Blog-Tipps: Kraftworf und schöner schwarzer Kaffee

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Das Internet, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2011. Neue Blogs erinnern an die verzweiflungswürdige Inneneinrichtung von Raumschiff Enterprise, den wortkargen Klingonen Worf und Mister Spock.

Kraftwerk wird zu Kraftworf: "Star Trek"-Mem für Musikliebhaber Zur Großansicht

Kraftwerk wird zu Kraftworf: "Star Trek"-Mem für Musikliebhaber

Der neue "Star Trek"-Kinofilm von Regisseur J. J. Abrams, der vor zwei Jahren in den Kinos lief, blitzt und funkelt - ein neues Blog ruft jetzt in Erinnerung, wie es früher bei Captain Kirk und Mister Spock wirklich aussah. Chrom und ausladende Formen, wie sie in der Neuauflage eingesetzt werden, sind eher rar gesät. Dafür würden die durchkomponierten Bilder mit der pastellfarbenen Innenausstattung des Raumschiffs Enterprise jede Kunstgalerie schmücken, so sorgfältig sind die Standbilder aus dem Filmmaterial ausgewählt.

Gezeigt werden leere Gänge, Wandverkleidungen und nur scheinbar zufällig plazierte Alltagsgegenstände, wie sie in der ersten "Star Trek"-Fernsehserie Mitte der sechziger Jahre erstmals auf dem Bildschirm zu bestaunen waren. "Die stille Verzweiflung des Raumschiffs Enterprise" ist der Untertitel des Blogs, das schon in Kürze in jedem Architektur-Studium zur Pflichtlektüre gehören wird. Zum Bildungskanon von Einrichtungspsychologen sowieso.

Lynworf Skynworf - "Holodeck Survivors"

Dieses Musikalbum gibt es gar nicht - es ist eine Anspielung auf "Street Survivors" der Rockband Lynyrd Skynyrd, gemischt mit dem Namen von Lieutenant Worf, einer Figur aus der Serie "Raum Enterprise: Das nächste Jahrhundert". Dutzende solcher Albumtitel und Albumcover listet "WORF: The Coverbands" auf.

Darunter sind Klassiker Stevie Worfer, aber auch Bands wie Kraftworf oder Schockrocker Marilyn Manworf. In der Serie fällt Lieutenant Worf, der Klingone mit ausgeprägter Stirnpartie, ja vor allem durch Knurrlaute und sparsam dosierte Wortmeldungen auf. Da sage noch jemand, "Star Trek"-Fans hätten keinen Humor.

Mister Spock ist so gar nicht beeindruckt

Wobei einige Anhänger von Kirk, Picard, Sisko, Janeway und Archer (die Sternenflotten-Kapitäne in den mittlerweile fünf Fernsehserien) manchmal nicht gerade den Anschein erwecken. Wenn man sie nämlich versehentlich Trekkies nennt, müssen sie ihre aufwallenden Emotionen unter Kontrolle halten und sich möglichst wenig beeindruckt geben - so wie Mister Spock, der gefühlskalte Vulkanier aus der ersten Enterprise-Serie. Sich selbst nennen die Trekkies viel lieber Trekker, was ernster und weniger niedlich klingen soll.

Den ersten Offizier des Raumschiffs Enterprise würde das alles natürlich kalt lassen. Die spocksche Unfähigkeit zu nennenswerten emotionalen Ausbrücken (dramaturgisch notwendige Ausnahmen in bestimmten Episoden einmal ausgenommen) nimmt das Blog "Spock Is Not Impressed" aufs Korn. In immer gleicher Pose ist Spock auf den dort gesammelten Bildern zu sehen, hineinmontiert in mehr oder weniger aufregende Szenen.

Der Start des letzten Space Shuttles: Spock ist nicht beeindruckt. Harry Potter kämpft und zaubert um sein Leben? Nicht eine Augenbraue wird gehoben. Die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton? Also bitte. Das bereits erwähnte Strahlen und Blitzen im jüngsten "Star Trek"-Kinofilm? Kümmert Spock eher weniger. (via BoingBoing)

Auch das noch

"Sinnlos im Weltraum" heißt ein Filmprojekt, bei dem Szenen aus "Raumschiff Enterprise: Die nächste Generation" neu eingesprochen wurden - und zwar auf Siegerländer Dialekt und mit hanebüchener Handlung. Der falsche Captain Picard neigt in der Parodie nicht nur zu Gewaltphantasien, sondern beschäftigt sich minutenlang mit seiner großen Leidenschaft Kaffee: "Schwarz, stark und vor allem: schön lecker. Echt jetzt."

Eine vollkommen repräsentative Umfrage unter Kollegen ergab, dass noch längst nicht jeder diesen dadaistischen Spaß kennt - obwohl die insgesamt zwölf "Sinnlos im Weltraum"-Clips schon Mitte der neunziger Jahre entstanden und mittlerweile auf YouTube abrufbar sind. "Oder wie oder wat."

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1. Ein bisschen ...
52m.de 31.07.2011
... Spaß muss sein ... dann ist der Spock auch nicht allein.
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