Antwort auf Kleine Anfrage: BKA-Trojaner für Ende 2014 geplant

Wann ist der Staatstrojaner einsatzfähig, den das Bundeskriminalamt entwickeln soll? Die Regierung rechnet mit zwei Jahren Vorbereitung, verrät die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag. Momentan sucht das BKA noch nach Programmierern.

Staatstrojaner (Symbolbild): Das BKA sucht nach Programmierern Zur Großansicht
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Staatstrojaner (Symbolbild): Das BKA sucht nach Programmierern

Das Bundeskriminalamt (BKA) baue derzeit eine Fachgruppe zum Entwickeln einer eigenen Software auf, soll die Bundesregierung der SPD-Fraktion geantwortet haben. Dafür müsse die Behörde zunächst einmal geeignetes Personal gewinnen. Laut Bundestag.de rechnet die Regierung daher damit, dass die Software erst Ende des Jahres 2014 fertig sein wird.

Die Anfrage der SPD hatte aus 55 Fragepunkten bestanden, im Dokumentationssystem des Bundestags lässt sich der Antwort-Volltext bislang nicht aufrufen. Die Fragen hatten sich auf vergangene Einsätze des Staatstrojaners bezogen, aber auch auf künftige Regierungspläne im Bereich der Quellen-Telekommunikations-überwachung (Quellen-TKÜ).

Die Quellen-TKÜ ist eine umstrittene Methode, Verdächtige abzuhören. Nach richterlicher Anordnung wird auf den Computern von Zielpersonen heimlich ein Programm installiert, das ihre Telekommunikation mitschneidet, etwa das Telefonieren mit Skype. Noch bevor die Daten verschlüsselt werden, leitet die Schnüffelsoftware sie an die Ermittlungsbehörde weiter.

Hans-Peter Uhl, der innenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, hatte bereits im Oktober gesagt, das Entwickeln eines eigenen Trojaners werde noch Monate dauern, vielleicht sogar Jahre. Die "Mitteldeutsche Zeitung" zitierte ihn mit den Worten: "Vielleicht werden wir eines Tages sogar kleinlaut zugeben müssen, dass wir es gar nicht können."

BKA sucht derzeit Programmierer

Beim BKA wird seit Herbst 2011 ein Kompetenzzentrum zum Entwickeln staatlicher Spähsoftware aufgebaut. Im September 2012 ließ sich die Personalsuche der Behörde per Stellenanzeige nachvollziehen: Das BKA suchte damals einen Software-Designer "zur Konzeption und Entwicklung technischer Überwachungsmethoden bei Straftaten im Zusammenhang mit Computernetzwerken".

Auch momentan können sich Entwickler und Programmierer beim BKA bewerben. Auf der Website des Bundesverwaltungsamts heißt es, die Behörde baue ihr Team aus, "im Bereich der Entwicklung neuer Ermittlungsmethoden zur Verfolgung von Straftaten unter Ausnutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie". Interessenten können sich bis zum 28. Dezember bewerben.

mbö

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1. Konzept steht schon …
Dr.pol.Emik 11.12.2012
… und auch ein Bild vom Bundestrojaner 3.0, nebst all der Features gibt es bereits: Neues Bundestrojaner 3.0 Konzept soll Flop wettmachen (http://qpress.de/2011/10/11/neues-bundestrojaner-3-0-konzept-soll-flop-wettmachen/) … in der Grabbelkiste gefunden … und wenn das auch ein Flop wird, dann baut man halt den nächsten. Irgendwie muss man ja dem Bürger in die Unterwäsche kommen. Die Mär von der Kriminalitätsbekämpfung greift nur dann, wenn man weiterhin die Masse Mensch präventiv kriminalisiert. Das scheint ja auch Weg und Plan zu sein.
2. Huch...
Layer_8 11.12.2012
Zitat von sysopDPAWann ist der Staatstrojaner einsatzfähig, den das Bundeskriminalamt entwickeln soll? Die Regierung rechnet mit zwei Jahren Vorbereitung, verrät die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag. Momentan sucht das BKA noch nach Programmierern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bka-trojaner-fuer-ende-2014-geplant-a-872246.html
...welcher intelligente Verbrecher telefoniert denn über Skype? Da gibt's doch bessere Methoden, ziemlich knackresistent. VoIP durch VPN-Tunnel und so. Clevere Staatsfeinde können das ;)
3. Unser ach so liebe Regierung
ronald1952 11.12.2012
Zitat von sysopDPAWann ist der Staatstrojaner einsatzfähig, den das Bundeskriminalamt entwickeln soll? Die Regierung rechnet mit zwei Jahren Vorbereitung, verrät die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag. Momentan sucht das BKA noch nach Programmierern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bka-trojaner-fuer-ende-2014-geplant-a-872246.html
sollte mal eines Bedenken, es geht auch Andersrum. Vielleicht wird dieser oder jener hervorragende Programmierer einen Trojaner in die Regierungsrechner schmuggeln und plötzlich wird jeder alle Geheimnisse unserer Regierung in Netz begutachten können. Und,wird dann das Netz abgeschaltet? Wir haben wirklich eine völlig armseelige Regierung und sind wir eigendlich noch eine Demokratie? Oder sind wir schon auf dem besten wege in die Diktatur? Es wird langsam Zeit den Kriminellen Untrieben in Berlin den Kampf anzusagen, denn es kann nicht angehen das alle Bundesbürger außer den Politiker als Kriminell angesehen werden. schönen Tag noch,
4.
Snetschuk 11.12.2012
Zitat von sysopDPAWann ist der Staatstrojaner einsatzfähig, den das Bundeskriminalamt entwickeln soll? Die Regierung rechnet mit zwei Jahren Vorbereitung, verrät die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag. Momentan sucht das BKA noch nach Programmierern. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bka-trojaner-fuer-ende-2014-geplant-a-872246.html
... und welcher fähige Software-Entwickler will schon für Tarifgruppe 12 TVÖD arbeiten? Mit dem Stellenprofil ist doch jetzt schon sichergestellt, dass der Trojaner vorsichtig formuliert "unter seinen Erwartungen" bleibt...
5.
herbert_schwakowiak 11.12.2012
Zitat von Layer_8...welcher intelligente Verbrecher telefoniert denn über Skype? Da gibt's doch bessere Methoden, ziemlich knackresistent. VoIP durch VPN-Tunnel und so. Clevere Staatsfeinde können das ;)
Es nützt ihnen nur absolut nichts, wenn die Daten vor der Verschlüsselung, also direkt am Sound-Treiber abgegriffen werden ... :-(
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Zum Autor
  • Natalie Stosiek
    Markus Böhm schreibt von München aus am liebsten über Medien und die Menschen dahinter. Als "Kioskforscher" setzt er sich voller ungesunder Begeisterung bloggend mit Zeitschriften auseinander.

Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potentiell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.

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