Von Ole Reißmann
Die Welt ist am Samstag entgegen allen Erwartungen nicht untergegangen - was aber nicht heißt, dass nicht schon morgen eine neue Katastrophe drohen kann. Da heißt es: vorbereitet sein, notwendige und liebgewonnene Gegenstände griffbereit halten. Das Blog "The Burning House" fragt, was man mitnehmen würde, wenn das Haus in Flammen steht - die Antworten bestehen aus einem Foto und einer Liste - ein kleines Porträt, verpackt in eine einzige Frage.
Denn es sagt natürlich viel aus, wenn jemand nun eine gusseiserne Pfanne retten möchte, ein gutes Paar Schuhe, eine Gitarre oder doch lieber zu Jagdgewehr, Laptop und iPhone greift. Zum Teil werden in der Auflistung der zu rettenden Gegenstände kleine Geschichten erzählt oder zumindest angedeutet - eine schöne Form des Voyeurismus.
Der New Yorker Bloggründer Foster Huntington bittet um weitere Einsendungen - am 19. April hat er selbst den Anfang gemacht. Er fotografierte seine liebsten und wichtigsten Dinge, darunter drei Muscheln, ein Stein und ein Buch. Dann bat er Freunde und Kollegen, mitzumachen - seitdem füllt sich "The Burning House". (via Nerdcore)
Taschenkontrolle im Internet
Der Blick in fremder Leute Taschen ist womöglich ein wenig banaler, nichtsdestotrotz mindestens genauso interessant. Mehr als 11.000 Fotos von Tascheninhalten gibt es in der Flickr-Gruppe "What's In Your Bag?" - sehr wahrscheinlich die größte derartige Sammlung. Ein Administrator sorgt dafür, dass die mehr als 21.000 Mitglieder des Sammelkommandos auch ja nichts Merkwürdiges und Themenfremdes posten.
Während das gerade erst gegründete "The Burning House" bisher vor allem von Künstlern aus Nordamerika und Europa befüllt wird, trifft sich auf "What's In Your Bag?" die ganze Welt. Ein winziger Auszug aus aktuellen Einsendungen: Julia aus Moskau, jemand aus einer englischen Kleinstadt, Pablo aus Puerto Montt, Mikaela aus Kanada, jemand aus Taipei.
Isabel, Cleopatra, Elise
Bürostuhl Elise, Clementine Leila, Batterie Renata, Diagnose-Software Judit: Mit einem weiblichen Vornamen werden noch die langweiligsten Alltagsprodukte zu begehrenswerten Entdeckungen. Oder was auch immer sich die Produktmanager nur dabei denken mögen, wenn sie im Zweifelsfall bei der Bennennung auf den Namen ihrer Großmutter zurückgreifen.
Diesen ganz normalen Wahnsinn sammeln zwei Hamburger in ihrem Blog "Dana". "Weibliche Verlockung verschachtelt, verkorkt, gedeckelt und foliert", werden dort gezeigt, " Schmunzelstücke des Alltags in kleinen Dosen." Gestartet wurde die öffentliche Anklage gegen die Ware Frau, als Martin Rathscheck im Penny-Markt seines Vertrauens eine Packung "Bianca Katzenmilch" in einer Hand hielt, in der anderen eine Flasche "Saskia Quelle" Mineralwasser. So erzählte er es dem Kundenmagazin "MAG."
Fehlt eigentlich nur noch ein Blog, das Produkte aus dem Supermarkt mit männlichen Namen versieht. Was wäre schöner, als zur Vollmilchschokolade Jürgen greifen zu können? Zum Durstlöscher Dieter, zur H-Milch Manfred, zum Teelicht Samuel?
Das auch noch
"Star Trek"-Porno ohne Sexszenen: Die Macher des Thumbcasts, einer popkulturellen Internet-Sendung aus Schottland, haben aus dem garantiert nicht jugendfreien Film "Star Trek: The Next Generation XXX" eine familientaugliche Version geschnitten. Vollkommen "SFW", sicher zum Ansehen am Arbeitsplatz.
Die Parodie der Parodie ist fast schon sehenswert, denn die Geschichte - auf einem Planeten entdeckt die Enterprise-Crew die totgeglaubte Tasha Yar - knüpft tatsächlich an das echte "Star Trek"-Universum an und kann mit einigen unterdurchschnittlichen Episoden der Serie mithalten. Etwas kürzer als eine gewöhnliche Folge ist der Zusammenschnitt dann doch: Von 112 Minuten sind nur 26 übrig geblieben.
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