Brickfilme Haie, Schurken, eckige Schädel

Brickfime sind Kult - immer mehr Menschen beschäftigen sich damit, mit Legofiguren großes Kino zu machen. Beim diesjährigen Brickfilm-Festival machte eine kantige Literaturverfilmung das Rennen. SPIEGEL ONLINE zeigt den Siegerfilm in voller Länge.


Irgendwann ist eigentlich jeder schon einmal über einen Brickfilm gestolpert: Seit Jahren liefert die Brickfilm-Community in schöner Regelmäßigkeit echte Klassiker der Netz-Kultur. Unvergessen ist und bleibt die herrliche, professionelle Lego-Adaption von Stanley Kubricks (sic!) "2001", die den im Original eher langatmigen Streifen auf eine Lauflänge von wenigen Sekunden kondensiert - und doch alle Schlüsselszenen des Originals gekonnt zitiert. Seitdem wimmelt es im Web von Sci-Fi- und anderen Kinoadaptionen, aber auch von vielen ganz eigenständigen Produktionen.

Echte Höhepunkte der Lego-Film-Szene steuern dabei immer wieder deutsche Filmemacher bei - kein Wunder, denn die Szene steht in harter Konkurrenz. Seit zwei Jahren veranstaltet der Brickfilm-Fan und Journalist Mathias Mertens gar einen eigenen Wettbewerb, die "Steinerei", landläufig bekannter als "Brickfilm Festival".

Am Wochenende kürte die erste Garde der deutschen Lego-Regisseure ihren Champion, und der hieß Mirko Horstmann. Seine Literaturverfilmung "Vom Fischer und seiner Frau" konnte nicht nur den Preis der Jury - in der unter anderem auch SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Christian Stöcker saß - für sich gewinnen, sondern auch den Publikumspreis.

Dass dies ausgerechnet einer Literaturverfilmung gelang, war dabei kein Zufall: Das Thema "Literatur" war vorgegeben. Und so fanden sich im Bewerberfeld Adaptionen von "Robinson Crusoe" über "Das Gespenst von Canterville", "Max und Moritz", "Der Kaufmann von Venedig" bis hin zu "Sindbad und der Elfenbeinhändler".

Horstmann aber schoss den Vogel ab mit seiner "zeitgemäßen Übertragung des Märchens 'Vom Fischer und seiner Frau' in die Zeit der Großbildfernseher, IKEA-Kataloge und Kanzlerinnen". Verdientermaßen, meinen auch wir.

pat



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