Blog-Tipps: Eguchi Aimi durchschreitet das unheimliche Tal

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Der japanische Popstar Eguchi Aimi ist gar kein Mensch - das macht für die Fans aber keinen Unterschied. Außerdem in unseren Blog-Tipps: ehrliche Antworten, Lady Gaga bei Walmart und Hacker-Humor.

Eguchi Aimi ist gar nicht echt: Popstars waren aber ohnehin schon immer Illusion Zur Großansicht

Eguchi Aimi ist gar nicht echt: Popstars waren aber ohnehin schon immer Illusion

Schlank, jung, große Augen: Aimi Eguchi, Neuzugang bei der japanischen Popgruppe AKB48, hat schnell Fans gefunden. Sie trat in einem Werbespot auf, die Zeitschrift "Shukan Pureiboi", übersetzt "wöchentlicher Playboy", druckte Fotos. Dann stellte sich heraus: Sie ist gar nicht echt, sondern digital zusammengewürfelt aus den übrigen Mitgliedern der Band. Augenbrauen, Mund, Nase, Augen - Aimi Eguchi ist sozusagen ein Best-of, wie die Firma schließlich zugab.

Bemerkenswert ist die technische Ausführung - und wenn die Illusion perfekt ist, macht es ohnehin keinen Unterschied mehr: Wie wollte man den Unterschied bemerken? Gefährlich ist allerdings die Vorstufe davon. Wenn die Kopie schon ganz gut ist, sich aber das Gefühl einstellt: Hier stimmt etwas nicht. Denn während wir animierten Teddybären und tanzenden Industrierobotern gerne menschliche Eigenschaften zuschreiben, gar so etwas wie Emotionen unterstellen, fällt die Sympathiekurve bei menschlichen Imitationen schlagartig ab.

Nur ein winziges Detail muss nicht ganz stimmig sein, dann fliegt die Täuschung auf. Für diesen Gruselmoment gibt es längst einen eigenen Ausdruck: Es ist das "uncanny valley", das "unheimliche Tal". Benannt hat dieses Phänomen der japanische Wissenschaftler Masahiro Mori schon vor Jahrzehnten. Beobachten lässt es sich in Kinofilmen wie "Tron", wo ein digital verjüngter Jeff Bridges auftritt. In Japan wurde das "uncanny valley" nun durchschritten.

Bis zuletzt hatten Fans an die Echtheit von Aimi Eguchi geglaubt. Gut möglich, dass ihre Karriere jetzt erst richtig anfängt - Pop war schließlich schon immer Inszenierung.

Bewerberfolter mit kreativen Fragen

"Wo sehen Sie sich in drei Jahren" gehört noch zu den einfacheren Fragen, die einem potentielle Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch stellen. Großunternehmen wie Google, Capital One oder Goldman Sachs haben noch ganz andere Denkaufgaben parat - 20 besonders originelle hat MoneyWatch.com gesammelt. "Verkaufen sie mir einen unsichtbaren Stift", sollen Bewerber von Procter & Gamble aufgefordert worden sein. Ein anderes Unternehmen fragte nach der Anzahl an Flugzeugen, die sich gerade in der Luft befinden.

Schon klar: Es kommt weniger auf die richtige Antwort an, als auf den sich entfaltenden Gedankengang. Ist der Bewerber kreativ? Denkt er analytisch? Lässt er sich aus dem Konzept bringen? Giles Turnbull von "The Morning News" hat sich der Fragen angenommen - mit dem leichten Vorteil, dass er nicht in Bittsteller-Haltung bei einer der Firmen angeklopft hat, sondern bequem vom Schreibtisch aus geantwortet hat. Das Ergebnis, "Define the Ratio of People to Cake", ist eine Mischung aus Provokation und gesundem Menschenverstand.

Lady Gaga im Walmart gesichtet

Walmart-Kunden sind zum Teil recht ... speziell. Natürlich gibt es längst ein Blog, dass Fotos von diesen Kunden beim größten US-Discounter zu einer Art Freakshow zusammenstellt. Das ist geradezu billig und vor allem wirft es kein besonders gutes Licht auf die Menschheit im Allgemeinen, die sich an diesen Bildern ergötzt. Stellt man dem aber Bilder von Lady Gaga gegenüber, wird daraus mindestens Kunst.

Wenn man schon ein Walmart-Blog macht, dann doch lieber mit regionalen Spezialitäten als mit menschlichen Exponaten. Auch hier hat BuzzFeed schon mal vorgelegt und präsentiert Produkte, die es in den chinesischen Filialen gibt - darunter Alligatoren, Speiseöl im Kombipack mit Orangensaft oder diverse Fleischteile unterschiedlicher Herkunft in einer Grabbeltheke. Bevor man sich darüber mokiert: Auf anderen Kontinenten staunen Menschen darüber, dass Europäer so gern von Schimmelpilzen befallene Milchprodukte verzehren.

Darüber lachen Hacker

"Ich habe gesehen, wozu du dich auf git.kernel.org gemeldet hast. Keine Sorge, ich verrate es niemandem." Ein neuer Webcomic namens infosuck wendet sich an Hacker und solche, die es werden wollen.

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1. Herr Reißmann ...
Arckenheidt 03.07.2011
Zitat von sysopDer*japanische Popstar Eguchi Aimi ist gar kein Mensch - das macht für die Fans aber keinen Unterschied. Außerdem in unseren Blog-Tipps: ehrliche Antworten, Lady Gaga bei Walmart und Hacker-Humor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,770451,00.html
... ich habe Ihre "Übersetzung" gesehen auf spiegel.de. *Ich* werde es niemandem verrraten. Sorgen sollten Sie sich aber.
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