Breitbandausbau Merkel und Cameron kündigen gemeinsames 5G-Projekt an

Deutschland und Großbritannien arbeiten zusammen an der Zukunft des mobilen Internets. In einer gemeinsamen Initiative britischer und deutscher Hochschulen sollen schnelle mobile Datennetze der fünften Generation entwickelt werden.

Angela Merkel und David Cameron auf der Cebit: Technische Zusammenarbeit
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Angela Merkel und David Cameron auf der Cebit: Technische Zusammenarbeit


Schnell soll das mobile Internet demnächst werden, versprach der britische Premierminister David Cameron gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Computermesse Cebit. Die sogenannten 5G-Netze sollen Daten bis zu tausendmal schneller übertragen, als es mit den derzeit aktuellen 4G-Netzen (LTE) möglich ist. Ein Spielfilm sei über sie innerhalb einer Sekunde heruntergeladen, sagte Cameron zur Eröffnung der Messe in Hannover.

Der Premier erklärte laut AFP weiter, beide Länder setzten sich für eine weitere Vereinheitlichung des Telekommunikationsmarkts in der EU ein, unter anderem sollen Roaming-Gebühren komplett wegfallen. Bundeskanzlerin Angela Merkel fügte hinzu, dass Europa in IT-Fragen aufholen müsse, "einige Kontinente" seien bereits vorweg gelaufen.

Camerons und Merkels Ankündigung erinnert an die des südkoreanischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Technologie, das im Januar ankündigte, bis 2020 1,6 Billionen Won (1,1 Milliarden Euro) in die Entwicklung von 5G-Netzen zu stecken. Die seien "tausendmal so schnell" wie 4G-Netze, und ein Film könne innerhalb einer Sekunde aus dem Netz geladen werden, hieß es auch da. In Südkorea soll ein Projektnetz bis 2017 errichtet und der alltägliche Betrieb bis 2020 aufgenommen werden.

Der Ausbau breitbandiger 5G-Funknetze ist ohnehin kein explizit deutsch-britisches Thema, sondern auch ein wichtiges EU-Vorhaben im Rahmen der "Digitalen Agenda". Bis 2020 sollen entsprechende Netze in den europäischen Mitgliedstaaten eingeführt werden, ein 50 Millionen-Euro-Topf unterstützt eine Reihe europäischer 5G-Projekte. Die Ankündigung Camerons und Merkels ist also eher als eine Formalie der technischen Zusammenarbeit zu werten.

Für die nun vorgestellte Zusammenarbeit schließen sich die Technische Universität Dresden, das King's College in London und die Universität von Surrey zusammen.

fko



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insgesamt 10 Beiträge
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Mehrleser 10.03.2014
1. optional
Die Kooperation ist eine gute Idee, erlaubt sie doch, die GCHQ-Anbindung von vorneherein zu berücksichtigen und dem Steuerzahler kostspielige Projekte für den nachträgliche Einbau von Abhörsystemen zu ersparen. Synergy at work.
static_noise 10.03.2014
2. .
Haahahahaaaa... Moment vor 3 Monaten hieß es noch man solle (als Antwort auf den Spionage Skandal) auf deutsche oder kontinenta europäische Dienste / Anwendungen zurückgreifen. JETZT wird die Infrastruktur gemeinsam mit UK gebaut??? Das ist das Land welches mit dem Geheimdienst GCHQ an dem Spionageskandal massgeblich beteiligt war. Mit den UK die gerade mit der "Great wall of Cameron" eine der massivsten Zensurinfrastrukturen installieren die es in Europa gibt? Oh man das ist lachhaft.... Dagegen muss man JETZ beginnen sich zu wehren. Infrastruktur muss unabhängig sein !
sequoiadendrongiganteum 10.03.2014
3. Macht nix...
Bei so viel Internet wird sich die Grössenordnung der durchs Netz geschickten Daten nicht nur vervierfachen, sondern noch weiter steigen. Also was solls, wenn der britische Geheimdienst mitlesen könnte, die können soviel an Datenmaterial gar nicht verarbeiten.
geritw 10.03.2014
4. Gebühren
Wie wäre es, zuallererst an de Gebührenschraube für LTE und co. zu drehen.... es kann nicht sein, dass eine z.b. umts "flat" mit 5GB Monatsdatenvolumen novh immer zu 25 euro angeboten wird. Als vielfahrer muss ich sogar feststellen, dass gefühlte 70% des Autobahnnetzes novh nicht einmal umts schafft, sondern nur vorsintflutliches edge anbietet, ganz zu schweigen von Festnetzanschlüssen in einigen Gegenden, in welchen man gerade mal den lahmsten DSL bekommt. umts und LTE mit 50 bis 100Mbit/ s reichen vollkommen, um die preise sollte man sich kümmern.
stockfisch1946 10.03.2014
5. Tja, Jungens
Aufgabenteilung. Die Deutschen bauen und die Briten überwachen das. Damit sind sie uns sogar schon einen Schritt voraus. Weiss Schwester Lethargia in Berlin eigentlich schon mehr darüber?
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