Mir fällt auf, dass gewisse radikale Gesellschaftsexperimente, die selbst dem idealistischsten Anarchisten vor fünfzig Jahren noch utopisch erscheinen mussten, sich jetzt reibungslos und ohne großen Wirbel vollziehen. Zu diesen zählen die Open-Source-Entwicklung, Shareware und Freeware, Wikipedia, MoveOn und UK Citizens Online Democracy.
Mir fällt auf, dass das Netz die Welt nicht ganz auf dieselbe Weise befreite, wie wir es erwartet hatten. Repressive Regime können es ausschalten, und liberale können es als Propagandainstrument verwenden. Auf der positiven Seite fällt mir auf, dass die unterschiedliche Vertrauenswürdigkeit des Netzes die Menschen skeptischer gegenüber den Informationen gemacht hat, die sie aus allen anderen Medien beziehen.
Mir fällt auf, dass ich jetzt mein Wissen als Flickwerk aus einem breiteren Spektrum an Quellen verdaue als in der Vergangenheit. Außerdem fällt mir auf, dass ich weniger dazu neige, nach durchkomponierten, fertigen Erzählungen zu suchen, und es mehr bevorzuge, meine eigene Collage aus dem zu machen, was ich finden kann. Mir fällt auf, dass ich Bücher kursorischer lese und sie auf dieselbe Weise abtaste, wie ich das Netz abtaste - indem ich "Lesezeichen" setze.
Mir fällt auf, dass der Jahrhundertwendetraum des Bioethikers Darryl Macer, eine Landkarte aller Begriffe der Welt zu machen, auf autonome Weise Wirklichkeit wird - in Form des Netzes.
Die Vorstellung der "Gemeinschaft" hat sich verändert
Mir fällt auf, dass ich mit mehr Menschen kommuniziere, aber weniger eingehend. Mir fällt auf, dass es möglich ist, vertrauliche Beziehungen zu haben, die nur im Netz existieren und wenig oder gar keine körperlichen Bestandteile aufweisen. Mir fällt auf, dass es sogar möglich ist, sich an komplexen sozialen Projekten zu beteiligen, wie z. B. Musik zu machen, ohne je die anderen Mitarbeiter zu sehen. Vom Wert dieser Veränderungen bin ich nicht überzeugt.
Mir fällt auf, dass die Vorstellung der "Gemeinschaft" sich verändert hat: Während dieser Begriff einst eine bestimmte physische und geographische Verbundenheit zwischen den Menschen bezeichnete, kann er jetzt "die Ausübung gemeinsamer Interessen" bedeuten. Mir fällt auf, dass ich jetzt zu Hunderten von Gemeinschaften gehöre - die Gemeinschaft der Leute, die sich für aktive Demokratie interessieren, die Gemeinschaft der Leute, die sich für Synthesizer, für Klimawandel, für Tommy-Cooper-Witze, für das Urheberrecht, für A-cappella-Gesang, für Lautsprecher, für die Philosophie des Pragmatismus, für die Evolutionstheorie etc. interessieren.
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