Digitalkiosk für Zeitschriften Blendle ist jetzt für jeden verfügbar

Wer das Dossier der "Zeit" oder eine Seite-Drei-Reportage der "SZ" einzeln kaufen will, kann das bei Blendle tun. Der Digitalkiosk hat seine Betaphase beendet und ist jetzt für jeden Nutzer verfügbar. Auch SPIEGEL-Artikel sind im Angebot.

SPIEGEL-Text aus Blendle auf einem Smartphone: Digitalkiosk mit mehr als hundert Titeln
Blendle

SPIEGEL-Text aus Blendle auf einem Smartphone: Digitalkiosk mit mehr als hundert Titeln


Der Digitalkiosk Blendle, über den Artikel aus Zeitungen und Magazinen online gekauft werden können, ist mit mehr als hundert Titeln offiziell in Deutschland gestartet. Dabei sind etwa die "Süddeutsche Zeitung", "Die Welt", "Die Zeit", die "Bild am Sonntag" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Auch der SPIEGEL ist an Bord. Frisch hinzugekommen seien das "Handelsblatt" und der "Focus", schreibt Mitgründer Marten Blankesteijn in einem Blogeintrag.

Nutzer können bei Blendle Ausgaben der Zeitungen und Zeitschriften Seite für Seite durchblättern, wirklich lesbar sind dabei allerdings nur die Überschriften. Will man den gesamten Artikel lesen, muss man bezahlen. Der jeweilige Preis wird von den Verlegern selbst festgelegt und meist nach Länge gestaffelt.

Blendle war im Frühjahr 2014 in den Niederlanden gestartet und gewann dort bisher über 400.000 Nutzer. Sie kaufen im Schnitt zehn bis 15 Artikel pro Monat. Etwa zwei Drittel der Kunden sollen jünger als 35 Jahre sein - das ist eine Zielgruppe, die für Printmedien als schwierig zu erreichen gilt.

In den einzelnen Rubriken wie "Tech", "Kolumnen" und "Fußball" werden den Nutzern auch ausgewählte Texte von Kuratoren vorgeschlagen. Für die deutsche Version empfehlen unter anderem der Digitalchef des "Guardian", Wolfgang Blau, und die Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche", Miriam Meckel, Artikel.

Blendle, an dem der Medienkonzern Springer und die "New York Times" beteiligt sind, ist nicht das einzige Angebot dieser Art auf dem deutschen Markt. So startete etwa im Mai der Online-Kiosk Pocketstory.

fab/dpa



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insgesamt 8 Beiträge
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olaf_olafson 14.09.2015
1. Steht und fällt mit der Qualität der App
Eine wirklich gute native App für das iPad, und ich wäre ein potentieller Kunde. Ich erwarte dann natürlich Werbefreiheit, dafür zahle ich gerne auch etwas mehr. Für ganze Ausgaben von Zeitungen und Magazinen fehlt mir oft die Zeit bzw. ich habe nur an einem Teil Interesse. Da klingt so ein Dienst nicht schlecht. Hohe Qualität, intensive Recherche und lange durchdachte Artikel lassen sich auf lange Sicht nur mit Paywalls irgendeiner Art realisieren. Die beste App dieser Art (Konsum von Zeitungsartikeln) hat für mich Die Zeit. Da macht es wirklich Spaß zwischen den Artikeln zu navigieren. Der Text (mit ansprechender Schrift) steht klar im Vordergrund. Bilder, Videos und Hörproben halten sich dezent im Hintergrund, sind aber leicht zugänglich. Menüs sind intuitiv und man kann natürlich "blättern". Die Spiegel App ist auch in Ordnung, es gibt aber Verbesserungspotential. Was gar nicht geht ist eine plumpe PDF-Version der Print-Ausgabe. Mal sehen was Blendle in dieser Hinsicht zu bieten hat. Irgendwann wird hoffentlich ein Dienst kommen, der es richtig macht.
Frank_Heckert 14.09.2015
2. Ein Schritt in die richtige Richtung
Das wurde ja auch Zeit. "Blendle" ist ein Schritt in die richtige Richtung - und es wundert mich, dass es so lange gedauert hat, bis ein Angebot dieser Art lanciert wurde. Jetzt frage ich mich, was die Zeitungsverlage machen werden, damit "Blendle" nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit startet. Ich bin gespannt, ob ganzseitige Anzeige erscheinen werden, die darauf hinweisen. Den Anzeigenplatz wollen doch sowieso nur noch wenige, da könnte ihn die Verlage zur Überlebenssicherung nutzen.
gpkneo 14.09.2015
3. Spon
Habe es ausprobiert und bleibe letztendlich bei SPON. All die Artikel bekomme ich in der Quintessenz auch hier und ersparen mir Welt und Konsorten.
bauausdo 14.09.2015
4. Qualität ist nun mal nicht umsonst
Ich hoffe nur, dass das Angebot nicht zu spät kommt. Viele Nutzer glauben immer noch, guter Inhalt wäre kostenlos. Daran konnten Sie sich ja auch seit knapp 20 Jahren gewöhnen.
in-teressant! 14.09.2015
5. Die jungen...
...Digital Natives wird man auch mit Blendle nicht erreichen. Denn letzten Endes kommt es nicht auf die Verbreitungsmethode, sondern den Inhalt und die Aufarbeitung eines Themas an. Und da die meisten der beteiligten Titel von Haltung, Duktus und Aufbereitung der Inhalte sich eher an 40+-Leser richten, werden die Jüngeren nicht erreicht.
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