Netzwelt-Ticker Brause gehackt, Google zufällig und Facebook schwanger

Im Überblick: Eine zuckrige Brause soll einen Namen bekommen und das Web schlägt Diabetes vor; Google schraubt an seiner Startseite; das Justizministerium dementiert dritten Entwurf zum Leistungsschutzrecht; Facebook führt neue Statusnachricht ein.

Webforum 4chan: Namenssuche für Limonade übernommen

Webforum 4chan: Namenssuche für Limonade übernommen


Sollten sich die Limonade-Macher von "Mountain Dew" wirklich an ihr Versprechen halten, dann benennen sie ihre neuste Brause nach der Zuckerkrankheit Diabetes oder den Orgasmen einer Großmutter. Auf der Seite "Dub the Dew" wurde ein Contest ausgerufen: Wer wollte, konnte da einen Namen für das neue Produkt vorschlagen.

Nachdem die Kampagne auf dem anarchischen Webforum 4chan verlinkt wurde, klickten sich die Trolle einmal quer durch die Seite. Die Ergebnisse wurden in einem Screenshot festgehalten. Solche Crowdsourcing-Kampagnen laufen routinemäßig aus dem Ruder, in Deutschland durfte das zuletzt die Spülmittel-Marke "Pril" über sich ergehen lassen. Damals wollten die anonymen Massen ein braunes Etikett haben mit der Aufschrift: "Pril schmeckt nach Hühnchen".

Google spielt mit dem Zufall

Seine Startseite baut Google nur äußerst selten um. Nun gibt es eine kleine Neuerung: "Auf gut Glück!" heißt der zweite Button der Google-Suche. Bisher führt der Klick direkt auf den erstbesten Treffer einer Suchanfrage. Zumindest auf der internationalen Seite auf google.com gibt es nun eine kleine Überraschung: Der Button verändert sich, wenn man mit der Maus darüber verharrt, wie bei einem Flipperautomaten wird zufällig eine von neun Funktion angewählt.

Wie Tech-Kolumnist Amit Agarwal aus dem Quelltext abgelesen hat, kann man Google nun auch vertrauen, wenn man sich zum Beispiel hungrig, künstlerisch, spielerisch oder wundervoll fühlt. Der Button-Klick führt dann auf weitere Google-Angebote, zum Beispiel ein Spiel auf Google+, die Adresse eines Restaurants oder Bilder von Sternenhaufen.

Justizministerium dementiert dritten LSR-Entwurf

Wird im Justizministerium schon an einem dritten Entwurf zum umstrittenen Leistungsschutzrecht gearbeitet? Was ein Mediendienst am Dienstag meldete, wird vom Ministerium vehement zurückgewiesen. "Das ist ein Sommerloch-Gerücht", teilt ein Sprecher mit. Also existiert zumindest bisher kein dritter Entwurf. Aber wird vielleicht schon an einem gearbeitet? Auf Nachfrage verneint der Sprecher auch das.

Mit dem Leistungsschutzrecht sollen Suchmaschinenbetreiber wie Google dazu gebracht werden, für die Nutzung von Verlagsangeboten Lizenzgebühren zu zahlen. Ursprünglich sollte die Lizenzpflicht alle gewerblichen Internetdienste betreffen. Im Bundeskabnitt wird der aktuelle Entwurf offenbar nicht, wie geplant, diesen Mittwoch verabschiedet. Wie die SPD-Politikerin Brigitte Zypries mitteilte, soll es aber am 29. August soweit sein. Nach mehreren Verschiebungen wäre es nicht weiter verwunderlich, wenn auch dieser Termin letztlich nicht dazu führt, dass das Gesetz ins Parlament gelangt.

Außerdem:

  • Mehr Kontrollmöglichkeiten, mehr Daten: Wenn Nutzer bei einem Webdienst mehr Option zum Schutz ihrer Privatsphäre haben, geben sie auch über sich preis. Das haben Psychologen in einem Experiment herausgefunden, über das die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.
  • Facebook erwartet Babys: Das soziale Betriebssystems des Webs hat eine besondere Statusnachricht für werdende Mütter und Paare eingeführt. "Erwarte ein Baby", heißt es dann in der Timeline der Nutzer, zum Schnuller-Icon lassen sich Ultraschallbilder posten, berichtet der derStandard.at.
  • "Borderland 2" in der Kritik: Einen neuen Spielcharakter, der sich besonders einfach spielen lassen soll, nannte ein Entwickler des Spiels "Freundin-Modus". Auch wenn das nicht die offizielle Bezeichnung ist, gibt's nun Ärger vom "Guardian".

ore/hat/lis

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