Frage, ob wir ein alternatives Geldsystem brauchen. Manch einer mag da nun sagen, das ist Unsinn, denn unser bestehendes Geldsystem funktioniert ja so gut. Außerdem haben wir ja in den letzten Jahren so erfolgreich gelernt, Vorgänge mithilfe des bestehenden Geld/Bezahlsystems nachvervolgbar zu machen. Wer sowas abschaffen will, naja, ich weiß nicht recht....
5. Rechenleistung
hanfiey 05.09.2012
wenn jemand eine Rechenleistung für ein Unternehmen anbietet ist es ein Dienstleister und kein Stromverschwender. Rechenleistung wird nun mal gebraucht, egal ob bei der Klimaforschung oder Geologie. Wenn diese Energie zum bezahlen von Leistungen wie Softwareentwicklung benutzt wird werden doch nur Leistungen gegeneinander getauscht, gerechnet werden muss doch sowieso. Also ist das nicht dämlich, nur wenn es keiner versteht. Wer ein unverschlüsseltes Backup auf dem gleichem Rechner aufbewahrt wie seine verschlüsselte Datenbank dann hat der nichts besseres verdient als ausgeraubt zu werden.
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