Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bitstamp-Sicherheitslücke: Bitcoin im Wert von fünf Millionen Dollar erbeutet

Bitstamp-Website am 6. Januar 2014: Betrieb vorübergehend eingestellt Zur Großansicht

Bitstamp-Website am 6. Januar 2014: Betrieb vorübergehend eingestellt

Bitstamp ist offenbar Ziel eines Hackerangriffs geworden - anschließend hat die europäische Bitcoin-Börse ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Angeblich wurden umgerechnet fünf Millionen Dollar erbeutet.

Hacker haben offenbar eine noch nicht näher spezifizierte Sicherheitslücke der europäischen Bitcoin-Handelsplattform Bitstamp erfolgreich ausgenutzt. Knapp 19.000 Bitcoins im Wert von umgerechnet rund fünf Millionen Dollar seien entwendet worden, bestätigte der Gründer und Chef der Börse Nejc Kodric der Tech-Seite ZDNet.

Die Homepage der in Slowenien gegründeten und seit 2013 aus Großbritannien operierenden Börse zeigt seit Montag nur einen Text: Der Handel sei unterbrochen, alle vor dem Zwischenfall bestehenden Guthaben seien aber sicher. Bitstamp-Kunden werden davor gewarnt, Beträge auf alte Adressen einzuzahlen, Abhebungen seien gesperrt.

Bitstamp ist eine der populärsten Handelsbörsen für die Kryptowährung Bitcoin: Rund sechs Prozent der weltweiten Transaktionen werden hier abgewickelt, zeigt eine Statistik des Bitcoin-Infoportals bitcoincharts.com.

Nicht der erste Angriff auf eine Börse

Wie der virtuelle Bankraub vor sich ging, ist bislang unklar. Bekannt ist nur, dass von außen ein sogenanntes Hot Wallet angegriffen wurde. Das ist ein Speicher, der für tägliche Transaktionen über das Internet konzipiert ist - und daher angreifbar. Aus Sicherheitsgründen verwahren Bitcoin-Börsen den größten Teil ihrer Guthaben in sogenannten Cold Storages, die offline bleiben. Dies soll auch bei Bitstamp der Fall sein.

Der Angriff ist beileibe nicht der erste Zwischenfall, der eine Bitcoin-Börse betrifft: Der zwischenzeitliche Marktführer Mt. Gox verlor Berichten zufolge durch Hackerangriffe 368,4 Millionen Euro - die Börse musste aufgeben. Neue Erkenntnisse der noch laufenden Ermittlungen deuten allerdings darauf hin, dass vermutlich nur ein kleiner Teil des elektronischen Geldes von Hackern erbeutete wurde: Den Großteil erbeuteten womöglich Insider.

Im März 2014 wurde die kanadische Börse Flexcoin zum Angriffsziel. Nachdem dort Bitcoin im Wert von einer knappen halben Million Euro erbeutet wurden, musste der Dienst schließen.

Auch Bitstamp war schon mehrfach Opfer von Online-Angriffen: DDoS-Attacken legten die Server im Oktober 2012 und im Februar 2014 lahm. Von den Überlastungsangriffen im Februar waren auch mehrere andere Börsen betroffen.

abr

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Und wenn es ist wie bei Mt. Gox
gweihir 06.01.2015
Dann wurde der groesste Teil des Geldes nicht von den Angreifern, sondern von Insidern gestohlen, die den Hack als Gelegenheit gesehen haben...
2. Und?
augennichttrauer 06.01.2015
Was ist geklaut worden...? Am Lustigsten finde ich den Satz, in dem vom "Entwenden" von Bitcoins gesprochen wird. Sind die mit einem digitalen Lieferwagen vorgefahren? Macht es doch so wie die USA: Wenn nicht genug Geld da ist, wird neues gedruckt... bei Bitcoin handelt es sich um digitale Währung... da geht es bestimmt viel schneller neues Geld zu machen...
3. Frage der Zeit
Takapuna 06.01.2015
Komisch, da wurde ich mal im Forum bei der Welt nieder gemacht, weil ich eine Goldmünze der Sicherheit wegen einem Bitcoin vorziehe und nun dies! Es ist doch ohnenhin nur eine Frage der Zeit, bis jemand eine Lücke oder Weg gefunden hat, sich dieser digitalen Wertanlage zu bemächtigen. Es gibt keine absolute Sicherheit! Besonders nicht in der digitalen Welt! Gold und Whisky sind mir immer noch lieber. Das eine wird nie wertlos, mit dem anderen kann man sich notfalls die Welt genießerisch schön trinken :-)
4.
spamlan 06.01.2015
Zitat von augennichttrauerWas ist geklaut worden...? Am Lustigsten finde ich den Satz, in dem vom "Entwenden" von Bitcoins gesprochen wird. Sind die mit einem digitalen Lieferwagen vorgefahren? Macht es doch so wie die USA: Wenn nicht genug Geld da ist, wird neues gedruckt... bei Bitcoin handelt es sich um digitale Währung... da geht es bestimmt viel schneller neues Geld zu machen...
Da hat sich aber jemand informiert .. Bitcoins werden nicht einfach gedruckt oder per Knopfdruck erstellt sondern ,,gemined", also durch Grafikprozessorleistung generiert. Hinzu kommt, dass bei 21 Mio Bitcoins Ende ist und keine neuen Bitcoins mehr generiert werden können. Zum Thema: Freie Fahrt für die Konkurrenz ala Yacuna & Co
5. Bitcoin waren nie sicher
stephan87 06.01.2015
Die Gründe warum jemand Bitcoins verwendet waren seit jeder kriminelle Machenschaffen und die damit erforderliche Anonymität, Spekulation oder ein tiefes, irrational begründetes Misstrauen in das vom Establishment aufgebaute Geldsystem. Mit rationalen Gründen, wie z.B. Sicherheit konnte man das Bitcoin-Phänomen zumindest noch nie erklären. Die Verwender von Bitcoins sind weitgehend unabhängig von der Geldpolitik, das stimmt, sie übersehen aber, dass ein Großteil der Geldpolitik gemacht wird um den Anleger zu schützen. Wenn eine Bank pleite geht verliert kein Anleger sein Geld, bei einer Bitcoin-Bank ist das anders, denn die Unabhängigkeit hat eben auch den Preis dass sich keine Regierung dafür Verantwortlich sieht die Anleger zu schützen. Mir persönlich wäre das viel zu riskant, wer aber ein Gefühl von Freiheit und Widerstand bei der Verwendung dieser Coins spürt soll es gerne tun. Zum Glück leben wir ja in einem freien Land.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: