BitTorrent Sync: Piratenprotokoll soll Rechner synchronisieren

BitTorrent: Einstieg in den Markt für Internet-SpeicherlösungenZur Großansicht

BitTorrent: Einstieg in den Markt für Internet-Speicherlösungen

Die Erfinder des Datentauschprotokolls BitTorrent experimentieren mit neuen Anwendungen. BitTorrent Sync soll den Datenbestand vernetzter Rechner abgleichen, konkurriert mit Angeboten von Firmen wie Apple, Microsoft und Google - und zeigt einen Trend auf.

Das kalifornische Unternehmen BitTorrent sucht nach neuen Wegen, Geld zu verdienen. Bisher ist das ebenso berühmte wie umstrittene Datentauschprotokoll gleichen Namens vor allem dafür bekannt, dass es genutzt wird, um Kopien von Programmen, Musik und Filmen wie eine Art Daten-Staubwolke über das Internet zu verteilen - ohne Rücksicht auf irgendwelche Rechte.

Nun soll BitTorrent Sync Anwendern dabei helfen, den Datenbestand mehrerer Rechner synchron zu halten. Der neue Dienst soll sogenannte verteilte Kopien von zuvor definierten Datenbereichen erstellen und sicherstellen, dass diese Daten auf allen synchronisierten Rechnern immer auf dem gleichem Stand sind.

Im Gegensatz zu Angeboten wie Dropbox, iCloud oder SkyDrive kommt BitTorrent Sync ohne ein Rechenzentrum als gemeinsamem Speicherpunkt aus. Die Daten werden vielmehr in Bruchstücken auf die mit einem BitTorrent-Account verbundenen Computer eines Anwenders verteilt (nicht etwa auf alle an Sync beteiligten Kunden, wie es die BitTorrent-Struktur nahelegen würde). Im Beta-Forum erklärt Nutzer kos13 die weiteren Funktionen. Noch befindet sich die Software allerdings in der Entwicklungsphase.

Dass BitTorrent Sync fast zeitgleich mit Kim Dotcoms Cloudspeicher Mega angekündigt wurde, kann als ein Zeichen verstanden werden. Die Verbreitung und Bereitstellung großer Datenmengen ist nicht mehr nur ein Bedürfnis von Unternehmen oder Datenpiraten, sondern längst ein Mainstream-Problem: Konventionelle Verbreitungswege wie E-Mail oder Instant-Messenger sind zu langsam, zu umständlich oder schlicht nicht in der Lage, große Datenmengen effizient zu transportieren.

Es gibt also einen neuen Markt für Internet-Speicherlösungen, und auf dem ist möglicherweise leichter und sicherlich mit geringerem Risiko Geld zu verdienen als mit dem Grau- und Schwarzmarkt zur Verteilung illegaler Film- und Musikkopien.

fkn

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 4 Beiträge
realburb 29.01.2013
bleib lieber erst mal bei rsync, im Privatbereich seh ich da irgendwie die Einsatzmöglichkeiten noch nicht ganz.
bleib lieber erst mal bei rsync, im Privatbereich seh ich da irgendwie die Einsatzmöglichkeiten noch nicht ganz.
MMeike 29.01.2013
Ich glaube der Autor hat den Sinn der Software nicht verstanden. Wenn ich Dropbox und Co. nutzt residieren meine Daten auf einem fremden Server. Der neue BitTorrent Sync verteilt die Dateinen nur zwischen meinen eigenen Rechnern [...]
Ich glaube der Autor hat den Sinn der Software nicht verstanden. Wenn ich Dropbox und Co. nutzt residieren meine Daten auf einem fremden Server. Der neue BitTorrent Sync verteilt die Dateinen nur zwischen meinen eigenen Rechnern ohne eine dritte Instanz zwischen schalten zu müssen. Davon abgesehen werden die Daten verschlüsselt übertragen und nur meine registrierten Rechner haben Zugriff darauf. Was Torrent Dienste im allgemeinen angeht ist der Austausch illegaler Kopien nicht das vorgesehene Einsatzziel. Jede große Linuxdistribution hat einen Torrentdienst vorinstalliert. Beim Humble Bundle wird z.B. bei GEKAUFTER download Software eine Torrentdatei angeboten um bei großen Files die Server zu entlasten und dem Kunden eine maximale Downloadgeschwindigkeit zu ermöglichen. Man kann einen Baseballschläger auch für andere Tätigkeiten benutzen als Menschen krankenhausreif zu prügeln.
suessedrops 29.01.2013
Lieber Felix, das BitTorrent als "Priraten-"Protokoll darzustellen ist schicht weg falsch! Es ist ein Protokoll zur Verteilung großer Datenmengen ohne Belastung eines einzelnen zentralen Servers. Nicht mehr und [...]
Zitat von sysopDie Erfinder des Datentauschprotokolls BitTorrent experimentieren mit neuen Anwendungen. BitTorrent Sync soll den Datenbestand vernetzter Rechner abgleichen, konkurriert mit Angeboten von Firmen wie Apple, Microsoft und Google - und zeigt einen Trend auf. BitTorrent Sync: Datenbestand vernetzter Computer abgleichen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bittorrent-sync-datenbestand-vernetzter-computer-abgleichen-a-880027.html)
Lieber Felix, das BitTorrent als "Priraten-"Protokoll darzustellen ist schicht weg falsch! Es ist ein Protokoll zur Verteilung großer Datenmengen ohne Belastung eines einzelnen zentralen Servers. Nicht mehr und nicht weniger! Auch mit FTP und HTTP kann ich nicht lizensierte Datein verbreiten, ist es des halbe ein Priatenprotokoll! Nach einen Banküberfall kann der Räuber über eine öffentliche Straße flüchten, ist es deshalb eine Räuberstraße? Merkst du, was für einen Unsinn du da geschrieben hast? Diese, ich nehme zu deinen Gunsten mal an, unwissentliche Schluderei regt mich langsam etwas auf. ;-)
carlsch 29.01.2013
Auch wenn BitTorrent hier nun ein gutes seriöses Produkt auf den Markt bringt, so wird es wohl kaum möglich sein den schlechten Ruf den "Torrents" nun mal haben, hinter sich zu lassen. Im Wettbewerb mit Dropbox und Co. [...]
Auch wenn BitTorrent hier nun ein gutes seriöses Produkt auf den Markt bringt, so wird es wohl kaum möglich sein den schlechten Ruf den "Torrents" nun mal haben, hinter sich zu lassen. Im Wettbewerb mit Dropbox und Co. sehe ich hier kaum Chancen. Schade eigentlich.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Web
alles zum Thema BitTorrent

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Montag, 28.01.2013 – 15:03 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 4 Kommentare
Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Netzwelt auf Twitter

Über diesen Account erreichen Sie das Ressort und verpassen keinen Artikel.






TOP



TOP