Blog-Tipps: Löwin hat Kleinkind zum Fressen gern

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In fremder Menschen Leben zu schauen, macht Spaß: ins Bücherregal oder in schöne Wohnungen in Berlin. Auch der Blick ins Maul einer Raubkatze, die sich abmüht, ein Kind hinter einer Glasscheibe zu verschlingen. Stippvisiten, Otterrennen, E-Mail-Angst - unsere wöchentlichen Blog-Tipps.

Kleinkind im Zoo: Diese Löwin will womöglich nicht nur spielen Zur Großansicht

Kleinkind im Zoo: Diese Löwin will womöglich nicht nur spielen

Die Digitalisierung stellt den gemeinen Kulturbürger vor eine Herausforderung: Wenn die vielen Seiten nunmehr digital auf dem Lesegerät abgespeichert sind und nicht mehrere hundert Regalmeter füllen - wie stellt man dann seine unermessliche Belesenheit wirksam zur Schau? Oder zumindest den eigenen Geschmack?

Im Internet. Zum Beispiel in einer dieser Buch-Communitys, in der man sein Leseverhalten transparent machen kann, auch wenn diese Informationen womöglich für Gerichtsgutachter und Headhunter aussagekräftiger sind als Facebook-Partybilder. Mit noch größeren Profilfotos und einer auf fünf Bücher beschränkten Auswahl erlaubt "Fünf Bücher" den Blick in das virtuelle Bücherregal.

In dem Gemeinschaftsblog von Melanie Voß und Philippe Wyssen verraten mittelalte Menschen, die überwiegend nicht in Berlin leben und oft mit Kommunikation und Werbung zu tun haben, welche fünf Bücher ihr Leben verändert haben. Nur fallen die Begründungen, warum denn nun dieses Buch und kein anderes, leider meist sehr knapp aus.

Wie man in Berlin so wohnt

Wenn sich ein deutsches Web-Projekt von Vorbildern inspirieren lässt, ist das Ergebnis nicht immer so großartig wie das Original. Manchmal kommt es sogar zum Rechtsstreit, wenn allzu dreist kopiert wurde. Manchmal wird aber auch alles gut, zum Beispiel bei dem gerade mit einem LeadAward ausgezeichneten Online-Magazin "Freunde von Freunden".

Zu sehen gibt es dort, wie Kreative in Berlin so leben, was in ihren meist großen, immer schönen Wohnungen so herumsteht. Dazu gibt es nette Gespräche, in denen man erfährt, was die nicht minder gut gekleideten Bewohner nach Berlin verschlagen hat. Das erinnert alles an "The Shelby", die bunt-chaotische Seite von Todd Shelby, der bei seinen Freunden und Bekannten mit der Kamera vorbeischaut.

Die Macher von "Freunde von Freunden" haben aus dieser Grundidee eine klare, minimalistische Website gezimmert, bei der es gleichermaßen ums Vorstellen der Person wie ihrer Wohnung geht. Vor allem sind die Fotos, die Ailine Leifeld für die Seite macht, sorgsamer ausgewählt und bearbeitet als beim Vorbild. Das kann man langweilig finden - oder elegant und stilvoll.

Kinder im Zoo

Tiere! Kinder! Zwei Videos mit dieser Top-Kombination haben in den vergangenen Tagen vermutlich mehr Internet-Traffic verursacht, als noch vor fünf Jahren technisch möglich war. Peter Praschl hat gerade im "SZ-Magazin" zum Weinen im Büro aufgerufen, denn, mal ehrlich: Wen stört es schon? Der nächste Schritt ist das Ansehen niedlicher YouTube-Clips.

Nach der Löwin, die ein Kind zum Fressen gern hat, geht es mit diesem Otter etwas friedlicher zu:

Terror per E-Mail

"Der nächste Terroranschlag könnte per E-Mail kommen", warnt die berufsmäßig angespannte Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in einer aktuellen Mitteilung. Mögliche Folgen: Panik, Unruhen und Hysterie in der Bevölkerung, die mit polizeilichen Mitteln nicht mehr zu bewältigen sei.

Im Netz wird selbstverständlich über die leicht unglückliche Wortwahl und das Schüren von Panik ohne viel Substanz gespottet. Nun gilt es in Sicherheitskreisen aber als abgemacht, dass es Versuche geben könnte, Mitarbeitern von Energieunternehmen oder sonstwie wichtigen Einrichtungen mit trickreichen E-Mails Viren und Trojaner unterzuschieben.

Wohin das führt, zeigt ein Beispiel aus den USA: Dort hilft schon der Geheimdienst den Providern dabei, im Netzverkehr nach auffälligen Datenpaketen zu fahnden. Dabei geht es um Hacker, Industriespionage und den sogenannten Cyberwar. In Deutschland läuft diese Panikmaschine erst an.

Dass die DPolG jetzt die E-Mail-Überwachung fordert, ist allerdings nicht zu erwarten. Die ist schließlich in der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung schon mit drin. Derzeit mag sie zwar höchstrichterlich ausgesetzt sein - die Wiedereinführung steht aber bevor.

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