Blog-Tipps: Schöne Schnauzer, schlimme Rapper

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Was haben Schnauzbärte, Speckbrötchen und Wasserfälle gemeinsam? Warum blinzelt mich mein Computer an? Und wo gibt's das Beste vom Schlechtesten? Ein Streifzug durch abseitige, schöne, skurrile und garantiert äußerst unterhaltsame Blogs aus den Weiten des Netzes.

Fotomontagen mit Tom Selleck: Wunderliches Blog mit phantastischen Motiven Zur Großansicht

Fotomontagen mit Tom Selleck: Wunderliches Blog mit phantastischen Motiven

Bunt flackernd und pixelig: Animinierte Bildchen im GIF-Format sorgten in den Anfangsjahren des World Wide Web für Bewegung auf Internetseiten. Die Dateien waren vergleichsweise groß, die Farben auf maximal 256 begrenzt. Längst gibt es Nachfolger für den Dateistandard aus dem Jahr 1987: Videos und Animationen laufen über das Flash-Plugin oder direkt im Browser ab.

Doch nicht so schnell: Das Blog "If we don't, remember me" erhebt die GIF-Animation zum Kunstwerk. Zu sehen gibt es wenige Sekunden lange Szenen aus berühmten Filmen, die Farben mit höchster Sorgfalt für das Format tauglich gemacht - und subtil animiert. Die Bewegung in den Bildern ist homöopathisch dosiert: kleine Handbewegungen, sich beim Atmen bewegende Oberkörper, rollende Augen. Zu den Highlights gehören Wackelbilder von Al Pacino in "Scarface" (1983) oder Bill Murray in "Broken Flowers" (2005).

Longreads: Darf's etwas mehr sein?

Wer sagt denn, das Internet ist nur für kurze Info-Häppchen geeignet? Das Blog "Longreads" verlinkt jeden Tag wenige, ausgewählte Artikel. Mehr als 1500 Wörter müssen es schon sein. Perfekt für die Lektüre am Wochenende - oder auf dem Weg zur Arbeit. Für eine halbe Stunde Fahrtzeit sei ein Magazin-Artikel perfekt, sagt Blog-Betreiber Mark Armstrong.

Mit den passenden Tools lassen sich die empfohlenen Artikel aus den US-Magazinen "Businessweek", "New York Magazine", "The Atlantic", "The New Yorker", "Lapham's Quarterly", "Outside", "The Awl" und "Vanity Fair" praktisch auf dem Smartphone speichern. Für iPhone, iPad und Kindle erledigt das das Instapaper, für Android-Geräte gibt es zum Beispiel Instafetch.

Selleck Waterfall Sandwich: Der mit dem Brot badet

Dafür wurde das Internet doch erst erfunden: Wilde Photoshop-Montagen von Tom Selleck, Wasserfällen und Sandwiches. Die sammelt das gleichnamige Blog "Selleck Waterwall Sandwich", das Greg Szmurlo aus Los Angeles am 13. Januar 2010 gestartet hat.

Die absichtlich trashig zusammengebastelten Collagen vereinen drei Arten von Bildern, die im Internet ohnehin abgefeiert werden: Romantische Wasserfälle, riesige Sandwiches mit Speck - und den Schnurrbart-tragenden US-Schauspieler Tom Selleck, bekannt als Privatdetektiv Magnum. In der Kombination ergeben diese drei Zutaten natürlich - vollkommenen Quatsch. Schön anzusehen ist es trotzdem, zumal die Bandbreite der künstlerischen Werke um ein vielfaches größer ist als der Unterschied zwischen den 162 Magnum-Episoden.

White People Rapping Poorly: Weil Ihre Ohren es Ihnen wert sind

"Wollten Sie schon einmal einen Mann ohne T-Shirt zwei Minuten lang über rein gar nichts reden hören, zu den Klängen der Filmmusik aus 'Requiem for a dream'?", ist eine sehr berechtigte Frage, die das Weblog "White People Rapping Poorly" stellt. Die Antwort ist: Natürlich, weil es geht - und so schön weh tut.

Der Anspruch der Seite: Das Beste vom Schlimmsten. Yo, yo, word up. Das Internet kann ja so gemein sein.

Corpus Libris: Welcome to the real world

Eines Donnerstagabends in einem Buchladen in Los Angeles: Man nehme ein Buchcover und halte es so in die Kamera, dass das Motiv mit der Umgebung verschmilzt. Was als Spaß unter Angestellten begann, wurde schließlich die Fotosammlung "Corpus Libris". Blog-Gründerin Emily Pullen streckt im Eröffnungspost gleich mal ein Buch in Richtung Betrachter, auf dem eine Faust abgebildet ist - und sieht aus wie Rocky höchstpersönlich.

Sind Fiktion und Realität jemals schöner verschmolzen? Andere Bilder zeigen männliche Mitarbeiter mit Bildbänden von griechischen Skulpturen vor dem Rumpf oder sogar mehrere Personen, die mit einem Buchcover verschmelzen. Dass dieses Blog aus den USA kommt, ist wohl kein Zufall: Die Titelgestaltung ist dort oft bunter und aufwendiger als in Deutschland.

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